Schorndorf

Mittendrin und doch darüber: Schorndorferin Britta Wünsche zeigt uns ihre Terrasse in luftiger Höhe

Über den Dächern: Wünsche
Die Terrasse genießt Britta Wünsche das ganze Jahr über. © Alexandra Palmizi

Wer Britta Wünsche in ihrer Dachwohnung im Hinterhaus der Gaupp’schen Apotheke besucht, steigt erst viele Treppen hinauf, bis er vor ihrer Wohnungstür landet. Über weitere Stufen gelangt er innerhalb der Wohnung in einen stylischen Wohnbereich direkt unterm Spitzdach - und dann auf ihre schöne kleine Terrasse. Verwinkelt und extravagant geschnitten ist die Wohnung, hell und freundlich die Terrasse, die die Wohnung zu etwas Besonderem macht. Wer sich über die Brüstung lehnt, schaut unten auf die Stammgäste vom Café de Ville, die dort gechillt Kaffee trinken und sich unterhalten. In der anderen Richtung ist die Schlosswallschule zu sehen, und genau gegenüber auf der anderen Seite der Terrasse erhascht man noch ein Stück der Johann-Philipp-Palm-Straße.

Sogar im Winter wird auf der Terrasse gegrillt

Ob jetzt im Sommer oder mitten im Winter: Britta Wünsche und ihr Mann genießen ihren Freisitz mit Sitzgruppe, Grill und Kirschlorbeer in jeder Jahreszeit. Hier wird gefrühstückt, gefeiert und gegrillt. Sogar im Winter wird der Grill auf der Terrasse angeworfen. „Wir haben Glück, dass wir eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt haben“, sagt Britta Wünsche. Mitten in der Stadt hat sie doch genügend Abstand zum Trubel. „Hier hat man die Ruhe über den Dächern. Es ist unser Rückzugsort.“

Neu ist dieser Rückzugsort im Dachgeschoss nicht. Seit Ewigkeiten, sagt Britta Wünsche, gebe es diese Terrasse, schon zu Zeiten, als der Dachboden noch kalt und unisoliert war und nur zum Wäscheaufhängen benutzt wurde. Als über der Apotheke aus einer Wohnung eine Arztpraxis wurde, musste als Ersatz neuer Wohnraum geschaffen werden. Aus dem kalten Dachboden wurde eine gemütliche Dachwohnung und die Terrasse erwachte aus dem Dornröschenschlaf.

2012 zogen die Wünsches ein. „Viele sagten, seid ihr bescheuert, in der Innenstadt zu leben“, erzählt die 45-Jährige. Dabei findet sie doch gerade das Leben im Zentrum immer wieder spannend. „Wir kriegen so vieles mit, was sich ändert“, sagt sie. Wie etwa Gastronomie und Einzelhändler während der Corona-Krise kämpfen mussten, und kleine Kneipen wie das Eclat geschlossen haben. Andererseits, sagt sie, tue sich immer was in der Stadt. Zu den großen Events im Jahr, bei denen Wünsches als unmittelbare Anwohner mittendrin sind, gehört natürlich auch die SchoWo. Nach den beiden ruhigen Pandemie-Jahren war es erst ungewohnt, als das Fest wieder losging. Genossen habe sie die SchoWo gleichwohl – und gerne mitgefeiert. „Entweder“, sagt Britta Wünsche, „ist man mittendrin oder man verreist. Wir entscheiden uns fürs Erstere.“ Dazu müssen sie ihre Wohnung noch nicht mal verlassen: „Wir sitzen hier auch gern und lassen und von der Musik berieseln.“

Mittendrin und doch darüber

Genau das ist für sie das Beste am Leben über den Dächern der Altstadt. „Man kann mittendrin sein, muss es aber nicht.“ Dazu kommen die kurzen Wege, die Abwechslung, der Trubel, von dem sie sich aber auch jeder Zeit zurückziehen könne. Und sie freut sich darüber, dass das Leben nach der langen Coronazeit erwacht. „Wenn morgens im Café die Sachen gerichtet werden und das Geschirr klappert, das ist schön. Wir hoffen, dass sich das nicht mehr ändern muss.“

Das Leben im Freien, mit Blick auf Dächer, Kamine und Türme bedeutet für sie ein großes Stück Lebensqualität. In luftiger Höhe, meist unbemerkt von den Blicken. Viele wüssten gar nicht, dass hier oben eine Terrasse sei. „Wer schaut schon nach oben?“, sagt sie und lacht.

Ob die Terrasse wohl heute noch genehmigt werden würde? Laut Baurechtsamt werden jeder Einzelfall und der jeweils gültige Bebauungsplan für das einzelne Gebäude betrachtet, um die Zulässigkeit von Balkonen oder Dachterrassen zu beurteilen. „In Bereichen, in denen kein qualifizierter Bebauungsplan vorhanden ist, wird das Vorhaben nach dem Einfügen beurteilt und entschieden“, so Franziska Haist, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung. Untersucht wird das Vorhaben unter Aspekten des Denkmalschutzes und ob es in die bauliche, direkte Umgebung passt. Wenn das Vorhaben grundsätzlich zulässig ist, werde geprüft, ob ein Bauantrag nötig ist oder der Bauherr ohne Baugenehmigung umbauen kann.

Wer Britta Wünsche in ihrer Dachwohnung im Hinterhaus der Gaupp’schen Apotheke besucht, steigt erst viele Treppen hinauf, bis er vor ihrer Wohnungstür landet. Über weitere Stufen gelangt er innerhalb der Wohnung in einen stylischen Wohnbereich direkt unterm Spitzdach - und dann auf ihre schöne kleine Terrasse. Verwinkelt und extravagant geschnitten ist die Wohnung, hell und freundlich die Terrasse, die die Wohnung zu etwas Besonderem macht. Wer sich über die Brüstung lehnt, schaut unten auf

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