Schorndorf

Maximal nervig: Darum ist das Internet in der Schorndorfer Kernstadt so lahm

Glasfaser breitband
Bis in der Schorndorfer Kernstadt Glasfaser für schnelles Internet verlegt wird, werden wohl noch zwei Jahre ins Land ziehen. © Benjamin Büttner

Es ist maximal nervig: Ob in der Videokonferenz im Home-Office oder beim abendlichen Filmeschauen über die Mediathek – wer in der Schorndorfer Kernstadt wohnt, muss mit Verzögerungen und immer wiederkehrenden Unterbrechungen rechnen: Leitungen mit mehr als 16 MBit/s können die Telekommunikationsunternehmen nicht bieten.

Und auch die Stadtwerke, die VDSL-Leitungen – und damit eine etwas schnellere Internetverbindung – für manche Bereiche versprechen, sind noch längst nicht so weit: In zwei, drei Wochen, verspricht Pressesprecherin Katrin Welz, sollten einige technische Umstellungen dazu führen, „in den Ablauf mehr Geschwindigkeit zu bringen und somit auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen“.

Die Telekom hat im Rahmen eines Markterkundungsverfahrens der Stadt Schorndorf im Mai 2021 zwar angekündigt, den Breitbandausbau in der erweiterten Altstadt eigenwirtschaftlich übernehmen zu wollen. Vorverträge sind geschlossen, Werbung macht die Telekom auch – zu einem genauen Zeitplan gibt es auf Anfrage bisher (Stand 21. November 2022) aber noch keine Antwort.

Schnelleres Internet in Schlichten, Ober- und Unterberken, Miedelsbach

Förderfähig für den Ausbau von schnellem Internet, gibt Joachim Quednau, Fördermittelmanager der Stadt, zu bedenken, ist die Altstadt aber sowieso nicht. Und das ist auch der Grund, warum mittlerweile Schlichten, Ober- und Unterberken und Miedelsbach deutlich besser versorgt sind als die Kernstadt. Selbst in Berglen und Rudersberg wird es vorher schnellere Leitungen geben – dank des Engagements der Firma „Hello Fiber“. Hätten sich Telekommunikationsunternehmen oder der Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr um den Ausbau in Schorndorf gekümmert, wäre das womöglich auch in der, wie Englert sagt, „lukrativen Kernstadt“ der Fall.

Dass Schorndorf – noch unter Ex-Stadtwerke-Chef Andreas Seufer – mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau in den Teilorten begonnen und hierfür zehn Millionen Euro investiert hat, „das war eine strategische Entscheidung“, erklärt Erster Bürgermeister Thorsten Englert, der es immer noch richtig findet, den Breitbandausbau selbst in die Hand genommen zu haben und die Teilorte bevorzugt zu behandeln: „Die Leute leiden.“

Breitbandausbau: Bewerben können sich auch die Stadtwerke

Mittlerweile aber ist Schorndorf davon abgerückt, den Ausbau in Eigenregie stemmen zu wollen: Die Stadt bemüht sich aktiv um Förderanträge und schreibt den Ausbau europaweit unter den Unternehmen aus. Bewerben können sich in dem Verfahren auch die Stadtwerke. Zu Seufers Zeiten, erklärt Englert das Umdenken, „war die Förderlandschaft aber auch eine ganz andere“.

Sechs von acht Förderanträgen hat die Stadt inzwischen gestellt, zwei von vier Ausschreibungsverfahren sind begonnen. Eine Zusage über 2,2 Millionen Euro hat die Stadt zuletzt vor einem guten Monat vom Land Baden-Württemberg bekommen. Mittel, die in den Breitbandausbau in Buhlbronn und Schornbach fließen werden. Mit einer Zuschlagserteilung rechnet die Stadt Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023. Weitere Fördermittel hat Quednau zu Englerts Freude rechtzeitig vor dem vom Bund überraschend verhängten Förderstopp Ende Oktober beantragt: Mit dem Förderbescheid für Haubersbronn rechnet die Stadt im ersten Halbjahr 2023, mit dem für Schorndorf inklusive Weilermer Haushalten im zweiten Halbjahr. Frühester Baubeginn für die Kernstadt, sagt Quednau, „ist Anfang 2024".

Ein Grund, warum die Teilorte die Nase vorn haben, hängt unmittelbar mit den Förderkriterien zusammen: In der Schorndorfer Kernstadt sind „nur 20 Prozent der Anschlusspunkte förderfähig“, sagt Englert, der auch in seiner Haushaltsrede erläutert hat, dass nach dem Wirtschaftslückenmodell in den Stadtteilen der Ausbau mit 90 Prozent von Bund und Land gefördert wird. „Das entspricht etwa 20,9 Millionen, die für die Planung, den Bau und den Betrieb der Netze auf sieben Jahre zugeschossen wird.“ Der städtische Anteil liegt – für den gleichen Zeitraum – bei rund 2,3 Millionen Euro, der vorfinanziert werden muss und den Ergebnishaushalt belastet.

Ein Trostpflaster immerhin hat Englert für die Kernstadt mit dem deutlich größeren Planungsaufwand: „Wir hoffen, in den Teilorten Erfahrungen zu sammeln.“

Es ist maximal nervig: Ob in der Videokonferenz im Home-Office oder beim abendlichen Filmeschauen über die Mediathek – wer in der Schorndorfer Kernstadt wohnt, muss mit Verzögerungen und immer wiederkehrenden Unterbrechungen rechnen: Leitungen mit mehr als 16 MBit/s können die Telekommunikationsunternehmen nicht bieten.

Und auch die Stadtwerke, die VDSL-Leitungen – und damit eine etwas schnellere Internetverbindung – für manche Bereiche versprechen, sind noch längst nicht so weit: In

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