Schorndorf

Kritische Corona-Lage: Wie die Pflegeheime sich auf den Winter vorbereiten

Pflege
Die Seniorinnen und Senioren in Pflegeheimen sind besonders gefährdet, einen schweren Corona-Verlauf zu erleiden. © ALEXANDRA PALMIZI

Überall in Deutschland nehmen die Corona-Infektionen drastisch zu. Besonders gefährdet sind Menschen in Pflegeeinrichtungen. Nicht zuletzt wegen des hohen Durchschnittsalters der Bewohner soll Corona-Ausbrüchen hier besonders vorgebeugt werden. Wie sieht in der Schorndorfer Umgebung die Lage in den Pflegeheimen aus und wie haben sie sich auf die kommenden Wintermonate vorbereitet?

Impfquoten der Bewohner sind gut 

Die Lage kann nochmals ernst werden - so zumindest der kollektive Widerhall aus den Pflegeheimen der Umgebung. Die Impfquote der Bewohner liegt laut Michael May, Einrichtungsleiter im Winterbacher Pflegeheim der Awo, bei über 90 Prozent. Anders sieht es bei den Auffrischungsimpfungen aus: In dem Pflegeheim sind laut May 70 bis 75 Prozent der Bewohner ein drittes Mal geimpft worden. Dass die Auffrischungsimpfungen den Zweitimpfungen hinterherhinken, sei nicht verwunderlich.

„Das ist ein laufender Prozess mit dem Impfen“, sagt May, und weiter, ,,wir sind mitten in der dritten Impfrunde und gehen davon aus, dass sich die Quoten bezüglich der Drittimpfung bald auch auf über 90 Prozent belaufen werden.“ Die Drittimpfung wird dabei in den meisten Fällen von den Hausärzten der jeweiligen Pflege- und Wohnhäuser angeboten. Es sei auch zu beachten, dass neue Bewohner einziehen oder andere versterben könnten, was sich schlussendlich wieder auf die Quoten auswirken könne.

Nachfrage nach Drittimpfungen hoch

Die Zahlen in anderen Pflegeheimen in der Umgebung decken sich weitestgehend mit denen der Winterbacher Einrichtung. Innerhalb der Alexander-Stifte in Rudersberg sowie Urbach sind laut Pressesprecher Steffen Wilhelm über 90 Prozent der Bewohner geimpft oder genesen. Auch die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen sei hoch. „Das Angebot wird von einem Großteil unserer Bewohner und Mitarbeitenden wahrgenommen“, sagt Wilhelm.

Die Quote bei den Mitarbeitenden sei dagegen niedriger. In Winterbach ließen sich laut May 20 Prozent der Mitarbeiter nicht impfen. „An einer höheren Quote wären wir natürlich interessiert.“ In den Alexander-Stiften liege die Immunisierungsquote der Mitarbeiter bei etwa 75 Prozent. Die nicht geimpften Pfleger seien im Zuge der Sicherheit dazu verpflichtet, sich fünfmal die Woche testen zu lassen. Das sei zwar umständlich, aber der richtige Schritt, um die Bewohner gut schützen zu können.

Was müssen Angehörige in den kommenden Monaten beachten?

Zeitweise waren während der Corona-Pandemie keine Besuche in Pflegeeinrichtungen möglich. Als sie wieder erlaubt waren, mussten Angehörige sich vor Ort testen lassen. Diese Testungen seien zu dem Zeitpunkt richtig gewesen, hätten „die Praxis aber enorm erschwert“, sagt May. Die Mitarbeiter hätten trotz dieser riesigen Zusatzlast irgendwann aber eine Routine finden können.

Seit die Pflichttestungen vor Ort Ende Oktober abgeschafft wurden, müssen von Besuchern selbstständig Tests vorgezeigt werden. Falls von den Heimleitungen nicht anders verordnet, gilt also aktuell die 3G- Regelung. Nichtgeimpfte, die Angehörige besuchen wollen, sind weiterhin zum Nachweis durch einen Test verpflichtet. „In der Alarmstufe, die ja in den kommenden Tagen droht, würde dann die erweiterte Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt und eine weitere Person greifen“, sagt Steffen Wilhelm. „Nach vorheriger Terminabsprache bieten wir weiter Schnelltests für Besucher an, dürfen entsprechend der Verordnung aber keine Bescheinigung mehr ausstellen.“

Wie ist die Lage aktuell und wie sehen die Vorbereitungen für den Winter aus?

Die Lage ist noch überschaubar, zum Redaktionsschluss am Dienstag gab es weder im Pflegeheim Winterbach noch in den Alexander-Stiften in Rudersberg und Urbach und auch im Pflegeheim an den Weinbergen in Remshalden keine positiv getesteten Personen.

Die entspannte Lage in Winterbach sei der guten Organisation im Heim zu verdanken, sagt May. Engpässe seien in Winterbach nicht wahrnehmbar gewesen. Weiterhin könnte es, so meint Steffen Wilhelm, auch daran liegen, dass man aus der gesammelten Erfahrung des letzten Jahres gelernt hat. So seien die Mitarbeiter im Hinblick auf die Schutzkleidung einfach routinierter. Wilhelm erklärt, dass dies ein schnelleres Reagieren ermögliche. Treten zum Beispiel Erkältungssymptome bei einem Bewohner auf, werde „schnell auf die sicheren FFP2-Masken und verstärktes Testen umgestellt“, so Wilhelm. Ansonsten könne man sich nur konsequent an die Vorgaben halten und vorsichtig im Alltag sein.

Die Maßnahmen seien, so Wilhelm, sobald es die allgemeine Entwicklung verlangt, nochmals nachzuschärfen. Vor allem weitergehende Regelungen der Politik sollen wie in der Vergangenheit zeitnah umgesetzt werden. Diesen Aussagen schloss sich auch Ursula Woessner-Ackermann, Einrichtungsleiterin des Pflegeheims an den Weinbergen, an.

Überall in Deutschland nehmen die Corona-Infektionen drastisch zu. Besonders gefährdet sind Menschen in Pflegeeinrichtungen. Nicht zuletzt wegen des hohen Durchschnittsalters der Bewohner soll Corona-Ausbrüchen hier besonders vorgebeugt werden. Wie sieht in der Schorndorfer Umgebung die Lage in den Pflegeheimen aus und wie haben sie sich auf die kommenden Wintermonate vorbereitet?

Impfquoten der Bewohner sind gut 

Die Lage kann nochmals ernst werden - so zumindest der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper