Schorndorf

Libanon: Zwei Busse für den Schülertransport

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Die beiden Oberbürgermeister Matthias Klopfer (links) und Richard Arnold (rechts vom roten Fahrzeug mit seiner für internationale Politik zuständigen Mitarbeiterin Katharina Aubele und der Schwäbisch Gmünder Stadträtin Dr. Birgit Stahl) und der Schorndorfer Stadtwerke-Chef Andreas Seufer (Bildmitte im hellen Hemd) bei der Übergabe der beiden für den Schülertransport bestimmten und von den beiden Remstal-Kommunen finanzierten und bei einem Gebrauchtwagenhändler im Libanon erworbenen Kleinbusse. © Klopfer
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Berichteten von der beeindruckenden Reise in den Libanon: Katharina Aubele, Dr. Birgit Stahl, Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Stadtwerke-Chef Andreas Seufer (von links). © Ralph Steinemann Pressefoto
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Die Kinder im Flüchtlingscamp freuen sich über die von den deutschen Besuchern mitgebrachten Malbücher – und die beiden Oberbürgermeister Klopfer und Arnold freut sich mit ihnen. Aber natürlich sind auch Fußbälle bei den Kindern im Flüchtlingscamp, das rund 150 Kilometer und damit mehrere Autostunden von Beirut entfernt liegt, gut angekommen. © Klopfer
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Zerstörung und Prachtbauten: Beirut ist eine Hauptstadt der Gegensätze. © Klopfer
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Berichteten von der beeindruckenden Reise in den Libanon: Katharina Aubele, Dr. Birgit Stahl, Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Stadtwerke-Chef Andreas Seufer (von links).
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Libanon liegt zwischen Syrien und Israel
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Die Kinder im Flüchtlingscamp freuen sich über die von den deutschen Besuchern mitgebrachten Malbücher – und die beiden Oberbürgermeister Klopfer und Arnold freut sich mit ihnen. Aber natürlich sind auch Fußbälle bei den Kindern im Flüchtlingscamp, das rund 150 Kilometer und damit mehrere Autostunden von Beirut entfernt liegt, gut angekommen.
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Zerstörung und Prachtbauten: Beirut ist eine Hauptstadt der Gegensätze.

Schorndorf/Schwäbisch Gmünd. Nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, gleichzeitig aber auch ein Funken Hoffnung: So bewertet Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Anschaffung von zwei Kleinbussen für den Schülertransport syrischer Flüchtlingskinder im Libanon. Gemeinsam haben die beiden Städte Schorndorf und Schwäbisch Gmünd diese gespendet. Eine einmalige Aktion soll dieses Projekt aber nicht bleiben.

Tief beeindruckt sind die beiden Oberbürgermeister Klopfer, Schorndorf, und Richard Arnold, Schwäbisch Gmünd, der Schorndorfer Stadtwerke-Chef Andreas Seufer, Arnolds für internationale Politik zuständige Mitarbeiterin Katharina Aubele und die Gmünder Stadträtin Dr. Birgit Stahl von ihrer knapp viertägigen Reise in den Libanon zurückgekehrt. Beeindruckt einerseits, was das selber sehr kriegsgebeutelte Land im Mittleren Osten mit seinen nur rund vier Millionen Einwohnern bei der Aufnahme von Flüchtlingen leistet, die dort als „displaced persons“, also als Menschen, die nicht im Land beheimatet sind, bezeichnet werden.

Fragil, aber beeindruckend integrativ

Beeindruckt auch, wie es dieses auf der einen Seite an Syrien und auf der anderen an Israel angrenzende und politisch ausgesprochen fragile Land schafft, dass so viele religiöse Strömungen gut zusammen- und nicht nur nebeneinander her leben. In der Regierung der nationalen Einheit dieses ursprünglich vom Christentum geprägten Landes beteiligen sich alle bedeutenden politischen Kräfte.  Christen und Muslime sind mit jeweils 15 Ministern vertreten.

Beeindruckt im Sinne von geschockt aber auch, mit welchen infrastrukturellen Problemen dieses Land, in dem Luxus auf der einen und Armut und Not auf der anderen Seite teilweise auch räumlich ganz nah beieinander liegen, zu kämpfen hat.

„Ständig ist das Licht ausgegangen“, erzählte Oberbürgermeister Matthias Klopfer beim Pressegespräch und berichtete von großen Problemen auch bei der Müllentsorgung und bei der Verkehrsinfrastruktur. Letztere im Übrigen auch ein Grund dafür, weshalb sich die beiden Oberbürgermeister vor Ort ganz spontan entschieden haben, statt eines großen Schulbusses lieber zwei kleinere Busse zu kaufen.

15 000 Flüchtlinge in Schorndorf – „da wäre was los“

„Neben der Kommunalpolitik gibt es auch noch andere Dinge, die wichtig sind“, begründete Klopfer – sein Kollege Arnold hatte unmittelbar nach der Rückkehr aus dem Libanon seinen Urlaub angetreten –, wie es zu dem am Rande einer Städtetagssitzung in Mannheim vereinbarten interkommunalen Projekt gekommen ist.

Angestoßen nicht zuletzt vom Sonderbotschafter für den Mittleren Osten, dem ehemaligen Sindelfinger Oberbürgermeister Dr. Joachim Rücker, und inspiriert durch die Tatsache, dass die Bundesrepublik 2016 mit 400 Millionen Euro zweitgrößter Geldgeber für die Flüchtlingsarbeit im Libanon war, wo mittlerweile 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge leben.

Das wäre, verdeutlichte der Oberbürgermeister, in etwa so, wie wenn Schorndorf 15 000 Flüchtlinge aufnehmen müsste – „da wäre was los“. Wobei es, um der Wahrheit die Ehre zu geben, im Libanon, wo es mittlerweile insgesamt rund 1400 meist außerhalb der Städte und Dörfer aufgebaute Flüchtlingslager gibt, nicht in erster Linie um Integration geht, sondern darum, den aus den benachbarten Kriegsgebieten ins Land gekommenen Menschen so lange eine Bleibe zu geben, bis sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

Sie bieten den ehemaligen Besatzern eine Zuflucht

Möglicherweise, so die Vermutung der Gmünder Stadträtin Dr. Birgit Stahl („Das wird noch lange dauern, bis ich alles verarbeitet habe, was ich dort gesehen und erlebt habe“), habe die libanesische Duldsamkeit und Leidensfähigkeit im Umgang mit Flüchtlingen nicht zuletzt damit zu tun, dass der Libanon selber permanent mit Krieg oder zumindest mit der Gefahr eines Krieges konfrontiert sei. Wobei mit Blick auf die syrischen Flüchtlinge erschwerend hinzukommt, dass Syrien über Jahrzehnte hinweg Besatzungsmacht im Libanon war.

Alle Flüchtlingskinder besuchen Bildungseinrichtungen

„Kinder dürfen nicht die Verlierer des Krieges in Syrien sein“, erklärte Matthias Klopfer, warum sich Schwäbisch Gmünd und Schorndorf, wo sich die Stadt und die Stadtwerke die Kosten in Höhe von 10 000 Euro geteilt haben, für die Anschaffung einer Transportmöglichkeit für Schulkinder entschieden haben. Immerhin, so der Schorndorfer Oberbürgermeister, besuchen im Libanon insgesamt genauso viele Flüchtlingskinder Bildungseinrichtungen, wie libanesische Kinder in die Schule gehen – die einen nachmittags und die anderen vormittags, wobei bei den „displaced persons“ ausdrücklich nicht von Schulen gesprochen wird.

25 bis 30 Kilometer, schätzt Birgit Stahl, werden die beiden von den beiden Remstal-Kommunen finanzierten Busse jeden Tag einfach zurücklegen müssen, damit die Flüchtlingskinder aus dem Camp zum Unterricht kommen – einem Unterricht, in dem Kunst und Sprache ebenso wichtig sind wie Bewegung und ein vernünftiges Essen. Wie Klopfer überhaupt festgestellt hat, dass die Sozialstrukturen auch in den Flüchtlingscamps noch vergleichsweise gut funktionieren, nicht zuletzt dank sehr engagierter Frauen.

Wie’s weitergeht? Erst einmal die vielen Eindrücke verarbeiten

Wie’s weitergeht mit dem (inter)kommunalen Engagement in dieser oder in einer anderen Krisenregion, darüber sind sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer und sein Schwäbisch Gmünder Kollege Richard Arnold noch nicht im Klaren. Dazu, so Klopfer, müssten die vielen Gespräche, die im Libanon mit Vertretern verschiedener politischer Ebenen geführt worden sind, und die vielen Eindrücke erst einmal verarbeitet werden – nicht zuletzt auch im Austausch mit dem Gemeinderat.

Ein reiches Betätigungsfeld könnte der Libanon natürlich für ein auf die Verbesserung der lokalen Daseinsvorsorge spezialisiertes Unternehmen wie die Stadtwerke sein – im Kleinen natürlich. Aber auch Stadtwerke-Chef Andreas Seufer fragt sich angesichts der fehlenden Stabilität des Landes und wenig verlässlicher Verwaltungsstrukturen, wie nachhaltig solche Investitionen sein könnten. Wie Klopfer tendiert auch er dazu, auch in Zukunft konkrete Hilfe durch Projekte zu leisten, die den Menschen und in diesem Fall speziell den aus ihrer Heimat geflohenen Menschen unmittelbar zugutekommen.

Grundsätzlich aber ist der Oberbürgermeister davon überzeugt, dass es eine kommunale Verantwortung gibt, die international über die Pflege von gewachsenen Städtepartnerschaften hinausreicht. Und außerdem sieht er in einem solchen Engagement einen Ansatz für interkommunale Zusammenarbeit im Remstal, die weit über die Gartenschau hinausreicht.