Schorndorf

Laden in der Kirchgasse: Was der erste Pop-up-Store in Schorndorf zu bieten hat

PopupKirchgasse
Die Jungunternehmerinnen und Schwestern Bahar (links) und Emine brennen für dieselbe Leidenschaft: Schmuck. © Gaby Schneider

Im leerstehenden Ladengeschäft in der Kirchgasse 16 hat sich in den vergangenen Tagen einiges getan (wir berichteten). „by emba – 925 Sterling Silver Jewelry" steht nun an der Glastür geschrieben. Bahar Kocaaga (30) und Emine Bakir (24) sind gerade noch dabei, einige Schmuckstücke auf dem Tisch ansprechend zu postieren. „Ja, wir sind schon sehr aufgeregt. Schließlich ist es unser erster Laden“, geben die beiden Schwestern zu. Die Jungunternehmerinnen haben 2019 ihr Schmucklabel „by emba“ gegründet, vertreiben ihre Ware hauptsächlich über den Online-Shop und haben nun den Schritt zum „Pop-up-Store-Projekt“ gewagt. Eröffnet wird der Laden am Samstag, 11. Juni, im Rahmen des Gässlesmarktes.

„Das Projekt Pop-up-Store soll neue und innovative Ideen in die Stadt bringen“, sagt Projektleiterin Viktoria Schedel vom Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement. Leerstand vermeiden, Innenstadt beleben, Chancen geben, so könnte das Motto dieses Projekts lauten, das vom Verband Region Stuttgart im Rahmen des „Programms zur Kofinanzierung von regionalen Modellprojekten und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus“ mit bis zu 50 Prozent unterstützt wird.

Kein pompöser, auffälliger Schmuck – aber filigran und besonders

„Wir haben die Ausschreibung der Stadt für das Projekt gesehen und uns einfach mal beworben“, erzählt Emine Bakir, die BWL studiert hat und sich gerade parallel ihrem Masterabschluss in Innovationsmanagement widmet. Ihre Schwester Bahar ist gelernte Bürokauffrau und kurz vor dem Vertragsabschluss Mama geworden.

Warum die Wahl auf die beiden jungen Schorndorferinnen gefallen ist? „Es hat gleich gepasst und unsere Vorstellungen deckten sich, wir waren uns ruckzuck einig“, sagt Viktoria Schedel. Zudem hätten die beiden Erfahrung, da sie ihren Schmuck und ihre Accessoires schon im Riani-Store und im Per Lei ausgestellt und verkauft hätten. „Aber all das, was mit dem Schmuckdesign zu tun hat, haben wir uns quasi selbst beigebracht“, sagen die jungen Frauen. Seit ihrer Kindheit teilen sie diese Leidenschaft und Verrücktheit für „Perlen, Steinchen, Accessoires, Mode und Bling Bling“. Während der Urlaube in der Türkei suchten sie immer besondere Schmuckboutiquen auf. 2019 wurde den beiden klar, „dass wir gerne ein eigenes Schmucklabel hätten, um unsere Ideen und Designs zu verwirklichen, weil wir nie das gefunden haben, was wir wollten“. Der Name des Labels war schnell gefunden: „by emba“ – die Zusammensetzung der Anfangsbuchstaben der Vornamen Emine und Bahar. „Inzwischen können wir sagen, dass wir mit tollen Ateliers in der Türkei zusammenarbeiten und jedes Schmuckstück sorgfältig und individuell hergestellt wird.“ Für die Schorndorferinnen ist der Aspekt faire Produktion wichtig, weshalb sie keine Massenanfertigungen beziehen, sondern mit familiengeführten Ateliers arbeiten, die sie seit einigen Jahren kennen.

Für pompösen, auffälligen Schmuck steht das Label nicht: „Das ist nicht unser Stil. Wir verkaufen das, was wir selbst auch gerne tragen.“ Filigraner, aber besonderer Schmuck, der „lange zu tragen ist“, dafür stehe die Marke. Feine Kettchen und Armbänder mit kleinen Perlen, Ringe, Creolen und Piercings – all das ist im Laden zu entdecken. „Ear Cuffs sind besonders gefragt“, weiß Emine Bakir und zeigt auf einen kleinen Ring, den man sich ans Ohr klemmen kann. Sieht aus wie ein Piercing, „ist aber keins und tut auch nicht weh“. Das Zurückhaltende spiegelt sich derzeit noch im Pop-up-Store wider: Hell ist der Laden und nicht überfüllt. „Wir probieren uns da selbst noch ein bisschen aus. Wir präsentieren aus unserem Sortiment von Ohrringen, Armbändern und Ketten eine Auswahl. Je nachdem, wie das die Kunden annehmen, wie hoch die Nachfrage und das Feedback sind, werden wir sehen, wie wir es machen und was wir noch dazunehmen. Wir lassen das auf uns zukommen“, sagt Bahar Kocaaga.

Geschäft im „Sandwich-Format“ vermietet

Durch ihre Online-Shop-Kundschaft wissen sie, dass ihr Kundenstamm sich in einer Hauptaltersklasse zwischen 20 und 55 Jahren bewegt. „Spezialisiert“ hätten sie sich auf Schmuck für Frauen. „Aber“, so fügt die jüngere der beiden Schwestern ein, „einige unserer Ohrringe sind unisex, somit können auch Männer fündig werden.“ Und auszuschließen sei es in der Zukunft nicht, dass Männerschmuck in das Sortiment mit aufgenommen werden könnte.

Emine Bakir hebt noch eine Besonderheit hervor: „Im Gegensatz zu anderen Schmuckläden verkaufen wir die Ohrringe auch einzeln und nicht als Paar – weil wir selbst gerne an unseren Ohren nicht das Gleiche tragen, sondern es lieben, zu kombinieren.“ Jetzt sind die Schmuckliebhaberinnen gespannt, wie der Laden in Schorndorf ankommt. Der Pop-up-Store wurde im sogenannten Sandwich-Format für acht Wochen vermietet, erklärt Schedel abschließend. Sandwich ist eine der möglichen Anmietformate, und zwar das kürzere. In diesem Fall kann man eine Ladenfläche ab drei bis zwölf Wochen anmieten. Die Schwestern haben das Ladengeschäft für acht Wochen angemietet. Und was passiert, wenn die Zeit abgelaufen ist? Bahar Kocaaga und Emine Bakir lächeln sich an: „Wir werden nach vier bis sechs Wochen schon mal ein Fazit ziehen, wie es gelaufen ist, und bleiben mit Frau Schedel in Kontakt.“ Die Projektleiterin ergänzt: „Die Option auf Verlängerung besteht.“ Bei den Öffnungszeiten hat man sich vorerst auf folgende festgelegt: Mittwoch bis Freitag von 12 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr.

Überraschung am Eröffnungstag

Übrigens: Die ersten 20 Kundinnen – oder Kunden, die am kommenden Samstag im Laden Schmuck kaufen, bekommen eine „Goody Bag“ – eine gefüllte Jute-Überraschungstasche im Wert von etwa 150 Euro dazu geschenkt. Darin enthalten sind unter anderem Schmuck, ein Kaffeegutschein, Untersetzer, eine Kerze, eine Kosmetiktasche und kleine Notizblöcke.

Im leerstehenden Ladengeschäft in der Kirchgasse 16 hat sich in den vergangenen Tagen einiges getan (wir berichteten). „by emba – 925 Sterling Silver Jewelry" steht nun an der Glastür geschrieben. Bahar Kocaaga (30) und Emine Bakir (24) sind gerade noch dabei, einige Schmuckstücke auf dem Tisch ansprechend zu postieren. „Ja, wir sind schon sehr aufgeregt. Schließlich ist es unser erster Laden“, geben die beiden Schwestern zu. Die Jungunternehmerinnen haben 2019 ihr Schmucklabel „by emba“

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