Schorndorf

Mehr lokale Lebensmittel: Marktkauf in Schorndorf wird ab Oktober 2022 umgebaut

Marktkauf
Inhaber Rocco Capurso (rechts) und Marktleiter Nico Schmidt wollen den Marktkauf mit lokalen und regionalen Lebensmitteln erheblich aufwerten. © Gabriel Habermann

„In Zukunft wird der ökologische Fußabdruck den Preis ersetzen“, meint Marktkauf-Inhaber Rocco Capurso. „Dann ist es nicht mehr so wichtig, wie viel ein Produkt kostet - sondern woher es kommt.“ Nach diesem Leitgedanken will der Lebensmittelhändler den 4.400 Quadratmeter großen Marktkauf in der Uferstraße umbauen. Mit dem Remstalmarkt Mack in Weinstadt-Endersbach besitzt Rocco Capurso bereits einen solchen Premium-Lebensmittelmarkt. „Optisch und vom Angebot soll der Marktkauf wie der Remstalmarkt aufgebaut werden.“ Ein ambitioniertes Projekt, in das viel Arbeit und Geld gesteckt werden soll.

In Zukunft keine Elektrogeräte mehr

Seit Capurso den Marktkauf im Juli 2018 übernommen hat, brummt das Geschäft. Der Markt mache inzwischen 40 Prozent mehr Umsatz als in den Jahren zuvor: „Bei der Entwicklung platzt der Markt bald aus allen Nähten.“ Um das zu verhindern und die Neuausrichtung des Marktes voranzutreiben, muss umgebaut werden. Die Planungen dafür laufen schon seit Monaten auf Hochtouren, gestalten sich aber kompliziert. „Die erste Planung haben wir wieder komplett verwerfen müssen“, so Capurso. Nun liege ein zweites Konzept auf dem Tisch, das ab Oktober umgesetzt werden soll.

„Wir fokussieren uns in Zukunft voll auf die Lebensmittel - das ist unsere Stärke, das erwartet der Kunde von uns.“ Rund 60.000 Produkte sollen dann angeboten werden, vor allem aus der Region. „Wir wollen den Kunden ein Lebensmittelparadies bieten. Wir wollen die Themen „Bio“ und „Vegan“ aufgreifen und kulinarische Erlebnis-Welten sowie eine 300 Quadratmeter große Weinabteilung aufbauen.“ Doch das braucht Platz. Der Markt gebe dafür zwar die Fläche her, die Regale seien aber voll.

„Das bedeutet für uns: Wir müssen alles auf den Kopf stellen und auch Sortimente aus dem Angebot nehmen“, erklärt der Inhaber. Man wolle vor allem bei den Non-Food-Produkten ansetzen, Elektrogeräte wie Fernseher oder Waschmaschinen werden komplett gestrichen. „Dafür sind Fachmärkte wie Saturn oder Media Markt da. Uns fehlt dafür auch das geschulte Personal. Elektrogeräte haben im Einzelhandel einfach keine Zukunft.“ Auch die Klamottenabteilung soll verkleinert werden. „Produkte des alltäglichen Gebrauchs wie Pfannen, Glühbirnen oder Batterien wollen wir aber weiterhin anbieten“, sagt Capurso.

Capurso: Lokale Lebensmittel haben immer Vorrang

Für ihn und sein Marktkauf-Team sei vor allem die Qualität der angebotenen Produkte wichtig. „Wir wollen hochwertige Lebensmittel mit einem guten Fußabdruck. Dem Kunden soll klargemacht werden, wo die Ware herkommt.“ Um das zu gewährleisten, gibt es in der Produkt-Beschaffung eine klare Rangfolge: „Wir kaufen zuerst lokal ein. Dann regional, dann landesweit und bundesweit“, erklärt Capurso.

Der Marktkauf-Inhaber geht diesen Weg ganz bewusst, er verspürt einen Wandel in der Lebensmittelbranche: „Die Deutschen haben im europäischen Vergleich bisher immer am wenigsten Geld für Lebensmittel ausgegeben.“ Das typische Beispiel sei das Billigfleisch, das auf einem 2.000-Euro-Grill gebraten wird. „Das ändert sich aber, es geht nicht mehr nur um Billigprodukte. Ein hochwertiges Produkt darf Geld kosten, das beweist uns der Kunde jeden Tag.“

Deshalb habe man bereits jetzt den Rudolf-Kaffee aus Schorndorf, die Senf-Manufaktur, die Hegnacher Mühle, den Putzmittelhersteller AlmaWin aus Winterbach oder lokale Bauern und Metzgereien im Sortiment. „Das soll weiter ausgebaut werden. Alles, was die Jahreszeit und die Saison anbietet, wollen wir aus der Region haben.“ So wolle der Marktkauf in Zukunft etwa die Molkereifirma Dobler aus Ludwigsburg mit einbinden.

Doch nicht nur die Produkte, auch die Optik des Marktes soll sich verändern. „Wir wollen für den Kunden das Einkaufen schöner machen, aber unseren Mitarbeitern auch den Arbeitsalltag erleichtern“, erklärt Rocco Capurso. Ein neues Licht im Markt, kurze Wege und ergonomische Arbeitsplätze sollen das garantieren. Zudem soll der Markt klimaneutraler werden. „Beim Obst und Gemüse wollen wir in Zukunft komplett auf Plastik verzichten. Auch die Plastiktüten an der Kasse kommen weg.“

Umbauarbeiten während des Betriebs

Für den Umbau will Rocco Capurso einen „hohen siebenstelligen Betrag“ investieren. Rentiert sich das überhaupt? „Wir haben erst vor kurzem den Mietvertrag um weitere 20 Jahre verlängert. Wir planen an diesem Standort langfristig.“ Die Umbauarbeiten, die laut Capurso rund fünf Wochen dauern. wolle man während des laufenden Betriebs durchführen.

„Wir wollen den Laden Stück für Stück umbauen, eine Abteilung nach der anderen.“ In dieser Zeit könne es etwas unruhig werden und einzelne Produkte kurzzeitig nicht verfügbar sein. „Wir wollen so wenig Stress wie möglich für die Kunden.“ Die Arbeit sei es aber wert: „Wir werden einen Markt aufbauen, den es so in der Region noch nicht gibt.“

„In Zukunft wird der ökologische Fußabdruck den Preis ersetzen“, meint Marktkauf-Inhaber Rocco Capurso. „Dann ist es nicht mehr so wichtig, wie viel ein Produkt kostet - sondern woher es kommt.“ Nach diesem Leitgedanken will der Lebensmittelhändler den 4.400 Quadratmeter großen Marktkauf in der Uferstraße umbauen. Mit dem Remstalmarkt Mack in Weinstadt-Endersbach besitzt Rocco Capurso bereits einen solchen Premium-Lebensmittelmarkt. „Optisch und vom Angebot soll der Marktkauf wie der

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