Schorndorf

Leukämie: Ehemaliger Karate-Sportler aus Schorndorf sucht Knochenmarkspender

Leukaemie
Aufklärungskampagnen über Knochenmarkspenden gibt es wegen Covid gerade keine. © Gaby Schneider

Die Corona-Pandemie ist derzeit das alles beherrschende Thema. Klaus-Dieter Schira hat andere Sorgen. Als er beim Laufen nicht richtig Luft bekam und an den Beinen plötzlich unklare blaue Flecken feststellte, suchte er seinen Hausarzt auf. Der schickte ihn nach einer Blutunteruntersuchung und einer Ultraschall-Untersuchung sofort ins Krankenhaus. Wenig später wurde dort eine akute Leukämie festgestellt. Klaus-Dieter Schiras einzige Hoffnung, um die Krankheit zu besiegen, ist nun eine Knochenmarkspende. Wie aber funktioniert eine solchen Spende in Zeiten von Corona?

Trotz Covid registrieren lassen

Als der Arzt die bittere Diagnose aussprach, brach seine Frau in Tränen aus. Das, sagt er im Nachhinein, habe ihm in diesem Moment am meisten leidgetan. Inzwischen ist er seit fünf Wochen im Krankenhaus, und er weiß, dass ihm bei seiner aggressiven Form der Leukämie nur eine Kochenmarkspende helfen kann. „Man kann das heilen, aber ich brauche einen Spender.“ Die Registrierung sei auch in Zeiten der Covid-Pandemie einfach und gefahrlos. „Mund auf und Stäbchen rein und abschicken an die DKMS.“ Auch die Deutsche Knochenmarkspenderdatei erinnert auf ihrer Homepage (www.dkms.de) daran, dass Blutkrebspatienten auf der ganzen Welt weiterhin auf Hilfe angewiesen sind. Für viele Betroffene sei eine Stammzellspende die einzige Chance auf Heilung. Auch während der Pandemie könnten sich gesunde Menschen zwischen 17 und 55 Jahren unkompliziert registrieren lassen. Ein Registrierungsset kann online bestellt werden und wird nach Hause geliefert. „Mit drei medizinischen Wattestäbchen kann jeder Neuspender den Wangenschleimhautabstrich eigenständig durchführen und das Set per Post an das DKMS-Labor in Dresden senden“, so die DKMS weiter. Dort würden die Merkmale des Spenders analysiert. Diese seien dafür ausschlaggebend, ob ein Spender zu einem Patienten passt.

Die Registrierung tut nicht weh

Nicht einen passenden Spender, sondern gleich mehrere gibt es offenbar für Klaus-Dieter Schiras Bett-Nachbar im Krankenhaus. Und damit große Hoffnung. „Für ihn haben sie drei Spender gefunden“, erzählt Schira, der sich sehr für seinen Nachbarn gefreut habe. „Man hofft, dass sie auch für einen selbst einen finden.“ Möglichst viele Menschen sollten sich deshalb registrieren lassen. „Das tut nicht weh“, versichert er. „Es ist nicht mal so schlimm wie ein Corona-Test.“ Unterstützt wird Klaus-Dieter Schira bei seiner Suche nach einem Spender von seinem Freund, dem Schorndorfer Kaufmann Udo Goller. Der hatte sich mit der Bitte um einen Spendenaufruf für seinen Freund an die Zeitung gewandt. Die beiden Männer kennen sich seit Jahrzehnten, beide waren lange Jahre als Karate-Sportler in Schorndorf aktiv. 1980 hatte Schira in Schorndorf eine Karateschule gegründet, zwei Jahre später habe er sogar einen Meistertitel im Karate errungen.

Seit Jahren fast blind

Doch was es bedeutet, krank zu sein, weiß der Karate-Sportler schon lange. Seit neun Jahren ist er aufgrund einer Makuladegeneration fast blind. Auf einem Auge sieht er noch zehn Prozent, auf dem anderen noch zwölf Prozent. Karate habe er trotzdem noch unterrichten können, erzählt er. Und dass er nie einen seiner Schüler unbeabsichtigt getroffen habe. Wie geht es ihm heute? „Es geht ganz gut“, sagt er. Ein Optimist ist er trotz aller Widrigkeiten im Leben bis heute geblieben.