Schorndorf

Langes Warten auf Prüftermine, genervte Schüler: Frust bei Schorndorfer Fahrschulen

Fahrschulen
Sie sind sauer auf den TÜV und das Landratsamt: Von links nach rechts Roland Waldmann, Thomas Schaal und Adem Akin. © ALEXANDRA PALMIZI

Prüfer sind nicht zu bekommen, Fahrschüler warten monatelang auf ihre Prüfungstermine vom TÜV. Der Führerschein wird teurer und das Image der Fahrschulen immer schlechter. Damit muss jetzt Schluss sein, fordern die Schorndorfer Fahrschul-Betreiber Thomas Schaal, Roland Waldmann und Adem Akin. Das Landratsamt müsse die Anträge für die Führerscheine rascher bearbeiten, der TÜV schneller und unkomplizierter Prüfungstermine anbieten. „Wir haben einen Stau von Leuten, die letztes Jahr mit dem Führerschein angefangen haben und jetzt noch nicht wissen, wann sie ihre Prüfung haben“, ärgert sich Thomas Schaal, Inhaber der Fahrschule Banane: „Nerven und Vertrauen gehen kaputt.“

Fahrschulen bekommen die Mails der verärgerten Eltern

Schon vor der Corona-Krise war der Mangel an Prüfungsterminen ein Problem, nachdem ein neues Online-System zur Anmeldung eingeführt worden war. Doch der Lockdown hat den Mangel noch verschärft, weshalb das Problem inzwischen ein Riesen-Ärgernis ist. Dazu kommt, dass die Prüfzeit von 45 auf 55 Minuten verlängert wurde, womit deutlich mehr Prüfer nötig wären, um den Ansturm der Fahrschüler zu bewältigen. Immer länger dauert es also, den Führerschein zu machen - und immer teurer werden die begehrten Teile. Doch nicht der TÜV oder das Landratsamt, bei dem sich die Anträge stauen, bekommen den Frust der Fahrschüler und deren Eltern ab, sondern die Fahrschulen selbst. „Wir sind die Ansprechpartner der Eltern“, klagt Roland Waldmann von der Fahrschule Ostertag. Bei den Fahrschulen gehen die Mails und Anrufe ein, in denen mit dem Anwalt gedroht werde, und die Fahrschulen müssten sich rechtfertigen.

"Ein nicht vermittelbares Chaos"

Von einem nicht vermittelbaren Chaos spricht Thomas Schaal angesichts von Fahrschülern, die seit Monaten auf einen Prüfungstermin warten. Leute wie die Schüler, die sich vergangenen Oktober in der Fahrschule Akin zum Motorradführerschein angemeldet haben und die Führerscheinprüfung immer noch nicht machen könnten. „Denen muss ich sagen“, klagt Akin, „es gibt keinen Platz beim TÜV.“

Urlaubssperre bei den Prüfern

Dass Prüftermine Mangelwaren sind, räumt man beim TÜV unumwunden ein. Dies sei eine Folge des Lockdowns, in dem die Fahrschulen monatelang nicht ausbilden konnten, sagt TÜV-Sprecher Vincenco Lucà. Weil die Prüfer staatlich anerkannte Sachverständige seien, die Fahrzeuge und Fahrprüfungen abnehmen dürfen, könnten sie nicht einfach auf dem Arbeitsmarkt akquiriert werden. Auch in anderen Bundesländern könnten die Ingenieure nicht abgeworben werden, da deren Benennung jeweils in einem Bundesland gelte. Um den Fahrschulen entgegenzukommen, würden aber Kollegen aus der Fahrzeugprüfung in die Fahrprüfung „umgeschichtet“. Außerdem gebe es derzeit eine Urlaubssperre.

Engpässe im Landratsamt

Ob das den Fahrschulen reichen wird? Zur Not mit dem TÜV kommen ja auch die Engpässe im Landratsamt, die unverhältnismäßig lange Bearbeitungszeiten nach sich ziehen. „Wir bedauern dies sehr“, so Landratsamtssprecherin Leonie Ries. Ursachen seien die pandemiebedingte Schließung der Führerscheinstelle und anschließend die eingeschränkte Öffnung mit Online-Terminvergabe, die die Prozesse stark verlangsamt hätten. Auch der vorgeschriebene Austausch von Führerscheinen verursache zusätzliche Arbeit. Zudem seien viele Mitarbeitende der Führerscheinstelle Mütter, die in den vergangenen Monaten die fehlende Kinderbetreuung bewältigen mussten. Ein Wechsel in der Amtsleitung sei noch dazugekommen. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Bearbeitungszeiten der Führerscheinanträge wieder zu verbessern, um so unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie den Fahrschulen einen zufriedenstellenden Service zu bieten“, versichert Leonie Ries. Zwischenzeitlich sei die Zahl der Mitarbeiter verstärkt worden. „Wir sind dabei, die Prozesse effizienter zu gestalten, um möglichst zeitnah wieder in einen für alle Seiten verbesserten Bearbeitungsmodus zu kommen.“ Neue Mitarbeitende müssten aber erst eingelernt werden, Umstellungen in den Prozessen verliefen nicht immer reibungslos. Die Mitarbeitenden versuchten aber, durch Überstunden die Rückstände abzubauen und den Beschwerden von Bürgern und Fahrschulen entgegenzuwirken.

Prüfer sind nicht zu bekommen, Fahrschüler warten monatelang auf ihre Prüfungstermine vom TÜV. Der Führerschein wird teurer und das Image der Fahrschulen immer schlechter. Damit muss jetzt Schluss sein, fordern die Schorndorfer Fahrschul-Betreiber Thomas Schaal, Roland Waldmann und Adem Akin. Das Landratsamt müsse die Anträge für die Führerscheine rascher bearbeiten, der TÜV schneller und unkomplizierter Prüfungstermine anbieten. „Wir haben einen Stau von Leuten, die letztes Jahr mit dem

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