Schorndorf

Museumsnacht in Schorndorf zeigt, dass Kunst und Wissenschaft keine Gegensätze sind

Museumnacht
„Die Urwald-Expedition“: In der Forscherfabrik gab es eine gut besuchte Kindertheater-Aufführung. © Gabriel Habermann

Entspannt und doch anregend gestaltete sich für die vielen jungen und alten Besucher das Erbummeln des vielfältigen Angebots bei der Remstal-Museumsnacht in Schorndorf. Nicht wenige wurden bei schönstem Maiwetter auch aus der weiteren Region angelockt.

Ein voller Erfolg war gleich zu Beginn die Kindertheater-Aufführung „Die Urwald-Expedition“. Eine musikalische Schatzsuche von und mit Christof und Vladi Altmann, die über 60 Kids mit ihren Begleitern zum begeisterten Mitmachen animierten, wobei diese eine fröhliche Ausbildung zu Detektiven erhielten.

Premiere: Türen zwischen Forscherfabrik und Q-Galerie waren weit geöffnet

Danach sah man dann an den meisten Stationen in der Forscherfabrik rege Lern- und Experimentierbereitschaft. Konzentriert mit viel Spaß sah man etwa einen Großpapa zusammen mit seinem Enkel an der Druckluftrakete hantieren.

Dort ist gerade mit Lothar Schifflers „Airlines. Vogelspuren in der Luft“ eine Fotoausstellung zu sehen, die spannend für Erwachsene sowohl wie für Kinder ein vogelkundlich-ökologisches Thema mit einer künstlerischen Herangehensweise zusammenbringt.

Eine gelungene Premiere: Die Türen zwischen Forscherfabrik und Q-Galerie, zwischen Wissenschaft und Kunst, waren einladend weit geöffnet! Und das Publikum schlenderte mit faszinierter Neugier hin und her. Ein produktives Zusammenspiel, das auch von den beiden Leiterinnen der Einrichtungen, Andrea Bergler (Stadtmuseum) und Stefanie Grünes (Kulturforum), mit freudiger Genugtuung wahrgenommen wurde. Ein Anfang zukünftiger Kooperationen? Zu lernen jedenfalls war hier am gelungenen Experiment, dass Kunst und Wissenschaft eben keine Gegensätze sein müssen.

Gegenüberliegend offene Türen hatten an diesem langen Abend auch das Gottlieb-Daimler-Geburtshaus und die auf der anderen Seite der Höllgasse liegende ehemalige Wagner-Werkstatt Henninger, die von ihren gegenwärtigen Betreibern mit nostalgisch aufgeräumten Flair immer mal wieder gesellige Einblicke gewährt. Zwei Stätten des schwäbischen Tüftler- und Handwerksgeistes in der Altstadt, in denen ebenfalls viele Besucher zu sehen waren.

Einen sommerlichen Abend im Freien auf dem Kirchplatz genossen viele Bummler bei Musik von „The Chorister“ und kleiner Bewirtung. Gegenüber liegen sich hier Stadtkirche und Stadtmuseum. Und auch da waren die Türen weit offen. Die Stadtkirche zeigte sich in neuem Glanz und ist lange schon auch ein Ort der Auseinandersetzung mit den Künsten geworden.

Weinproben im Stadtmuseum im Geiste des Viertelesschlotzers Reinhold Maier

Im Stadtmuseum, der ehemaligen Lateinschule, ging es mit Erinnerungen an und Anekdoten über den Schorndorfer Liberalen und ersten Ministerpräsidenten nach dem Krieg, Reinhold Maier, dem dort auch eine aktuelle Ausstellung gewidmet ist. Also um Geschichte und Politik. Keinesfalls aber trocken. Es erzählte und unterhielt ein gut gelaunter Jörg Brehmer. Die Stimmung im Geiste des schlitzohrigen Viertelesschlotzers Maier wurde zusätzlich gehoben durch feine Weinpröbchen des Weingutes Singer und Bader aus Korb und Kernen/Stetten.

Was einem während der abendlichen Wanderung durch die Stätten der Museumsnacht erneut klarwurde, war der außergewöhnliche Reichtum an historischen Orten, die Schorndorf zu bieten hat. Orte der gesellschaftlichen, öffentlichen Begegnung. Lange vermisst und einer freien Stadtgesellschaft so nötig wie wohltuend.

Die Schorndorfer Museumsnacht, das war ein kleines Fest der Geschichte, Wissenschaft und Kunst. Ihrer Zugänglichkeit für alle und ihrer inneren wie äußeren Freiheit. In einem sich in der Gegenwart historisch die Zukunft sichernden, selbst vergewissernden Gemeinwesens.

Entspannt und doch anregend gestaltete sich für die vielen jungen und alten Besucher das Erbummeln des vielfältigen Angebots bei der Remstal-Museumsnacht in Schorndorf. Nicht wenige wurden bei schönstem Maiwetter auch aus der weiteren Region angelockt.

Ein voller Erfolg war gleich zu Beginn die Kindertheater-Aufführung „Die Urwald-Expedition“. Eine musikalische Schatzsuche von und mit Christof und Vladi Altmann, die über 60 Kids mit ihren Begleitern zum begeisterten Mitmachen

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