Schorndorf

Mit und ohne Behinderung: Trampolin-Workout im "Jump to Move" in Schorndorf

Jump to move
Caroline Hoffmann (rechts im Bild) leitet das inklusive Trampolin-Workout im „Jump to Move“ im Röhm-Areal an. © Gabriel Habermann

Die Lichter sind so bunt wie in der Disco, die Musik ist fetzig und das Hüpfen, Wippen, Gehen auf dem Trampolin ein großer Spaß: Finden Sportangebote für Menschen mit Handicap in der Regel exklusiv in Behinderteneinrichtungen statt, geht die „Sozialintegrierte Alltagsbegleitung“ (SOA) einen anderen Weg: In Weiler bietet der Schorndorfer Verein, 2019 von Heilerziehungspfleger Ebbe Buhl gegründet, einen Lauftreff für Menschen mit und ohne Behinderung an. Seit Anfang Dezember gibt es im Aktivzentrum „Jump to Move“ im Röhm-Areal einen inklusiven Trampolinkurs. Caroline Hoffmann, Sozialpädagogin bei der SOA, Entspannungspädagogin und angehende Fitmess-Trainerin, leitet die Sportstunden an. Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Umfeld des Vereins und ein Sportler ohne Handicap sind dabei. Fünf freie Trampolinplätze gibt es noch.

Trampolinspringen für die Glückshormone

Um Rehasport, das betont Caroline Hoffmann ausdrücklich, handelt es sich bei dem inklusiven Trampolinkurs nicht. Vielmehr soll der Jumping-Kurs „Körper, Geist und Seele ansprechen“. Wie schweißtreibend trainiert wird, das richtet sich nach der Tagesform der Trampolinspringer. Und auch wenn man, wie es Susan Bauer und Franzi Fibich beschreiben, „weiß, was man getan hat“, Trampolinspringen „ist sehr gelenkschonend und regt die Glückshormone an“, erklärt „Jump to Move“-Inhaberin Tanja Schäfer. Dabei sind die Workouts nicht nur für Leichtgewichte geeignet: Auf den Trampolinen, die in den Kursen zum Einsatz kommen, können Sportler bis zu einem Körpergewicht von 120 bis 200 Kilogramm trainieren.

185 Kilogramm, verrät Tanja Schäfer, habe sie selbst mal auf die Waage gebracht. Sport in der Gruppe war ihr verhasst – bis sie den Trampolinsport in einem Youtube-Video entdeckt hat. Ein Jahr lang hat sie in einem Stuttgarter Studio trainiert und in den schweißtreibenden Workouts von den positiven Effekten auf den ganzen Körper profitiert. 2015 hat sie sich einen Traum verwirklicht und sich mit dem „Jump to Move“ im Röhm-Areal selbstständig gemacht. Im Nebenberuf: Tanja Schäfer arbeitet in Vollzeit für die Stadtwerke im Oskar-Frech-Bad und ist im Sommer Bademeisterin im Buhlbronner Bädle. Acht Trainierinnen und Trainer mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten sind im „Jump to Move“ aktiv. Außerdem finden in den Räumen „Krav Maga“- und „Kali“- Selbstverteidigungs-Kurse statt. Doch die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen: Waren die Kurse davor mit bis zu 25 Teilnehmer/-innen belegt, sind’s mittlerweile meistens nicht mehr als zwölf.: „Nicht alle kommen wieder von der Couch hoch“, sagt Tanja Schäfer.

Rems-Murr-Kreis: Inklusion vorantreiben

Das gilt für die Sportlerinnen und Sportler in Caroline Hoffmanns Kurs nicht. Sie genießen die Bewegung, die heiter-fröhliche Atomsphäre, die fetzige Musik und die Kontakte, die sich vor und nach den Sportstunden ergeben. Wenn jetzt noch ein paar Sportler/-innen ohne Handicap dazukommen, ist auch ein Ziel erreicht, das der Rems-Murr-Kreis mit dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Live-Projekt anstrebt: Menschen mit geistigen Behinderungen sollen für den Sport begeistert, Inklusion im Sport vorangetrieben und ein Inklusionsnetzwerk aufgebaut werden. Die SOA Schorndorf, die sich seit 2015 um Menschen mit Unterstützungsbedarf kümmert und als gemeinnütziger Verein eine Träger-Vereinbarung mit dem Landkreis hat, ist natürlich beim Live-Projekt dabei, mit dem inklusive (Sport-)Strukuren auf- und ausgebaut werden sollen.

Die Lichter sind so bunt wie in der Disco, die Musik ist fetzig und das Hüpfen, Wippen, Gehen auf dem Trampolin ein großer Spaß: Finden Sportangebote für Menschen mit Handicap in der Regel exklusiv in Behinderteneinrichtungen statt, geht die „Sozialintegrierte Alltagsbegleitung“ (SOA) einen anderen Weg: In Weiler bietet der Schorndorfer Verein, 2019 von Heilerziehungspfleger Ebbe Buhl gegründet, einen Lauftreff für Menschen mit und ohne Behinderung an. Seit Anfang Dezember gibt es im

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