Schorndorf

Lecker und gesund Kochen für Kinder

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Der letzte Schliff: Die Kinder dekorieren die Hauptspeise mit Frühlingszwiebeln, Parmesan und Schnittlauchblüten. © Büttner / ZVW
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Referentin Heide Hundt-Dekelver hatte für die Teilnehmer allerlei frische Kräuter mitgebracht. © Benjamin Büttner
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Die Möhrensuppe kommt besonders gut an. © Benjamin Büttner
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Macht auch optisch etwas her: Der Nachtisch. © Benjamin Büttner

Schorndorf. Besonders Eltern stehen oft unter Zeitdruck. Da können schon einmal Fertiggerichte statt frischen Gemüses auf den Tisch kommen. Bei einem Eltern-Kind-Kochkurs im Familienzentrum sollen Eltern und ihre Kinder lernen, wieder bewusster zu kochen und auch einmal ungewöhnlichere Zutaten zu verwenden. Saisonale Produkte aus der Region, viele frische Kräuter und alles selbst gekocht – das muss gar nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Ist es Minze? Oder doch Zitronenmelisse? Die Eltern beraten sich mit ihren Kindern, während die frischen Kräuter um den Tisch gehen. Jeder darf einmal riechen an den Pflanzen, die Referentin Heide Hundt-Dekelver aus dem eigenen Garten mitgebracht hat. „Alles bio“, meint sie.

Das Kraut stellt sich als Pfefferminze heraus, die nächsten Kräuter machen schon die Runde. Einige der geläufigsten Kräuter kennen die Kinder schon, aber bei den mediterranen werden dann sogar die Erwachsenen teilweise stutzig.

„Die frühlingsfrische Gemüse- und Kräuterküche entdecken“ ist das Motto der Eltern-Kind-Veranstaltung an diesem Tag. Familien sollen dabei lernen, saisonal und regional zu kochen. Gleichzeitig wird den Kindern ein bewusster Umgang mit Essen und frischen Zutaten beigebracht. Besonders Familien, die sonst eher selten frisch kochen, soll der Kurs ansprechen. Aber auch solche, die gerne kochen, können profitieren.

Beim Essen in der Gruppe probieren die Kinder auch mal neue Zutaten

Bei der Frage, ob Rhabarber in den Nachtisch kann oder ob die Kinder die Süßspeise dann nicht mehr essen, meint eine Mutter zum Beispiel: „Deshalb sind wir ja auch hier. Vielleicht probieren sie es dann wenigstens einmal.“ Beim gemeinsamen Essen in der Gruppe wird öfters Neues ausprobiert, weiß auch Heide Hundt-Dekelver. Auch mit kleinen Tricks kriegt man die Kinder dazu, ihre Vitamine zu essen. Der Kohlrabi, der bei den Kleinen nicht immer beliebt ist, wird kleingeraspelt: „Vielleicht bemerken sie ihn dann gar nicht“, hofft die Referentin.

Und tatsächlich, der Plan geht auf: Beim gemeinsamen Essen ein paar Stunden später beschwert sich kein einziges der Kinder über die Zutaten. Im Gegenteil: Eltern und Kinder loben das Essen gleichermaßen. Nur das Deko-Gänseblümchen will eines der Mädchen nicht essen. Die anderen sind etwas probierfreudiger und stellen fest: Die Gänseblümchen schmecken gut.

Auf der Speisekarte stehen heute Möhrensuppe, Frühlingssalat, Kräuter-Schmand-Schnecken, Gemüsepasta und Erdbeer-Rhabarber-Traum. Die Veranstaltung wird vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im Rahmen der Reihe „Fit im Alltag“ gefördert, weshalb die Teilnehmer für fast umsonst kochen können. Während die Kinder zusammen die Kräuter-Schmand-Schnecken vorbereiten, machen die Erwachsenen sich in Zweierpaaren an die restlichen Gänge.

Das Menü ist gut ausgewählt: Die Gerichte sind einfach genug, um sie zu Hause nachzukochen, haben aber immer ein gewisses Extra, auf das Eltern in der alltäglichen Zubereitung nicht unbedingt so schnell gekommen wären. Die Möhrensuppe zum Beispiel ist wunderbar sämig und cremig, aber die Süße der Karotten wird mit einem Schuss Orangensaft fruchtig abgeschmeckt – als Deko kommt noch ein Gänseblümchen auf die Suppe, so dass aus einem alltäglichen Gericht etwas Besonderes wird.

Salat mit Himbeeren und Löwenzahnblättern als Beilage

Der Frühlingssalat ist in wenigen Minuten fertig. Eine Ausrede, das Grünzeug beim nächsten Essen aufgrund von Zeitmangel wegzulassen, gibt es also nicht mehr. Trotzdem hat auch er den gewissen Pfiff: Schon im Dressing ist ein Spritzer Himbeersirup, im Salat die Frucht selbst. Das satte Rot der Himbeeren macht die Beilage auf dem Tisch zum Hingucker. Als kleines Extra sind auch noch ein paar Löwenzahnblätter im Salat – nur die zarten, die im Schatten wachsen, damit der Salat nicht zu bitter wird.

Bei der Gemüsepasta können die Köche nicht viel falsch machen. Um Nudeln mit Zutaten wie vielen frischen Kräutern, Gemüse, Sahnesoße und geriebenem Parmesan ungenießbar zu machen, müsste jemand schon eine selten dagewesene Talentfreiheit besitzen. Das ist bei den Teilnehmern zum Glück nicht der Fall. Lediglich etwas trocken ist die Hauptspeise; das liegt aber daran, dass sie einfach schneller fertig war als die anderen Gerichte und die Nudeln die Soße gezogen haben, während sie auf ihren großen Auftritt warten mussten. Auch etwas würziger könnte sie sein – im ursprünglichen Rezept waren Cayenne-Pfeffer und Chili vorgesehen, aber für das kindgerechte Essen musste an diesem Tag milder gewürzt werden.

Der Erdbeer-Rhabarber-Traum eignet sich gut, um Besucher zu beeindrucken: In kleinen Glasschälchen sind Keksbrösel, Früchte und Creme aufeinander aufgeschichtet. Das macht natürlich auch optisch etwas her. Trotz des für die Kinder ungewöhnlichen Rhabarbers ist auch der Nachtisch schnell verputzt.

Bleiben nur noch die Kräuter-Schmand-Schnecken der Kinder. Ofenwarm schmecken sie zwar besser, aber nach dem mehrgängigen Menü packen die Eltern sie lieber für die zukünftigen Köche und Köchinnen ein. Zu Hause haben sie sicher auch später noch geschmeckt.


Info:

  • Das Eltern-Kind-Kochen geht in die Sommerpause, ist aber ab Herbst mit neuen Terminen zurück. Auf www.familienzentrum-schorndorf.de findet sich immer das aktuelle Programm des Familienzentrums.

Weitere Termine:

  • Am Montag, 14. Mai, findet im Familienzentrum ein Kochkurs für Männer 60+ statt. Männer mit und ohne Kocherfahrung sind hier von 15 bis 18 Uhr zum gemeinsamen Kochen eingeladen. Der Preis beträgt 15 Euro – zuzüglich Lebensmittelkosten. Der Anmeldeschluss ist am Freitag, 11. Mai, um 10 Uhr. Kontakt und Anmeldung über ) 0 71 81/88 77 00 und familienzentrum@schorndorf.de.
  • Jeden Dienstag findet ab 12.30 Uhr unter dem Motto „Jung und Alt an einem Tisch“ ein Mittagstisch statt. Menschen, die keine Lust haben, nur für sich selbst zu kochen, und sich gerne mit anderen austauschen, können einfach vorbeikommen. Die Kosten belaufen sich auf 4,80 Euro. Der Kontakt mit dem Begegnungscafé ist über ) 0 71 81/88 77 19 möglich.