Schorndorf

"Lebensglück": Neuer Laden für CBD- und Hanfprodukte in Schorndorf

CBD Laden
Johannes Arbinger ist überzeugt von der Heilkraft und anderen positiven Wirkungen von CBD-Produkten. © Gabriel Habermann

Zum Lebensglück gehört für Johannes Arbinger nicht viel: ein paar Fläschchen mit CBD-Öl, etwas Hanf-Kosmetik, -Süßwaren und Nahrungsergänzungsmittel, eine kleine Auswahl an Hanfnudeln, -mehl und -Tee. In der Kirchgasse 18, wo früher eine christliche Buchhandlung und zuletzt eine Design-Schneiderei zu finden war, hat der 59-Jährige einen Laden für Hanf- beziehungsweise Cannabisprodukte eröffnet. Hier gibt es alles, was aus Hanfpflanzen gemacht werden kann – außer Marihuana oder Haschisch. Und mehr als eine Vitrine, die Arbinger als Kernstück des Ladens bezeichnet, mehr als ein alter Holzschrank, ein Tisch und ein Sofa braucht's für die Präsentation der Produkte nicht.

Johannes Arbinger und seine Partnerin Bea Gadorosi, die immer samstags im Laden sein wird, sind überzeugt von der Heilkraft der Hanfpflanze und ihrer entkrampfenden, entzündungshemmenden, beruhigenden, angstlösenden und antipsychotischen Wirkung. Cannabidiol, kurz CBD, wird in der Schmerztherapie, aber auch bei Stress, Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen und bei Epilepsie eingesetzt und kann auch bei Multipler Sklerose helfen. Der THC-Gehalt, für die berauschende Wirkung der Hanfpflanze verantwortlich, liegt bei den Produkten, die es im „Lebensglück“ zu kaufen gibt, bei maximal 0,2 Prozent, hat keine psychoaktive Wirkung und fällt damit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Alles außer Marihuana und Haschisch: „Berauschen sollen sie sich woanders“

Dennoch werden CBD-Produkte, die es bei Johannes Arbinger zu kaufen gibt, oft in die Drogenecke gesteckt. Mancher Kunde hat tatsächlich auch schon nachgefragt, ob es hier was zu rauchen gibt. Die Lebensmittelbehörde des Landratsamts hat dem Laden in der Kirchgasse ebenfalls bereits einen Besuch abgestattet. Doch Johannes Arbinger, der vom Genuss von illegalen Substanzen ausdrücklich abrät, sagt: „Ich will das nicht bedienen. Berauschen sollen sie sich woanders.“ Und ob Marihuana oder Haschisch legalisiert werden, das spielt für ihn nur eine unterordnete Rolle: „Das ist gar nicht mein Thema.“ Er konzentriert sich auf CBD-Produkte, die das EU-Parlament im Dezember 2020 von der Roten Liste genommen hat. Damit wurden Hanfprodukte legalisiert und entkriminalisiert. „Ich kann alles mit Zertifikaten belegen, wir sind auf der legalen Seite.“

Der 59-Jährige hat – allerdings in einer rechtlichen Grauzone – schon vor Jahren Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht: Nach einem schweren Motorradunfall, der ihn 2006 fast in den Rollstuhl gebracht hätte, und schlechten Erfahrungen mit Cortison als Schmerzmittel hat ihm ein Bekannter das Cannabidiol-Öl – nicht zu verwechseln mit Hanföl – empfohlen. Im Ausland hat sich Arbinger, der nach dem Unfall nicht mehr in seinem Beruf als Tätowierer arbeiten konnte, das Öl besorgt: „Das hat geholfen, gewirkt und mich überzeugt.“ Auch Bea Gadorosi kann von guten Erfahrungen berichten. Nach einem Bandscheibenvorfall hat sie sich wegen der Schmerzen immer wieder CBD-Öl unter die Zunge getropft: „Es hat gewirkt.“ Beide sind schon lange überzeugt: „Eine Pflanze, die seit Jahrtausenden heilt, nährt und kleidet, darf nicht illegal sein.“

Teil der Geschäftsidee: Information und Beratung

Weil sie über die positiven Wirkungen des Cannabidiols informieren wollen, haben sie den CBD-Laden in der Schorndorfer Altstadt gegründet. Ein Online-Shop soll folgen, doch zur Geschäftsidee der beiden Göppinger gehört die direkte Beratung der Kunden. Die Öle stammen aus pestizidfreiem, ökologischen Anbau und haben ihren Preis: Die Zehn-Milliliter-Fläschchen kosten zwischen 64,90 Euro bei einem zehnprozentigen CBD-Gehalt und 149,90 Euro bei einem Anteil von 30 Prozent. Info-Abende mit Medizinern sind für die Zukunft geplant. Und: Johannes Arbinger hat den Traum, mit dem großzügigen Laden seine Existenz und seine Kunst zu verbinden: Darum stellt er in seinem Laden auch seine Bilder aus, zur Kunstnacht hat er sich bereits angemeldet und im Oktober öffnet er die Stellflächen für einen befreundeten Künstler.

Zum Lebensglück gehört für Johannes Arbinger nicht viel: ein paar Fläschchen mit CBD-Öl, etwas Hanf-Kosmetik, -Süßwaren und Nahrungsergänzungsmittel, eine kleine Auswahl an Hanfnudeln, -mehl und -Tee. In der Kirchgasse 18, wo früher eine christliche Buchhandlung und zuletzt eine Design-Schneiderei zu finden war, hat der 59-Jährige einen Laden für Hanf- beziehungsweise Cannabisprodukte eröffnet. Hier gibt es alles, was aus Hanfpflanzen gemacht werden kann – außer Marihuana oder Haschisch. Und

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