Schorndorf

Kunstszene mit all ihrem Facettenreichtum: Zweiter Schorndorfer Ateliertag am Samstag (18.09.)

Feser
Ein Werk mit Masken von Kathrin Feser: Bei ihr in der Gmünder Straße 65 können verschiedene Bilderfolgen angesehen werden. © privat

Nach einem erfolgreichen ersten Schorndorfer Ateliertag im vergangenen Jahr lädt das Kulturforum Besucher am kommenden Samstag, 18. September, von 14 bis 22 Uhr wieder ein, neue Werke und unbekannte Räume zu entdecken – und das bei freiem Eintritt. „Es wird vielfältig werden“, verspricht Andrea März vom Vorstandsteam des Schorndorfer Kulturforums, und weiter: „Die Künstlerinnen und Künstler waren sehr kreativ.“ Während Museen und Galerien ihre Türen wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, wurde in den Schorndorfer Ateliers weiter fleißig gearbeitet. Der Ateliertag verwandelt nun die Werkstätten für kurze Zeit in Ausstellungsräume.

Rund 20 Künstlerinnen und Künstler geben Einblicke in ihr Schaffen und zeigen ihre Werke. Mit dabei ist beispielsweise Bertold Becker (Gmünder Straße 65 – Schock-Areal). Bei ihm gibt es neue recycelte Arbeiten sowie überarbeitete Bilder aus früheren Schaffensphasen, in einen aktuellen Zusammenhang gestellt, zu sehen. In einer intensiven Schaffensphase während der Pandemie hat Lydia Feulner-Bärtele in der Risslerinstraße 18a viele neue Bilder auf Papier geschaffen. Neu entdeckt hat sie ihre Faszination für Tusche.

Arbeiten im Atelier und im Garten

Bei Kathrin Feser (Gmünder Straße 65 – Schock-Areal) können drei Bilderfolgen für Kinder angeschaut werden, aus denen Bilderbücher zu folgenden Themen entstanden sind: „Ein Bilderbuch in Zeiten von Corona“, „Kindersegnung“ und „Samuel und David“. Während Renate Busse ihre neuen Arbeiten im Atelier und im Garten der Familie Landmesser (Friedhofstraße 15) zeigt, bekommt man im Atelier „FUNDORT Schock“ (Gmünder Straße 65) die Bilder von Beate Walter zu sehen, die mit verdünnter Farbe experimentiert hat.

Im gleichen Atelier können Besucher Collagen von Künstlerin Sylvia Friedt entdecken, aus denen die Silberpapiere von Schokopralinen hell herausleuchten. EBBA Kaynak zeigt in ihrem Atelier in der Vorstadtstraße 61-67 Arbeiten von den Symposien in Tulle (Rue des Arts) und Streich (Bildhauer Hof, Schützenberger). Wolfgang Mücke und Rüdiger Penzkofer gestalten einmal mehr gemeinsam den Tag des offenen Ateliers und präsentieren ebenfalls in der Vorstadtstraße 61 - 67 ihre Malerei und Papierarbeiten. Hartmut Renner zeigt in der Gmünder Straße 6 allen Besuchern seine Werke aus diesem Jahr.

Wer noch mehr Kunst entdecken möchte, ist bei Steffen Schulze (Gmünder Straße 65) richtig. Dort können 3D-Bilder aus Blattmetall und Acryl bestaunt werden.

Bei manchen Künstlern spielt Corona eine Rolle, wie zum Beispiel bei Malerin Elke Zemelka: Sie stellt im Atelier von Christoph Traub in der Stuttgarter Straße 11 (Röhm-Areal) ihre von der Pandemie beeinflussten Bilder aus.

In der ältesten Ateliergemeinschaft von Schorndorf, dem Atelier4 in Haubersbronn, zeigt Andreas Heinrich Adler neue monochrome Porträts im Kleinformat und größere vielfarbige Bilder. Gez Zirkelbach präsentiert seine neuen Collage-Malereien. Zu erleben sind außerdem die neuen Gemeinschaftsarbeiten der beiden. Werke von Künstlerin Doro Schütz können in der Karlstraße 17 angeschaut werden. Im Atelier von Matthias Kohlmann (Konrad-Hornschuch-Straße 67, Gebäude C2, in Urbach) sind seine Papierarbeiten sowie Skulpturen und Objekte zu sehen. Ebenfalls in Urbach erhalten Besucher Einblicke in Wlodzimierz Szweds hoch komplizierte Arbeitsweise. Ob Farbe oder Grafit, Zellulose, Gravieren, Stempeln, Pressen oder Polieren – alles zu sehen in seinem Kunstraum in der Konrad-Hornschuch-Straße 29.

Neue Tierchen in großen und kleinen Formaten

Neue Tierchen in großen und kleinen Formaten und bis unter die Decke mit Zeichnungen tapezierte Wände gibt’s bei Annette Schock in der Villa Kunterbunt, Weilerstraße 52, zu sehen. Das Atelier 3 S in der Höllgasse 10 präsentiert Skulpturen in Holz, Stein und Stahl sowie individuelle Tische aus Massivholz. Die Galerie Schilling (Marktplatz 9, Eingang Neue Straße) stellt verschiedene Werke zeitgenössischer Künstler aus. Zu sehen sind unter anderem Bilder von Jörg Kutsche, Christina Girke, Jan Muche, Cornelia Schleime sowie Hardy Langer und Christiane Bstock. Von Max Hoffmann sind die Skulpturen „Wandläufer“ und von Guido Messer verschiedene Bronzeskulpturen zu sehen. Christiane Bstock und Max Hoffmann werden persönlich anwesend sein.

In der Laden-Galerie Feuer + Flamme, Gottlieb-Daimler-Straße 30, sind Hardy Langers Bleistift-Arbeiten, mit Buntstiften koloriert, zu sehen. Sie zeigen ganz klassisch gezeichnete Motive aus Irland. Weitere Werke von Langer können Besucher im Atelier im Hammerschlag 8 entdecken.

In Jakob Concept Store (Neue Straße 9) bieten die teilnehmenden Künstler des laufenden Kunst- und Kulturprojekts „Gemeinschaft. Jetzt!“ in Kooperation mit der Stadtkirche, der Stadt Schorndorf und dem Kulturforum ihre Arbeiten im Kleinformat an. Werke von Nina Joanna Bergold, Oliver Braig, Lambert Mousseka, Helga Kellerer und Francisco Klinger Carvalho warten auf neue Besitzer.

Ein Highlight: Performing Group Mousseka

Unabhängig von den Künstlerbesuchen wird es ein besonderes Highlight geben: Im Rahmen des Kunst- und Kulturprojekts „Gemeinschaft. Jetzt!“ zieht die „Performing Group Mousseka“ unter dem Titel „Maskarada“ am Samstag ab 11 Uhr durch die Stadt und wird am Nachmittag auch die Künstler besuchen. „Das wird sicher etwas Besonderes“ sagt März. Sie ist zuversichtlich, dass der diesjährige Ateliertag ebenso erfolgreich abläuft wie der erste.

Der Ateliertag wurde ursprünglich als kleinerer und dezentraler Ersatz für die seit 2002 stattfindende Kunstnacht konzipiert. Nun vermeidet der Tag der offenen Ateliers nicht nur größere Ansammlungen, sondern schafft insbesondere Raum für Begegnungen und Gespräche mit den Künstlern.

Wie im vergangenen Jahr müssen wegen der Pandemie die Abstands- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Zusätzlich gilt die 3G-Regel. „Die Künstler sind angehalten, das zu kontrollieren, und mussten uns auch im Vorfeld schriftlich bestätigen, dass sie dafür Sorge tragen“, fügt Stefanie Grünes, Geschäftsführerin des Kulturforums hinzu.

Neues Format für November 2022 benötigt Vorlauf

Zudem verkündet Andrea März, dass es in diesem Jahr am ersten Adventswochenende im November keinen Kunstmarkt geben wird: „Wir entwickeln ein neues Format, das allerdings Vorlauf benötigt.“ Für das neue, geplante Projekt, das dann im November 2022 stattfinden soll, gibt es schon einen Arbeitstitel: „Kunstkaufhaus“. Der Unterschied zur Kunstnacht sei, dass man Objekte wie beispielsweise Skulpturen, Bilder, Werke oder Postkarten im Vorfeld ordne und dann in einem „Kunstkaufhaus“ zusammenstelle.

„Die Vorbereitungen laufen, und wir haben auch schon eine Vorstellung davon, wie das ablaufen soll. Aber wir werden uns da nochmals intensiv für das Vorhaben zusammensetzen“, sagt Andrea März und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Und da die Kunstnacht ausfällt, wäre der Ateliertag vielleicht schon eine geeignete Gelegenheit, ein Weihnachtsgeschenk zu finden.“

Infopoint: Der Infopoint des Ateliertages befindet sich in der Q-Galerie für Kunst, Karlstraße 19. Weitere Infos unter www.kulturforum-schorndorf.de.

Nach einem erfolgreichen ersten Schorndorfer Ateliertag im vergangenen Jahr lädt das Kulturforum Besucher am kommenden Samstag, 18. September, von 14 bis 22 Uhr wieder ein, neue Werke und unbekannte Räume zu entdecken – und das bei freiem Eintritt. „Es wird vielfältig werden“, verspricht Andrea März vom Vorstandsteam des Schorndorfer Kulturforums, und weiter: „Die Künstlerinnen und Künstler waren sehr kreativ.“ Während Museen und Galerien ihre Türen wegen der Corona-Pandemie schließen

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