Schorndorf

Musikverein Concordia Schorndorf-Weiler macht coronabedingt besonderes Festangebot: „Kelterhock dohoim“

Kelterhock
Die Werbetrommel für den „Kelterhock dohoim“ rühren Eduard Schall, Tanja Gönnenwein, Peter Kazik und Jürgen Pikal (von links) mit Flyern, Plakaten und der Essens- und Getränkebox. © Gabriel Habermann

„Andere Zeiten erfordern andere Sitten“, schreibt der Musikverein Concordia Schorndorf-Weiler auf seiner Internetseite und schnell wird klar, was gemeint ist: Wie im vergangenen Jahr fällt auch 2021 der legendäre Weilermer Kelterhock, der traditionell nach den Pfingstferien stattfinden würde, aus – die Pandemie ist der Grund. Aber die Musiker haben sich was anderes ausgedacht. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: „Der Zeitpunkt ist jetzt etwas ungünstig gefallen für unser Vorhaben, denn durch die sinkenden Inzidenzen hat nun auch wieder die Gastronomie geöffnet und das ‘To-go-Angebot’ nimmt ab“ – Jürgen Pikal berichtet, dass man rechtzeitig eine Corona-Alternative für den Kelterhock, den man in Weiler seit mehr als zehn Jahren als Tradition pflegt, in petto haben wollte. Der stellvertretende Vorsitzende hatte im April die Idee, eine Essens- und Getränkebox in der Corona-Zeit für die ansonsten vor der Kelter stattfindende Hocketse anzubieten. Diese Organisation und Planung benötigte Vorlauf.

„Concordias Grillmeisterpaket“ oder „Musik ist uns nicht Wurst“-Salat

„Im Mai stand das Konzept. Deshalb ist es nun, wie es ist: Wir bieten das Festle für zu Hause an. Das beinhaltet das ‘Concordia Grillmeisterpaket’ mit Würsten, Steaks, Baguette, oder einen ‘Musik ist uns nicht Wurst’-Salat, dazu eine Getränkeauswahl“, zählt Pikal auf. Den Gedanken, kurzfristig noch einen Kelterhock zwischen Kelterstraße und Kanalstraße zu organisieren, haben die Verantwortlichen schnell verworfen. „Selbst wenn eine Hocketse mit den niedrigen Inzidenzen unter Corona-Bedingungen nun erlaubt gewesen wäre, wäre dies nicht umsetzbar gewesen. Denn zum Fest gibt es ja beispielsweise mehrere Straßenzugänge – wie hätten wir das kontrollieren sollen, beziehungsweise die Abstandsregeln einhalten können?!“, stellt der Erste Vorstand, Peter Kazik, die Fragen, die alle Vereinsmitglieder umgetrieben haben. Die traditionelle Hocketse habe in den vergangenen Jahren sowieso immer eine gewisse Vorbereitungszeit in Anspruch genommen, auch ohne Corona.

Im Vereinsleben von jeglicher Normalität entfernt

Nun hoffen die Vereinsvorsitzenden, dass die Bürgerinnen und Bürger den Verein durch das Essens- und Getränkeangebot auf diese Weise unterstützen, um den Kelterhock nicht ganz ausfallen zu lassen. Einen „Hauch von Normalität“ wolle der Musikverein Concordia damit verbreiten – obwohl man im Vereinsleben laut Jürgen Pikal noch von „jeglicher Normalität weit entfernt“ ist.

„Wir sind gespannt, ob das kleine Event für zu Hause ankommt“, fügt Musikvorstand Eduard Schall ein. Er gibt einen Einblick in die Orchesterproben, die in den vergangenen Monaten – wie bei so vielen – online abgehalten wurden. „Unser Dirigent Rubén Durá de Lamo, der seit 2019 bei uns ist, hat für diese Proben immer Youtube-Videos eingespielt und für uns ging es dann ans Eingemachte“, so Schall. Beispielsweise habe man so im Dezember mit sämtlichen Registern „White Christmas“ eingespielt. Nicht immer war das komplette Orchester online beisammen, wissen die Musiker. „Es ist schon ein Manko, wenn das richtige Zusammenspiel fehlt.“ Die Gemeinschaft habe schwer unter der Pandemie gelitten – „Corona hat schon enorm ins Vereinsleben reingehauen“. Der Austausch und das gemeinsame Musizieren haben sehr gefehlt.

Präsenz und Auftrittsgefühl werden vermisst

Schmerzlich sind die Erinnerungen an das vergangene Jahr: Für den 14. März 2020 war das Jahreskonzert angesetzt – es hätte das erste große Konzert mit dem neuen Dirigenten Rubén Durá de Lamo werden sollen. Dementsprechend groß war die Aufregung. „Wir hatten lange geprobt, alles war vorbereitet, die Jugendkapelle, die Bläserklasse sowie das aktive Orchester freuten sich alle riesig auf den Auftritt – und dann, dann kam der Lockdown. Eine Woche vor dem Termin musste das Konzert abgesagt werden. Das war schon frustrierend“, sagt Jugendleiterin Tanja Gönnenwein und spricht damit für alle.

Gerade bei den Jüngeren, die so auf den Auftritt hingefiebert hätten, habe man die Enttäuschung bemerkt, sagt Gönnenwein. Sie hofft, dass es bald wieder in die Musiker-Präsenz geht: „Wir hören natürlich von vielen Kindern und Eltern die Frage, wann es endlich wieder losgeht.“ Das Persönliche, der Antrieb und das Auftrittsgefühl würden die Kinder sehr vermissen: „Da ist sicher auch bei manch einem verständlicherweise die Lust verloren gegangen“, ahnt die Jugendleiterin, die gemeinsam mit den Vorsitzenden die Initiative der Eltern lobt, denn diese würden „enorm den Rücken stärken“.

Alle Musiker wünschen sich, dass sie bald wieder gemeinsam Proben können, und sich endlich wieder persönlich sehen. Einzig und allein gilt es nun noch auf das offizielle „Go“ des Ordnungsamtes zu warten, damit man rechtlich auf der sicheren Seite ist, was die Corona-Verordnungen betrifft. Ein weiterer Wunsch: Mitglieder gewinnen.

„Wir müssen flexibel bleiben, das ist klar“, sagt Jürgen Pikal. Die positive Einstellung lässt man sich nicht nehmen. Fürs Jahr 2022 hofft der Verein dann wieder auf den „echten Kelterhock“, auf feiernde Gäste und viele Konzerte.

„Andere Zeiten erfordern andere Sitten“, schreibt der Musikverein Concordia Schorndorf-Weiler auf seiner Internetseite und schnell wird klar, was gemeint ist: Wie im vergangenen Jahr fällt auch 2021 der legendäre Weilermer Kelterhock, der traditionell nach den Pfingstferien stattfinden würde, aus – die Pandemie ist der Grund. Aber die Musiker haben sich was anderes ausgedacht. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: „Der Zeitpunkt ist jetzt etwas ungünstig gefallen für unser Vorhaben, denn

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