Schorndorf

Linksabbiegespur an Problemkreuzung bleibt gesperrt

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Wer von der Nordstadt kommt, muss weiterfahren und einen U-Turn über den Augustenkreisel machen. © ZVW/Alexandra Palmizi (Archiv)

Schorndorf. Immer wieder die gleiche Diskussion im Verkehrsbeirat über den Einmündungsbereich Nicolaus-Otto-/Benzstraße: Ampellösung oder Kreisel, Leitschwellen oder nicht? Zwischenzeitlich zum Unfallschwerpunkt mutiert, hat Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich auf Druck der Polizei die Linksabbiegespur auf der Benzstraße sperren lassen. Das soll so bleiben – statt der mobilen Leitschwellen wird es aber eine dauerhafte Markierung geben.

Seit mehreren Jahren schon beschäftigt sich die Stadt und damit auch der Verkehrsbeirat mit der Kreuzung, an der es 2013 zu acht Verkehrsunfällen, 2017 zu 17 und 2018 bis Anfang März zu drei Unfällen kam. Seit ziemlich genau einem Jahr ist die Linksabbiegespur Richtung Nicolaus-Otto-Straße auf Druck der Polizei gesperrt – „seither hat sich’s beruhigt“, konstatierte Adrian Holl, Sachgebietsleiter Verkehrsangelegenheiten, in der jüngsten Sitzung des Verkehrsbeirats. Vergangenes Jahr gab es an der sogenannten „Massenunfallhäufungsstelle“ nur einen kleineren Auffahrunfall – „und 2019 noch nichts“. Für die Stadtverwaltung ist die Sache klar: Die Maßnahme greift und soll – bis die Entscheidung Ampel- oder Kreisellösung gefallen ist – bestehen bleiben. Weil die mobilen Leitschwellen nach Auskunft von Herbert Schuck, zuständiger Fachbereichsleiter Infrastruktur, aber mit „hohen Unterhaltungskosten“ verbunden sind, soll eine Dauermarkierung die geänderte Verkehrsführung verdeutlichen.

U-Turn über Augustenkreisel für CDU-Stadtrat Härer „dackelhaft“

Dass also Verkehrsteilnehmer, die aus der Nordstadt kommen und über die Nicolaus-Otto-Straße auf die Heinkelstraße fahren wollen, auch weiterhin den Umweg über den Augustenkreisel nehmen müssen, für CDU-Stadtrat Matthias Härer, der in Vertretung seines Fraktionskollegen Ingo Sombrutzki im Verkehrsbeirat saß, eine suboptimale Lösung: „Der U-Turn ist genauso dackelhaft wie der an der Wilhelma.“ Er wünscht sich an dieser Stelle eine Ampellösung mit Linksabbiegespur. Genau das, merkte Schuck in der Sitzung an, habe der Gemeinderat aber mehrheitlich abgelehnt. Und tatsächlich findet Schuck die Situation auch gar nicht so tragisch: Jeder Schorndorfer mache das genau einmal, dann fahre er anders. „Der U-Turn trifft nur die Auswärtigen.“

Für Ex-Stadtrat Konrad Hofer, mittlerweile für den ADAC im Verkehrsbeirat, gibt es indes nur eine Lösung: Alles zurück auf Anfang und schauen, was passiert. Gegen eines ist er aber ganz bestimmt: gegen eine Ampel zwischen Augusten- und Schlachthofkreisel. Dr. Heinz-Jürgen Kopmann plädierte in der Diskussion als Vertreter des Seniorenforums für den Blick in die Zukunft: Werden mit dem neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), mit dessen Umbauplanung die Stadt im Jahr 2020 beginnen  will, die  Rosen- und  die  Karlstraße ent-, die Grafen- und die Heinkelstraße belastet, sieht er im Kreisverkehr die Lösung: „Ich plädiere für den großen Wurf.“

Hemmerich: Sperre kann nur Zwischenlösung sein

Auch für Ersten Bürgermeister Edgar Hemmerich, noch immer kommissarischer Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, kann die Sperrung der Linksabbiegespur nur eine Zwischenlösung sein. Die Diskussion ist für ihn aber eigentlich abgeschlossen: Ein Kreisverkehr wird mit 400 000 Euro veranschlagt, eine Ampel, die vor vielen Jahren stillgelegt wurde und an dieser Stelle nur reaktiviert werden müsste und laut einem von der Stadt beauftragten Verkehrsgutachter durchaus möglich wäre, lediglich 40 000 Euro.

Doch so weit ist’s noch lange nicht: Jetzt wird – entweder noch vor Beginn der Gartenschau oder währenddessen – zunächst mal das Linksabbiegeverbot – dauerhaft markiert.