Schorndorf

Kunstwerke von Walter Krieg verkauft: Geldspende für Schorndorfer Realschule

WalterKrieg
Vor einer Auschwitz-Installation von Walter Krieg: Scheckübergabe von Traude Hoffmann und Hardy Langer an den stellvertretenden Rektor Jens Lehmann, an die Vorsitzende des Fördervereins Kathleen Fischer-Werner und Rektorin Beate Flemming-Nikoloff (von links). © Ralph Steinemann Pressefoto

Walter Krieg, der ehemalige Kunsterzieher an der Gottlieb-Daimler-Realschule, hat Spuren hinterlassen. Als er im November 2019 seinem Leben ein Ende setzte, war diese Nachricht ein Schock für seine Kollegen, Schüler und vor allem seine Freunde in der großen Kunstszene Schorndorfs.

Krieg war ein knorriger Typ, und ja, er liebte die Provokationen. Dabei war der hochmusikalische Lehrer selbst ein Künstler, ein verletzlicher und zugleich unermüdlich Suchender. Als Erben seines hinterlassenen Werkes hatte er die ehemalige Lehrerin Traude Hoffmann und den Künstlerkollegen Hardy Langer eingesetzt.

Geld für verschiedene Schulprojekte

Die beiden organisierten dann im August 2020 in der Galerie des Kunstvereins eine Verkaufsausstellung, deren Erlös zum größten Teil dem Förderkreis an seiner alten Wirkungsstätte zugutekommen sollte. Coronabedingt verspätet konnte nun endlich ein Scheck über stattliche 10 000 Euro an den Vorstand des Förderkreises Gottlieb-Daimler-Realschule überreicht werden. „Er war ein Kollege und Freund, ein streitbarer Kopf“, so Jens Lehmann, der stellvertretende Rektor der GDR und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, über seinen ehemaligen Kollegen, der ihn einst als noch jungen Lehrer unter seine Fittiche genommen hatte. „Diese Spende ist zweckgebunden“, erklärt der Geschichtslehrer. „Sie soll Schulprojekten im Bereich Kunst und Theater zugutekommen und dem Schüleraustausch mit Auschwitz, dem heutigen Oswiecim, der Walter Krieg sehr am Herzen lag.“ Schorndorfer Schüler wohnen ein paar Tage in polnischen Familien im Ort der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers. Und Schüler von dort besuchen Schorndorf. Auch Lehmann hat an einer der zuletzt 2019 unternommenen Fahrten teilgenommen. „Das war eine der beeindruckendsten Erfahrungen, die ich in 20 Jahren Schuldienst erlebt habe.“ Und auch für die Schülerinnen und Schüler war diese Exkursion etwas Besonderes, etwas, so Lehmann, „was sie nicht vergessen werden. Nach der dortigen Vorführung des Films ‘Schindlers Liste’ gab es Tränen und Gespräche bis tief in die Nacht“. Wichtig sei bei diesen Reisen, „Auschwitz ist nicht fünf Tage Vergangenheit. Mit Besuchen etwa in Krakau geht man da auch in die Gegenwart und Zukunft“. Der 49-Jährige ist überzeugt, „es ist wichtig für die Schüler, einmal eine Gedenkstätte gesehen zu haben“. So soll mit den Zehntklässlern im Juni eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte in Dachau unternommen werden. Die Zeitzeugen verschwinden, die Erinnerungsorte werden so vielleicht zu noch wichtigeren Lernorten. Die Schule hofft, im kommenden Jahr den Austausch wieder aufnehmen zu können.

Walter Krieg hätte das gewollt. „Das sind wir ihm schuldig. Er war schon auch jemand, der versucht hat, politische Themen einzubringen und Haltung zu zeigen. Dabei hat er auch Reibung erzeugt. „Krieg hat hier in 30 Jahren mit seinen Theaterprojekten und Kunstausstellungen seine großen Fußstapfen hinterlassen.“ Ein Anreger, dessen Erbe mit der Spende in der Schulgemeinschaft nun produktiv weiterleben wird.

Walter Krieg, der ehemalige Kunsterzieher an der Gottlieb-Daimler-Realschule, hat Spuren hinterlassen. Als er im November 2019 seinem Leben ein Ende setzte, war diese Nachricht ein Schock für seine Kollegen, Schüler und vor allem seine Freunde in der großen Kunstszene Schorndorfs.

Krieg war ein knorriger Typ, und ja, er liebte die Provokationen. Dabei war der hochmusikalische Lehrer selbst ein Künstler, ein verletzlicher und zugleich unermüdlich Suchender. Als Erben seines

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