Schorndorf

Mitternachtsshopping in der Innenstadt

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Die Eiswaffel unter Palmen: Schorndorf im entspannten Modus von Dolce Vita. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Mit Freunden Spaß haben: Erdbeerbowle vor der Metzgerei Kurz. © Ralph Steinemann Pressefoto
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An vielen Ecken gab es Gelegenheiten, Straßenmusikern, hier Sascha Santorineos, zuzuhören. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Kunst und Nachthimmel an der Stadtkirche. © Ralph Steinemann Pressefoto

Schorndorf. Auch ein kurzer und heftiger Regenschauer konnte am Freitagabend zahlreiche Bummler nicht davon abhalten, stressfrei und entspannt durch die Gassen und Läden der Schorndorfer Innenstadt zu flanieren. An allen Enden Musik, Cocktailbars und Chill-Ecken, dazu offene Geschäfte bis Mitternacht, luden zur sichtlich heiteren Muße ohne Hektik, auch wenn sich das richtige Sommerflair nicht ganz einstellte.

Einladend und gemütlich möbliert waren die Gassen und Straßen der Innenstadt an diesem vom Verein für Citymarketing Schorndorf Centro organisierten Abend. Orangefarbene Liegestühle der Stadtwerke am Oberen Marktplatz. Knuffelig schwarze Sitzsäcke gleich an mehreren Ecken, die zum Chillen aufforderten. Die meisten blieben dann doch unbesetzt, da gerade feucht geworden. Machte nichts, die leckeren brasilianischen Bio-Cocktails, die von der Firma Chjlya angeboten wurden, taten das ihre, das Feuchte in Hitze zu verwandeln. Und Cassandra und Gez taten das ihre, um mit ihren einschmeichelnden Folk-Melodien eine sanft-angenehme Abendmelancholie aufkommen zu lassen.

Brennpunkte der Geselligkeit, entspannt und lässig

Denn trotz des Wetters war die Stimmung, die man beim Hin- und Herschlendern aufschnappen konnte, vielleicht gerade deshalb besonders entspannt, ja geradezu lässig. Über 60 Geschäfte hatten sich beteiligt, aber es gab natürlich wieder einige Brennpunkte der Geselligkeit, wie etwa vor der Metzgerei Kurz, wo dichte Menschentrauben am Grill- und Weinstand standen und zum groovenden Rock der Gruppe „In Team“ wippten. Ein paar Meter höher konnte man im Kaufhaus Bantel auf der Dachterrasse an der Sektbar sogar einen Blick auf den über der Stadt stehenden Sichel-Mond erhaschen.

Am anderen Ende der Straße ging es beim Weltladen El Mundo ebenfalls sehr lebendig zu. Dort gab’s wieder die schärfsten Caipirinhas, charmant gemixt, dazu wahlweise alternativ, einen „Coffee to sit“. Und gegenüber, unter Palmenkübeln in Liegestühlen, konnte man dem Poetry Pain Killing Orchestra an der Stadtkirche mit Shawn Maguire, Rüdiger Kurz und Oliver Utzt lauschen.

Dichtes Gedränge in den Gassen 

Dicht gedrängt war es auch in den idyllischen Gässchen der Altstadt, einmal der Höllgasse und dann in der Hetzelgasse vor dem Wein- und Teelädle. Es hieß, sich treiben lassen, Bekannte treffen, ein Schwätzchen halten und dabei die Einkaufstüte auf den Boden stellen.

Viel los bei Geschäften mit besonderen Ideen 

Gleich ein ganzes Arsenal von Einkaufstüten gab es vor Uhlig-Lederwaren in der Johann-Philipp-Palm-Straße zu bestaunen. Hier gab’s als Schnäppchen die verschiedensten Umhängetaschen - und das Gestöber und der Absatz waren groß. Ein Renner. Zu beobachten war, dass überall dort, wo die Geschäfte mit einer besonderen Idee aufwarteten, sich auch etwas tat.

Mitmachgelegenheit bereitet Spaß

Das konnte auch der Einsatz von purem Charme sein, wie etwa der des Teams der Parfümerie Akzente mit ihrem italienischen Abend, oder auch der Infostand der AOK, die nette luftballonbehangene Bar vor der Deutschen Bank, der Pizzastand vor der Bäckerei Maurer oder die von „clever fit“ aufgestellte Mitmachgelegenheit, eine Wand, an der man seine Reaktionsschnelligkeit testen konnte. Ein gern angenommener Spaß für viele.

Fink: "eine schöne Veranstaltung"

Für Uli Fink, Geschäftsführer von Centro und Organisator des Mitternachts-Shoppings, war’s „zum Schluss eine schöne Veranstaltung“. Er, der erfahrene Einzelhändler, weiß zwar auch, was immer noch besser werden könnte, aber sein Fazit lautet: „Man muss Erlebnisse schaffen, und das ist uns ganz gut gelungen.“ Für ihn war’s eine lange Nacht. Bis alles wieder abgeräumt war, wurde es halb zwei Uhr morgens. Sein Dank geht deshalb besonders auch an die Mitarbeiter der Zentralen Dienste, die spät den Müll entsorgten und die Verkehrsschilder wieder richteten. Auch mit den Stadtwerken, so Fink, sei „die Zusammenarbeit vorbildlich“.


Finks Fazit und Kritik

„Das Umfeld wird von uns, von Centro, organisiert. Dann kommt es aber auf das Engagement der Einzelhändler an. Mein persönlicher Eindruck war, da, wo die Läden was machen, da lief es auch gut. “ So Uli Finks Einschätzung des Erfolgs der beteiligten Geschäfte. Unverständnis zeigt er auch über die mangelnde Beteiligung der Weststadt und dass manche Läden schon vor Mitternacht geschlossen haben: „Man jammert, es geht nix, die Leute kaufen abends im Internet. Und dann machen sie früher zu. Schade, sehr schade.“