Schorndorf

Lehenbachschule als Bewegungsschule zertifiziert

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Immer in Bewegung: Viertklässler und die Tacho-Kinder der Winterbacher Lehenbachschule. © Palmizi/ZVW

Winterbach. Drei Stunden Sport pro Woche, eine sportliche Pause zwischen den Unterrichtsstunden und ein Lied, mit dem die Schüler klatschend den Unterricht einläuten: An der Lehenbachschule werden Bewegung und Sport groß geschrieben. Das hat sie sich nun mit einem Zertifikat bestätigen lassen.

Im Kreis haben sich die Schüler der 3 a auf der Bühne aufgestellt. In der Lehenbachhalle wollen sie ihren Mitschülern zeigen, wie sie den Unterricht allmorgendlich beginnen. Beschwingt singen sie ein Lied, klatschen sich dabei über Kreuz mit den Händen ab und bewegen sich von Mitschüler zu Mitschülerin. Das Ritual soll das Wir-Gefühl der Kinder stärken und sie zugleich psychomotorisch schulen. Sich den Liedtext zu merken und gleichzeitig mit Händen und Füßen Bewegungen zu machen – das ist durchaus herausfordernd.

Nicht immer gelingt es den Mädchen und Jungen dabei, im Takt zu bleiben. Gleichwohl würden sie auf das tägliche Ritual unbedingt bestehen, wie Rektorin Christine Walter-Krause berichtet: „Die sind ganz scharf drauf, das zu machen“.

Diktate werden an der Schule auch mal im Laufen durchgeführt

Dem Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung komme an ihrer Schule ganz grundsätzlich eine entscheidende Rolle zu. Denn, das sei wissenschaftlich erwiesen, Bewegung fördert Konzentration und Lernfähigkeit. Deshalb gebe es am Grundschulbereich ihrer Schule auch drei Stunden Sport pro Woche, unterrichtet ausschließlich von studierten Sportlehrern. Darum sei an jedem Schultag in einer speziellen Bewegungspause Zeit, in der die Kinder Spielgeräte und den Fußballplatz nutzen oder sich auf dem Pausenhof austoben können.

Aus diesem Grund werde an der Lehenbachschule auch das Prinzip „Bewegtes Lernen“ praktiziert, etwa durch Diktate, die im Laufen durchgeführt werden. „So kommt Bewegung in den Unterricht.“ Und deshalb werde das Ablegen von Sportabzeichen ebenso aktiv gefördert wie Wettbewerbe und Sporttage. Unnötig zu erwähnen, dass es auch eine Kooperation mit dem VfL gibt. Sport und Bewegung werden an der Schule eben groß geschrieben.

Weshalb also nicht beim Land Baden-Württemberg um ein Zertifikat als „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ bewerben? „Wir machen es ja sowieso“, sagt Walter-Krause.

„Tanzalarm“

Die Tacho-Kinder (die Tanz- und Chor-AG) der Schule zeigen dies dann auch eindrucksvoll bei ihrem „Tanzalarm“. In einem Lied über die Vokale singen sie tanzend und klatschend „A, e, i, o, u – du gehörst doch mit dazu“. Was nicht nur gute Laune verbreitet, sondern auch die Lust am Singen und an der Bewegung weckt.

Das Zertifikat wird der Lehenbachschule dann im Namen von Artur Stang vom Schulamt Backnang überreicht – wenn auch nur symbolisch, denn das papierne Dokument ist noch nicht gedruckt und muss noch nachgereicht werden. „Bewegung ist etwas Positives, macht Spaß und ist auch gut fürs Lernen“, sagt der Schulrat. Sich ergänzen, absprechen, eine Mannschaft sein – all das würden die Kinder durch den gemeinsamen Sport erfahren.

Aber auch das Üben, Probieren und Dranbleiben, wenn es einmal Tiefschläge gebe. Und nicht zuletzt die Erkenntnis, „dass die guten Einzelspieler nichts sind, wenn die Mannschaft nicht funktioniert“. Mit dem Zertifikat werde nun vor allem ausgezeichnet, dass dies an der Schule nicht nur einmalig passiere, sondern tatsächlich gelebt werde. Damit verbunden ist nicht nur ein Stück Anerkennung. Das Zertifikat soll auch aktiv bei der Bewegungsförderung unterstützen.

400 Euro gibt die Krankenkasse für Bewegungsspiele

Im Namen der AOK überreicht Brigitte Würfel der Schule einen Scheck in Höhe von 400 Euro. Geld, das in Bewegungsspiele fließen soll: Stelzen, Seile oder Federballschläger etwa, mit denen sich die Jungen und Mädchen während der Bewegungspause beschäftigen können. Als Krankenkasse, so Würfel, habe die AOK schließlich ein Interesse, dass die Menschen möglichst gesund bleiben. Und da sei Bewegung nun mal so das Beste – „außerdem hilft es beim Lernen“, sagt auch Würfel.

Dass so etwas auch durchaus schön anzusehen ist, demonstrieren zum Abschluss die Viertklässler der Schule. Auf Turnmatten machen sie Purzelbäume und Handstände, schlagen Räder und heben sich gegenseitig auf durchaus akrobatisch waghalsige Weise in die Luft. Und weil Bewegung noch mehr Spaß macht, wenn sich alle daran beteiligen, bringen sie schließlich die ganze Lehenbachhalle bei einem Mitmachlied zum Hüpfen, Tanzen und Springen.

Eine schweißtreibende Angelegenheit an so einem heißen Sommertag, die Schüler und Erwachsene doch zugleich beschwingt in den Tag entlässt. Mit Bewegung lernt sich’s eben nicht nur besser. Es hebt auch die Laune ungemein.

Nächster Schritt

Nachdem der Grundschulbereich nun erfolgreich zertifiziert wurde, strebt die Lehenbachschule, die zugleich eine Gemeinschaftsschule ist, dies für das kommende Schuljahr auch für den Sekundarbereich an.