Schorndorf

„Kunst vorm Fenster“: Kurzkonzert – mit Abstand

Kurzkonzert – mit Abstand_0
Lehrkräfte der Jugendmusikschule – Ute Engel an der Oboe, Anja Trapp und Martin Dennemarck an der Violine, Ines Tone am Cello – beim Kurzkonzert im Innenhof des Marienstifts. © ZVW/Alexandra Palmizi

Schorndorf.
Das ist hart: Seit Wochen werden wegen der Coronavirus-Pandemie keine Besucher mehr in die Pflegeheime gelassen und seit 7. April gilt der Erlass des Landes, nach dem Bewohnerinnen und Bewohner die Einrichtungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen dürfen. Welch’ Wohltat und willkommene Abwechslung ist da „Kunst vorm Fenster“, zu der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Betreuung aufgerufen haben. Am Mittwochnachmittag hat das Mitau-Quartett aus der Jugendmusikschule drei kleine Konzerte gegeben: um 15 Uhr im Garten des Marienstifts, eine Dreiviertelstunde später vor dem Karlsstift und um 16.45 Uhr im Spittlerstift.

Das Mitau-Quartett, das sind: die Lehrkräfte Martin Dennemarck an der Violine, Ute Engel an der Oboe, Ines Tone am Cello und die Schülerin Anja Trapp an der Violine. Und sie haben zur Freude der Bewohnerinnen und Bewohner, die sich in gebührendem Abstand auf den Balkonen des Betreuten Wohnens, im Garten und an den Fenstern des Pflegeheims versammelten, im Innenhof kurze Stücke von Händel, Praetorius, Purcell, Mozart und Bach gespielt.

Fast täglich Programm im Garten

Fast täglich, berichtet Einrichtungsleiterin Kristina Bachofer-Zeiser, gibt es jetzt für die Marienstift-Bewohner ein solches Außen-Programm. Einmal hat die Familie einer Bewohnerin im Innenhof musiziert, ein andermal waren zwei Akkordeonspieler zu Gast. Und weitere Musiker, Sportler, Künstler und Vereine sind herzlich willkommen. Auch die Jugendmusikschule versucht, die Aktion in den kommenden Wochen noch mal zu unterstützen. Schließlich müssen in den Pflegeheimen nicht nur fehlende Besuche von Angehörigen kompensiert werden, es fallen seit Wochen auch alle Veranstaltungen mit externen Referenten und Künstlern aus, Kindergarten- und Schulgruppen dürfen ebenfalls nicht mehr in die Einrichtungen kommen. Das gilt auch – allein im Marienstift – für 50 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Seit vier Wochen ist bei uns alles dicht“, sagt Kristina Bachofer-Zeiser und hofft, dass diese harten Schutzmaßnahmen auch tatsächlich greifen. Sie ist froh, dass es für die Bewohnerinnen und Bewohner zumindest die Möglichkeit gibt, mit ihren Angehörigen zu skypen und zu telefonieren – und sie lobt ganz besonders „den großen Zusammenhalt in den Teams“.