Schorndorf

Mittagstisch in Schorndorf: Keine Verstöße gegen die Corona-Regeln bei Kontrolle

Kontrolle in Restaurants
Der kommunale Ordnungsdienst Schorndorf hat kontrolliert, ob die Corona-Verordnung eingehalten wird. Steigen die Infektionszahlen weiter an, kommen allerdings noch mehr Einschränkungen auf Gastronomen, Einzelhändler und vor allem Ungeimpfte zu. © Büttner

Die Corona-Alarmstufe in Baden-Württemberg ist in greifbarer Nähe. Hohe Infektionszahlen und volle Intensivstationen, entwickeln sich die Zahlen so weiter, wird in den kommenden Tagen diese Alarmstufe in Kraft treten. Ein immer wieder aufflackerndes Thema unter anderem: Werden die 2G- oder 3G-Regeln in Restaurants, Bars und Gaststätten eingehalten? Der Gesundheitsminister des Landes, Manfred Lucha (Grüne), hatte zwei Schwerpunkttage zur Überwachung angekündigt: Wie in vielen anderen Städten wurde auch in der Daimlerstadt schwerpunktmäßig am Donnerstag und Freitag kontrolliert.

Das Fazit vorweg: Es fällt hier positiv aus, laut Ordnungsamt Schorndorf achten die Gastronomen sehr auf eine coronakonforme Umsetzung der Regeln.

Unterwegs mit dem kommunalen Ordnungsdienst

Mittagszeit in Schorndorf: „Wir werden in verschiedenen Restaurants prüfen, ob die Wirte kontrollieren, die Hygienemaßnahmen stimmen, und wir werden an den Tischen Stichproben machen, um die 3G-Nachweise zu überprüfen“, erläutert Daniel Sofka, Sachgebietsleiter für Ordnungsangelegenheiten, das Vorgehen.

Unterwegs mit zwei Angestellten des kommunalen Ordnungsdienstes, geht es zur ersten Anlaufstelle: das Courage. „Ah, jetzt kommt die Kontrolle“, tönt es aus einer Ecke des Restaurants, als der Ordnungsdienst das Lokal betritt. Es fällt natürlich auf, weil die beiden Uniform tragen. Courage-Chefin Silvia Unverdruss kommt aus der Küche, lacht und sagt: „Was möchten Sie sehen?“ Zuvor hat der Ordnungsdienst darauf geachtet, welche Beschilderung an der Eingangstüre angebracht ist: der Hinweis auf Maskenpflicht, und dass im Courage die 2G-Regel gilt. Die Kontakterfassungsdokumente der vergangenen Tage werden in Augenschein genommen – sofern nicht mit der Luca-App eingecheckt wurde. Während die Ordnungshüterin die Zettel kontrolliert, geht ihr Kollege an die Tische, an denen gerade zu Mittag gegessen wird und fordert die Gäste freundlich auf, ihm den 2G-Nachweis vorzuzeigen. Die meisten zücken bereitwillig ihren Impfnachweis auf dem Handy. „Wir gehen immer freundlich auf die Gäste zu – wer will schon gerne beim Essen gestört werden?!“, so der Ordnungsdienst. Dass die 2G-Regel im Courage eingeführt wurde, war für das Team um Silvia Unverdruss keine schwere Entscheidung, denn: „Mit einem PCR-Test kommt eh niemand.“ Aber was soll bei den vorab bekanntgemachten Kontrollen herauskommen? Man wundert sich, warum sie seit Tagen für jenen Zeitraum angekündigt wurden. „Da fragen Sie das Sozialministerium“, sagt Daniel Sofka schmunzelnd. Vergleichbar sei das mit dem alljährlichen „Blitzmarathon“, auf den die Polizei ebenfalls im Vorfeld hinweist. „Unser Ziel ist es nicht, Bußgeld einzutreiben. Wir wollen die Wirte sensibilisieren, was in diesen Zeiten notwendig ist.“

Im Bistro „Da Elena“ kommt der Chef dem Ordnungsdienst lächelnd entgegen und erläutert auf Nachfrage, wie er die Kontaktdaten erfasst und wann er sich den 3G-Nachweis vorzeigen lässt. Die meisten Wirte lassen gleich an den Eingängen den Impf- beziehungsweise Genesenenstatus der Gäste oder das aktuelle Testergebnis checken. So auch im italienischen Bistro. Die Gäste, die sich Pizza und Pasta schmecken lassen, haben kein Problem damit, ihre „Berechtigung“ zum Einlass ins Restaurant zu zeigen: „Was sein muss, muss eben sein“, heißt es.

Nächstes Lokal: das Ama Deli am Marktplatz. Das Hinweisschild fällt sofort ins Auge und weist die Gäste darauf hin, was im Innen- und Außenbereich gilt. „Das Kontrollieren der Nachweise ist manchmal nicht angenehm“, gibt der Ordnungsdienst zu. „Aber größere Schwierigkeiten hatten wir eigentlich noch nie.“

Auch das LKA wird kontrolliert

Nachdem im Innenbereich neun und im Außenbereich vier Gäste kontrolliert wurden, lässt sich der Ordnungsdienst die Kontaktnachverfolgung zeigen. „Diese Art und Weise, wie es die Mitarbeiter des Ama Deli machen, haben wir wirklich selten“, so der Ordnungsdienst. Denn neben der Erfassung über die Luca-App können die Gäste sich auch über ein Tablet digital anmelden, zudem steht ein mobiles iPad zur Verfügung – das erspart die Zettelwirtschaft. „Größere Diskussionen in einem Restaurant haben wir bisher noch nicht gehabt“, erzählt die Ordnungsdienst-Mitarbeiterin. Dann fällt ihr ein Ereignis von einer früheren Kontrolle ein, sie berichtet mit einem Lächeln: „Beim letzten Mal hatten wir Mitarbeiter des Landeskriminalamtes als Gäste. Sie fragten uns, ob wir ernsthaft ihre Nachweise kontrollieren möchten. Wir haben gesagt: Ja. Natürlich. Da machen wir keine Ausnahmen.“

Eines ist dem Schorndorfer Ordnungsdienst seit Wochen sehr deutlich aufgefallen: Die Stadt ist wieder leerer, die Gaststätten und Bars ebenfalls. „Auch abends ist lange nicht mehr so viel los.“

Firmen- und Weihnachtsfeiern werden bereits abgesagt

Mit großen Bedenken beobachtet Michael Matzke, Vorsitzender der Dehoga-Kreisstelle im Rems-Murr-Kreis, die Entwicklung und sagt: „In den Gaststätten ändert die Umstellung auf 2G so gut wie gar nichts.“ Bereits in der Warnstufe seien kaum Ungeimpfte in die Gaststätten gekommen. Ein PCR-Test kostet zwischen 75 und 145 Euro, kaum einer nimmt diese Preise für ein Abendessen in Kauf. Kommt die Alarmstufe, mache es für die Gastronomen kaum einen Unterschied, sie merken es hauptsächlich an einem Faktor: Jede neue Einschränkung ist schlecht, weil sie bestimmte Gruppen ausschließt. Beispiel: Feste oder Firmenfeiern, die normalerweise zu Weihnachten abgehalten werden, sind in manchen Restaurants schon abgesagt worden, weil ungeimpfte Gäste nicht mitfeiern können. Zeitgleich möchte aber auch kein Gastwirt oder Hotelier, dass sich Gäste oder Mitarbeiter anstecken. Zudem beschert jede neue Regelung unnötige Diskussionen mit den Gästen. Einfach ist es nicht, das gibt auch Daniel Sofka zu, vor allem dann nicht, wenn immer wieder neue Vorgaben und andere Regelungen gelten.

Keine Zeit für eine Mittagspause

Beim Betreten der „Café & Tagesbar Steve’s“ zieht der warme Duft des Mittagsangebots – Rindergulasch – in die Nase. „Mmmh, das riecht aber lecker“, fällt auch dem Ordnungsdienst auf. Aber um eine Mittagspause zu machen, fehlt jetzt die Zeit: „Wie kontrollieren Sie die 3G-Nachweise und wie werden die Kontaktdaten erfasst?“ – die Fragen werden schnell beantwortet, und auch die Gäste im Café zeigen ihr Dokument vor. Keine Vorkommnisse. Im Bistro Lo Calo begrüßt Reiner Fischer die Kontrolleure freundlich: „Kommen Sie rein.“ Er legt dar, wie er die Regelungen handhabt: „Die Kontaktdaten werden entweder auf Papier oder per Luca erfasst. Die Gäste bekommen nicht zwingend einen Tisch zugewiesen, außer sie haben reserviert. Die Nachweise werden am Eingang kontrolliert.“ Der kommunale Ordnungsdienst ist zufrieden. Auch bei den drei weiteren Gaststätten, die noch aufgesucht werden, gibt es keine Beanstandungen.

Am Abend ist das Ordnungsamt in den Schorndorfer Bars unterwegs. „Keine Auffälligkeiten“, berichtet Daniel Sofka. Am Donnerstag wurden 15 Gaststätten und rund 50 Gäste kontrolliert. Dabei konnten keine nennenswerten Verstöße festgestellt werden. Daher wurden auch keine Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die stichpunktartigen Kontrollen werden fortgesetzt – auch ohne Ankündigung.

Die Corona-Alarmstufe in Baden-Württemberg ist in greifbarer Nähe. Hohe Infektionszahlen und volle Intensivstationen, entwickeln sich die Zahlen so weiter, wird in den kommenden Tagen diese Alarmstufe in Kraft treten. Ein immer wieder aufflackerndes Thema unter anderem: Werden die 2G- oder 3G-Regeln in Restaurants, Bars und Gaststätten eingehalten? Der Gesundheitsminister des Landes, Manfred Lucha (Grüne), hatte zwei Schwerpunkttage zur Überwachung angekündigt: Wie in vielen anderen Städten

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