Schorndorf

Mobiles Impfteam kommt im Dezember dreimal nach Schorndorf

Symbolbild  Der Schorndorfer Hausarzt Dr. Klaus Mannschreck ist mit Booster-Impfungen vollauf beschäftigt.
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Mehr als 50 Impftermine bietet das mobile Impfteam des Klinikums Stuttgart noch bis Weihnachten im Rems-Murr-Kreis an – von Allmersbach im Tal bis nach Weinstadt, gleich mehrfach sind die Ärzteteams in Fellbach, Welzheim und Winnenden. Nur Schorndorf war lange auf der Liste gar nicht vertreten. „Die Kommunen“, erklärt Juliane Jastram, Sprecherin des Landratsamts auf Nachfrage, „waren unterschiedlich schnell mit der Rückmeldung.“ Nach und nach werde die Liste erweitert – und jetzt endlich konnte auch die Schorndorfer Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Landratsamt drei Termine für den Dezember organisieren. Dafür müssen, erklärt Stadtsprecherin Nicole Amolsch die Verzögerung, „Räumlichkeiten zur Verfügung stehen“.

Dass es – nach der Schließung des Kreisimpfzentrums in der Waiblinger Rundsporthalle zum 1. Oktober – dringend niederschwellige Impfangebote zur Entlastung der Schorndorfer Ärzte braucht, das hatten CDU-Fraktion und CDU-Stadtverband bereits Anfang der Woche in einer Pressemitteilung gefordert. Stadtrat und Apotheker Thorsten Leiter berichtete von „drastisch höheren Impfstoffbestellungen der Ärzte in den letzten Tagen und Wochen“ sowie zusätzlichen Sprechstundenzeiten.

Lange Warteliste und noch keine Chance für unter 40-Jährige

Davon kann auch Dr. Klaus Mannschreck ein Lied singen: In seiner Hausarztpraxis am Oberen Marktplatz gibt es eine Warteliste, „die wir vielleicht bis Dezember abarbeiten werden“. Aktuell werden gar keine neuen Patientinnen und Patienten mehr auf die Liste gesetzt – und bei telefonischen Anfragen zum Teil bis ins nächste Jahr hinein vertröstet. Dabei ist der Bedarf riesengroß: „Alle Leute wollen die Boosterung.“ In der Praxis, berichtet Mannschreck, habe man die Schlagzahl deutlich erhöhen müssen. Der Organisationsaufwand neben dem normalen Praxisbetrieb sei enorm. Schließlich melden sich nicht nur über 70-Jährige und Risikopatienten, sondern im Grunde alle, deren zweite Corona-Impfung schon ein paar Monate zurückliegt und die jetzt heil durch die vierte Welle kommen wollen. Und obwohl der Hausarzt grundsätzlich für die Auffrischungsimpfung ist, unter 40-Jährigen erteilt die Praxis noch eine Absage. Und: Fremdpatienten kommen im Moment gar nicht zum Zug.

Warum es in Schorndorf so schleppend vorangegangen ist mit den von Stadt und Landkreis organisierten Impfterminen, das ist für Mannschreck „ein heiliges Rätsel“: Eine Entlastung der Ärzteschaft hält er für dringend nötig: „Da muss was passieren.“ Allein, bis die Patienten in der Schorndorfer Hausarztpraxis geboostert sind, schätzt Mannschreck, wird das Praxisteam noch bis in den Frühsommer hinein beschäftigt sein.

Drei Termine mit Voranmeldung in der Albert-Schweitzer-Halle

Doch jetzt ist, auch für alle anderen Schorndorfer Hausärzte, Entlastung in Sicht mit drei Impfterminen an den Freitagen 3., 10. und 17. Dezember, jeweils von 14 bis 18 Uhr in der Albert-Schweitzer-Turnhalle. Ein Impfteam des Klinikums Stuttgart bietet Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen an, mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson. Je eine Aktion in Winterbach und in Plüderhausen sind laut Landratsamt gerade außerdem in Planung.

Um lange Schlangen zu vermeiden, wird das Landratsamt ein Terminvergabe-System etablieren, mit dem Interessierte über Ort oder Datum nach einem Impftermin im gesamten Landkreis suchen können. Die Experten im Landratsamt wollen bis Ende der Woche die Terminvergabe entsprechend programmiert haben, damit nicht für jeden einzelnen der 53 Termine ein Link über das derzeitige System erzeugt werden muss. Bis das System umgestellt ist, können Interessierte noch ohne Terminanmeldung zu den Impfterminen kommen. Für die Schorndorfer Termine, die alle erst im Dezember sind, gilt das dann nicht mehr.

Beim Impfen selbst geht es dann schneller, wenn Impfwillige sich vorab unter http://www.impfen-bw.de registriert und ihre Impfdokumente, also Laufzettel, Anamnese, Einwilligung und Aufklärungsmerkblatt, bereits ausgedruckt haben und mitbringen. Ebenso müssen sie Impfpass, Versichertenkarte und Personalausweis dabeihaben.

Bei jedem Termin können sich bis zu 200 Personen impfen lassen

Pro Termin können dann insgesamt bis zu 200 Personen geimpft werden – auf Wunsch auch Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren (mit Biontech/Pfizer) in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Ab dem Alter von 16 Jahren dürfen Jugendliche selbst entscheiden, ob sie geimpft werden möchten. Auch sie bekommen den Impfstoff Biontech/Pfizer.

Booster-Impfungen sind bei diesen mobilen Aktionen grundsätzlich sechs Monate nach der Zweitimpfung möglich. Der Landkreis hat sich mit den impfenden Ärzten darauf verständigt, dass eine Kulanzzeit von zwei Wochen möglich ist, sofern dies medizinisch sinnvoll ist. Das heißt: Auch Menschen, die vor fünf Monaten und zwei Wochen den vollständigen Impfschutz erhalten haben, bekommen bei den Vor-Ort-Aktionen die dritte Impfung. Bei Johnson & Johnson kann die Booster-Impfung vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen.

Info

Alle Impftermine im Rems-Murr-Kreis sind im Internet unter https://www.rems-murr-kreis.de/kreisimpfzentrum-in-waiblingen/zusammen-schaffen zu finden. Die Liste im Internet wird laufend aktualisiert.

Mehr als 50 Impftermine bietet das mobile Impfteam des Klinikums Stuttgart noch bis Weihnachten im Rems-Murr-Kreis an – von Allmersbach im Tal bis nach Weinstadt, gleich mehrfach sind die Ärzteteams in Fellbach, Welzheim und Winnenden. Nur Schorndorf war lange auf der Liste gar nicht vertreten. „Die Kommunen“, erklärt Juliane Jastram, Sprecherin des Landratsamts auf Nachfrage, „waren unterschiedlich schnell mit der Rückmeldung.“ Nach und nach werde die Liste erweitert – und jetzt endlich

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