Schorndorf

„Mit Vollgas“: Große Holzernte im Eichenbach

Waldfenster
Birkenfenster sollen Waldbesucher schon jetzt auf die große Holzernte einstimmen. © Gabriel Habermann

Werden im Eichenbach rund um den Sportpfad auf 55 Hektar 3250 Festmeter Holz gefällt, muss Julian Schmitt als Leiter des Forstreviers nicht nur seine Mitarbeiter informieren, sondern mit einigem Vorlauf auch die Öffentlichkeit: Um einen möglichen Aufschrei so gering wie möglich zu halten, war Schmitt, obwohl die Holzernte erst Ende Oktober beginnen soll, schon jetzt mit einem Konzept im Verwaltungs- und Sozialausschuss: Um die Bürgerinnen und Bürger von der Sinnhaftigkeit der Fällarbeiten zu überzeugen, soll es Waldführungen geben, Posts in den sozialen Medien und Erklärvideos, in denen der Revierleiter auch über die Folgen informiert.

Erste Waldfenster und Infotafeln, die vor Ort Auskunft über die Holzernte geben sollen, sind im Eichenbach bereits aufgestellt. Und bei manchem Ausschussmitglied haben Schmitts Erläuterungen schon zu einem Aha-Erlebnis geführt: „Jetzt weiß ich endlich“, sagte FDP/FW-Rat Gerhard Nickel, „was es mit den Birkenfenstern auf sich hat.“

„So sensibel wie möglich“

Bis in den Februar 2022 hinein sollen die Fällarbeiten andauern. Sie sind in drei Abschnitten geplant, damit Spaziergänger und Jogger Gelegenheit haben, in andere Waldteile auszuweichen. Das direkte Umfeld des Sportpfads steht im Januar/Februar auf der Agenda, wenn die Zahl der Läufer erfahrungsgemäß eher niedrig ist. Doch einen Kahlschlag soll es nicht geben, vielmehr eine Durchforstung. „Wir machen das so sensibel wie möglich“, versicherte Revierleiter Schmitt auf Nachfragen von Hermann Beutel (CDU) und Ulrich Bußler (AfD). Damit keine neuen Gassen im Wald entstehen, sollen an schlecht erschlossenen Stellen sogar Pferde zum Holzrücken eingesetzt werden.

Verkaufserlös: 200.000 Euro

Das Fichtenholz wird an Baumärkte verkauft, die Buchenstämme sollen exportiert werden. Die Stadt Schorndorf rechnet mit Einnahmen aus dem Verkauf von an die 200.000 Euro – und mit Aufwendungen für die Holzernte in Höhe von 76.000 Euro sowie mit 16.000 Euro für die Wiederherstellung von 6500 laufenden Waldwege-Metern. Bei einem durchschnittlichen Jahreshiebsatz von 4500 Festmetern für den Stadtwald ist der geplante Hieb rund um den Sportpfad für Revierleiter Schmitt relevant für die Erfüllung des planmäßigen zehnjährigen Holzeinschlags: „Wir werden dieses Jahr mit Vollgas Holz machen.“ Außerdem soll damit der klimabedingte Waldumbau fortgesetzt werden: Statt kleinflächiger Fichtenmonokulturen werden nach Abschluss der Fällarbeiten wärmeliebende Baumarten wie Esskastanien oder Tannen gepflanzt. Gleichzeitig soll die Naturverjüngung von heimischen Baumarten wie der Eiche gefördert werden.

Um die Waldbesucher so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, sollen die Waldwege nach der Holzernte sofort wieder provisorisch gerichtet werden. Nach Ende der Holzabfuhr werden die Waldwege dann von Grund auf instandgesetzt. Der Sportpfad, versichert Schmitt, wird sogar direkt nach der Holzernte wieder gerichtet. Eine Holzlagerung ist in diesem Bereich nicht vorgesehen.

Werden im Eichenbach rund um den Sportpfad auf 55 Hektar 3250 Festmeter Holz gefällt, muss Julian Schmitt als Leiter des Forstreviers nicht nur seine Mitarbeiter informieren, sondern mit einigem Vorlauf auch die Öffentlichkeit: Um einen möglichen Aufschrei so gering wie möglich zu halten, war Schmitt, obwohl die Holzernte erst Ende Oktober beginnen soll, schon jetzt mit einem Konzept im Verwaltungs- und Sozialausschuss: Um die Bürgerinnen und Bürger von der Sinnhaftigkeit der Fällarbeiten zu

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