Schorndorf

Marktbrunnen wird zu Ostern geschmückt

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Die Schorndorfer „Osterbrunnen-Chefin“ Marianne Mayer (Fünfte von links) beobachtet, ob die Herren der Schöpfung alles richtig machen © Ramona Adolf
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Gestartet wird bei der Osterbrunnen-Aktion mit dem Binden der Girlanden bei Marianne Mayer in der Hofstraße. © Gaby Schneider

Schorndorf. Alle Jahre wieder, ist man geneigt zu sagen. Alle Jahre wieder seit 1996 verwandeln die Schorndorfer Landfrauen den Marktbrunnen in ein österliches Schmuckstück. Das war auch am Freitag so. Und als alles fertig war, meinte die „Osterbrunnen-Chefin“ Marianne Mayer: „Nach dem Brunnen ist vor dem Brunnen.“

Video: Wir waren mit der 360 Grad Kamera dabei.

Will heißen, dass die Frau, die von der ersten Stunde an mit dabei ist und beim Schmücken des Marktbrunnens das Sagen hat, sich bereits jetzt Gedanken macht, wie der Osterbrunnen im kommenden Jahr aussehen könnte. Sie formuliert’s so: „Jetzt sieht man, was man 2018 anders machen könnte.“ Denn: Kein Osterbrunnen der Landfrauen sieht gleich aus.

Viel mehr Buchs als im letzten Jahr

Das freilich erkennen die Wenigsten, die sich jedes Jahr an diesem wahren Kunstwerk erfreuen. Beim genaueren Hinsehen ist aber heuer zu bemerken, dass die Eierstränge nicht um die großen Girlanden gewunden, sondern an ihnen entlang angebracht sind. Und außerdem ist am Marktbrunnen wieder viel mehr Buchs zu sehen als im letzten Jahr. Da war er rar, weil ihm der Buchsbaumzünsler fast den Garaus gemacht hat. Die Landfrauen mussten auf Thuja ausweichen, obwohl sie viel lieber mit Buchs arbeiten. Fündig geworden ist Marianne Mayer auf dem Schornbacher Friedhof, wo sie am Montag drei Stunden lang Buchs geschnitten hat. Ihre Tochter, die in Winnenden lebt, hat dort auch Buchs aufgetrieben und ihn für den Schorndorfer Osterbrunnen zur Verfügung gestellt.

Das Grün wird von Schorndorf-Centro bezahlt

57 Meter Girlanden haben die Landfrauen bereits am Mittwoch bei Marianne Mayer in der Schorndorfer Hofstraße gebunden. Das Grün der vier großen Bögen, die den Marktbrunnen zieren, stammt von der Gärtnerei Schumacher, die auch für die Blumenbeete am Marktbrunnen verantwortlich zeichnet und von Schorndorf-Centro bezahlt wird.

Sechs Männer sind auch dabei – und eher fürs Grobe verantwortlich

Das Schmücken des Marktbrunnens läuft fast schon generalstabsmäßig ab. Um 9 Uhr rücken die Landfrauen an, nach und nach werden es um die 20. Plus – nicht zu vergessen! – sechs Männer, die fürs eher Grobe verantwortlich zeichnen. Sprich, sie befestigen und verankern die großen Bögen (das Gestell hat vor Jahren der Schorndorfer Bauhof angefertigt) an der Säule des Marktbrunnens und am Abdeckgitter.

„So isch’s richtig, schön stramm.“

Diese Bögen freilich müssen zuvor mit Eiersträngen bestückt werden. Das hat nach einem genauen Plan abzulaufen. Marianne Mayer gibt Order: „Wieder oben anfangen.“ Sie beantwortet Fragen („Was machen wir?“), wenn die Eierstränge zu lang sind: „Die lassen wir unten rausgucken.“ Sie lobt: „So isch’s richtig, schön stramm.“

Der erste Bogen ist nach einer Viertelstunde fertig

Bereits nach 15 Minuten ist der erste große Bogen fertig. Er wird am Marktbrunnen befestigt. Marianne Mayer spornt an: „Dass das auch anander noch geht, so lange die Männer da oben sind.“ Die Herren der Schöpfung machen aber einen recht entspannten Eindruck, ganz nach dem Motto: Gut Ding will Weile haben. Überhaupt verläuft das Schmücken des Marktbrunnens reichlich unaufgeregt. Da ist halt zu merken, dass die Schorndorfer Landfrauen ein eingespieltes Team sind, das so schnell niemand aus der Ruhe bringt.

Neuerung: Vier Osternester

Gegen 11 Uhr ist alles fertig, es geht ans Vespern. Die ersten Passanten kommen vorbei, Mitarbeiter der Zentralen Dienste sorgen dafür, dass das Wasser im Marktbrunnen plätschert. Und eine weitere Neuerung ist zu entdecken: Vier Osternester, gebunden aus Reben und Haselnuss, sind in diesem Jahr auch am Osterbrunnen zu finden.