Schorndorf

Messfahrzeug fürs Mobilfunk-Vorsorgekonzept unterwegs: Wie ist die Strahlung in Schorndorf?

Mobilfunk Messung
Während Ronald Fabian am Steuer sitzt, betätigt Michael Oestreicher das Messgerät. © Gabriel Habermann

Vor fast genau einem Jahr vermeldete die Stadtverwaltung Schorndorf auf der Internetseite: „Schorndorf soll ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept bekommen. Das hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit und entgegen der Empfehlung der Verwaltung in zweiter Lesung entschieden. Die CDU, Bündnis 90/Die Grünen sowie Einzelstadträtin Andrea Sieber hatten den Antrag für ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept gestellt. Sie möchten damit herausfinden, in welchen Bereichen es Defizite in der Abdeckung gibt. Durch eine Mobilfunk-Landkarte wollen sie in der Lage sein, den Mobilfunk zu optimieren und damit eventuell die Strahlenbelastung zu minimieren.“

Weniger Strahlung, mehr Daten – so könnte man es kurz und knapp auf einen Nenner bringen. Die ausführenden Erklärungen von Ronald Fabian, Dipl.-Wirtschaftsingenieur, und Dr. Michael Oestreicher, Astronom und Physiker, vom betreuenden Büro sind da natürlich viel fachmännischer und präziser und für den Laien kaum in der Genauigkeit wiederzugeben.

Signalstärke wird dokumentiert

Fabian, Geschäftsführer der Firma Techcom, und sein Mitarbeiter Oestreicher waren jetzt im Rahmen der Erstellung des Schorndorfer Mobilfunk-Vorsorgekonzepts mit einem Messfahrzeug in Schorndorf und den Teilorten unterwegs, um die Signalstärke entsprechend aufzunehmen und die Immissionssituation dokumentieren zu können. Die Aufnahmen werden ausgewertet und die Ergebnisse der Vermessung dann dem Gemeinderat vorgetragen.

Vier Stunden unterwegs

Rund vier Stunden sei man durch Schorndorf und Umgebung gefahren. „Wir waren in jedem kleinen Winkel“, wird erzählt. Unterwegs war man mit einem Beetle Cabrio – und das aus einem bestimmten Grund. Nicht, weil man das Verdeck bei dem unbeständigen Wetter hätte öffnen können, sondern: „Durch das Kunststoffdach gibt es keine Störungen. Die Karosserie beeinflusst ansonsten viel“, so Ronald Fabian, der das Auto steuerte, während Michael Oestreicher mit dem Funkscanner die Frequenzen einfing. Die Messtechnik sei gewaltig, das Gerät, das dabei zum Einsatz kommt, habe einen Wert zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Der Scanner diene der Eichung. Mit dem Mobilfunk-Vorsorgekonzept sollen leistungsstarke und dennoch strahlungsarme Standorte für Mobilfunkanlagen identifiziert werden. Ronald Fabian weiß, wo die Befindlichkeiten bei den Bürgern liegen. Für die einen gehört eine schnelle und flächendeckende Mobilfunkverbindung zu einer funktionierenden Stadtinfrastruktur dazu.

Für die anderen ist Mobilfunk eine Gefahr für die Gesundheit. Beiden Sichtweisen wolle man gerecht werden, so Fabian und nennt die zwei entscheidenden Worte: „Vorsorge und Versorgung.“Man sei an alle Standorte nah herangefahren, um die Signale bestmöglich messen zu können. „Man sieht allerdings mit diesem Gerät auch Pegel, die man beispielsweise mit dem Handy gar nicht mehr messen kann.“ Man möchte auch darauf aufmerksam machen, wie man Standorte eventuell koordinieren könnte, damit das Nutzen der Frequenzen größer ist. Die Experten vom Fachbüro erstellen nun ein Mobilfunk-Immissionsgutachten für das gesamte Stadtgebiet.

Vorstellung der Messergebnisse im Sommer

Fabian: „Dieses Dialogverfahren bietet die Voraussetzung, gemeinsam mit den Betreibern nach dem bestmöglichen Standort zu suchen, um die größtmögliche Datenmenge bei gleichzeitig geringster Strahlenbelastung zu erreichen.“ Einwirkung als Gutachter habe man wenig: „Wir können nur die Vorlage liefern. Letztendlich ist es eine politische Entscheidung“, so Fabian. Größere Defizite haben die beiden Männer bei ihrer Messfahrt nicht entdeckt.

Im Gegenteil: Die Grenzwerte seien geringer als die gesetzliche Vorgabe. „Es ist alles sehr typisch. 5G ist noch kaum eingeschaltet“, berichtet Oestreicher weiter. Ein großes Spektrum gebe es in Schorndorf, das sei auffällig. 2600 Megahertz sei das höchste, was in Schorndorf gerade vorhanden ist. Bevor das Gutachten erstellt und im Sommer präsentiert wird, werden noch weitere Dokumentationen unternommen, so werden beispielsweise auch noch Fotos gemacht. Dabei gehe es unter anderem um Bäume, Belaubung und große Gebäude.

Vor fast genau einem Jahr vermeldete die Stadtverwaltung Schorndorf auf der Internetseite: „Schorndorf soll ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept bekommen. Das hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit und entgegen der Empfehlung der Verwaltung in zweiter Lesung entschieden. Die CDU, Bündnis 90/Die Grünen sowie Einzelstadträtin Andrea Sieber hatten den Antrag für ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept gestellt. Sie möchten damit herausfinden, in welchen Bereichen es Defizite in der Abdeckung gibt. Durch eine

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