Schorndorf

Mehrgenerationenhaus in der Schorndorfer Vorstadt: Ist das Wohnprojekt machbar?

Remstal-leben
Schorndorfer Wohnbaugenossenschaft Remstal-Leben hat sich im „Zamma“ in Geradstetten getroffen, das der von ihr beauftragte Architekt Martin Bühler umgestaltet hat. © privat

Die Wohnbaugenossenschaft Remstal-Leben sieht für sich und ihr Mehrgenerationenprojekt „Leben in der Vorstadt“ einen wichtigen Meilenstein erreicht: Nach der Gründung Anfang des Jahres und einer intensiven Informationskampagne in den vergangenen Monaten wurden den Mitgliedern der Genossenschaft und allen Unterstützern des Projekts in einer Ausstellung die Ergebnisse von zwei Machbarkeitsstudien präsentiert und von den Architekten Daniel Seiberts, verantwortlich für den Neubau, und Martin Bühler, verantwortlich für die Kulturdenkmale, erläutert. Die historische Veranstaltungsscheune „Zamma“ in Geradstetten war für die Genossenschaftsmitglieder dabei der ideale Veranstaltungsort und mit knapp 60 Interessierten gut gefüllt.

Nach einer kurzen Charakterisierung des für den Neubau verfügbaren Grundstücksteils erläuterte Daniel Seiberts zunächst rechtliche Rahmenbedingungen wie den einzuhaltenden Grenzabstand und die zulässige Geschossflächenzahl. Grundsätzlich, so sein Fazit, hält er das von der Genossenschaft vorgesehene Raumkonzept mit leichten Abweichungen bei der Gesamtwohnfläche für realisierbar.

Ausdrücklicher Wunsch: Viel Freiraum

Er präsentierte mehrere Varianten zur Anordnung der Wohngebäude auf dem Grundstück. Und auch wenn es Unterschiede gibt, einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten haben alle Ideen: So sollen sich die Gebäude in das Umfeld in der Vorstadt einfügen und gut mit den zu erhaltenden Bestandsgebäuden harmonieren, vor allem sollen sie, auch auf ausdrücklichen Wunsch der Genossenschaft, möglichst viel Freiraum und Grünflächen bieten. Zudem verwies Daniel Seiberts auf den Baumbestand auf dem Grundstück, der zumindest in Teilen erhalten werden kann und somit von vornherein eine gewachsene grüne Umgebung bietet.

Anschließend stellte Martin Bühler seine Studie zur zukünftigen Nutzung der beiden zu erhaltenden Bestandsgebäude, dem Wohnhaus und der Scheune, dar. Für den Architekten aus dem Büro Atelier Wolfshof Architekten war dies quasi ein Heimspiel, hatte er doch vor einigen Jahren die alte Scheune in Geradstetten zum Veranstaltungsort „Zamma“ umgestaltet. So diente der Versammlungsort zugleich als Anschauungsobjekt für das, was in der Scheune in der Vorstadt möglich ist. Dort sollen nach dem Willen der Genossenschaft viele Gemeinschaftsflächen, zum Beispiel eine Kantine und eine gemeinsame Werkstatt, sowie offene und flexibel nutzbare Räume für die verschiedensten Aktivitäten wie Kinderbetreuung, Künstlerateliers, Workshops oder ein Co-Working-Space entstehen.

Dabei wird sich die Genossenschaft entscheiden müssen, wie die verschiedenen Stockwerke erschlossen werden. Es bietet sich ein offenes Treppenhaus oder eher ein geschlossenes an. Hinsichtlich der konkreten Nutzung der verschiedenen Räume und Stockwerke eröffnen sich viele Möglichkeiten. Auch bei dem ebenfalls zu erhaltenden Wohnhaus stellte Martin Bühler verschiedene Varianten zur Realisierung eines Gästehauses vor, das von den Bewohnern des Neubaus und von externen Gästen genutzt werden soll.

Gemeinschaftsgedanke ist wichtig

In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem die wichtige Bedeutung des Gemeinschaftsgedankens deutlich. Insbesondere in der umgestalteten Scheune wollen und sollen die künftigen Bewohner die Möglichkeit haben, ein wirklich gemeinschaftliches Wohnen und Leben zu realisieren, das nicht auf das eigene Areal beschränkt sein wird, sondern auf das Leben in der gesamten Vorstadt ausstrahlen soll. Darüber hinaus hoben die Teilnehmer der Veranstaltung unisono die hohe Qualität der vorgestellten Studien hervor. Den Architekten war es gelungen, die Machbarkeit des Gesamtprojekts zu belegen und dieses konkret vorstellbar und greifbar zu machen.

Die beiden Vorstandsmitglieder der Genossenschaft, Lisa Kober und Michael Knödler, betonten zum Abschluss die hervorragende Zusammenarbeit mit den beiden Architekten. Sie dankten auch der Stadt Schorndorf und dem Team der IBA‘27 (Internationale Bauausstellung StadtRegion Stuttgart), die beide Vertreter geschickt hatten und die Genossenschaft in den vergangenen Monaten unterstützt haben. Nachdem das gemeinschaftliche Wohnprojekt mit diesem Meilenstein nunmehr für alle Mitglieder und Interessierte noch realer und greifbarer geworden ist, gilt es nun für die Genossenschaft, weiter zusammenzuwachsen und sich in den verschiedensten Bereichen an die Detailarbeit zu machen.

Die Wohnbaugenossenschaft Remstal-Leben sieht für sich und ihr Mehrgenerationenprojekt „Leben in der Vorstadt“ einen wichtigen Meilenstein erreicht: Nach der Gründung Anfang des Jahres und einer intensiven Informationskampagne in den vergangenen Monaten wurden den Mitgliedern der Genossenschaft und allen Unterstützern des Projekts in einer Ausstellung die Ergebnisse von zwei Machbarkeitsstudien präsentiert und von den Architekten Daniel Seiberts, verantwortlich für den Neubau, und Martin

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper