Schorndorf

Närrische Geschenke für OB Bernd Hornikel von den Schorndorfer Hexen

Rathaussturm
Die Hexen sorgten vor dem Rathaus zumindest für etwas Faschingsstimmung. © Gabriel Habermann

„Schau mal, die Schorndorfer Hexen.“ Die Passanten in der Innenstadt staunten nicht schlecht, als am Donnerstag gegen 15 Uhr in alter Tradition ein paar Narren in voller Montur auf dem Marktplatz aufkreuzten. Denn erst vor gut einer Woche hatten die Schorndorfer Hexen den traditionellen Rathaussturm noch pandemiebedingt abgesagt. Zwar ging es in diesem Jahr deutlich ruhiger zu als sonst, doch trotzdem wollten es sich die Narren nicht nehmen lassen, dem neuen OB Bernd Hornikel ihr diesjähriges Hexengedicht vorzutragen. Auch ein Geschenk wurde dem Oberbürgermeister überreicht. Dieser empfing die Faschingsfans coronakonform vor dem Rathaus, in das er noch gar nicht offiziell eingezogen ist. Die ein oder andere Spitze in Richtung Stadtpolitik seitens der Hexen durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Kehrwisch und Duftbaum als Geschenk

Eine kleine Gruppe, acht Hexen an der Zahl, lockte den neuen Oberbürgermeister mit Rätschenlärm und Konfetti aus dem Rathaus. Gesang und Tanz auf dem Marktplatz - wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Das fragten sich sicherlich viele Schorndorferinnen und Schorndorfer, die sich schnell um die Gruppe versammelten und mit ihren Smartphones Bilder und Videos machten. Einen schöneren ersten Amtstermin als den „Schmotzige Doschtig“ gebe es wohl kaum, hieß es aus Hexenkreisen in Richtung OB.

Dann ging es ans Eingemachte: Das Hexengedicht wurde vorgetragen. „Mir send die Hexa von dr Stadt ond kehrat do, wo's dr gröschte Dreck hat.“ Eigentlich würden die Hexen nämlich, so das Gedicht weiter, im Rathaus kehren und dabei „euch dadrenna“ das Fürchten lehren. Bereits der Einstieg ließ vermuten, dass die Hexen „s'Berndle als neuen OB“ zwar herzlich empfangen, ihm mit ihrem Gedicht jedoch auch eine klare Botschaft mit auf den Weg geben wollen.

Zunächst aber wolle man den OB mit einem „Güggle mit wichtige Sacha“ beschenken. Ein närrisch-fieser Kommentar durfte dabei nicht fehlen: „Doch dann isch fei Schluss mit noble Gesta. Jetzt erwarta mir Leistung vom Klassabesta.“

Hornikel nahm das „Hexen-Notfall-Set für Anfänger“ entgegen und packte seine Präsente direkt auf der Rathaustreppe aus. „Der Inhalt ist lebensnotwendig und wird gerne im Rathaus gegen den Schmutz und alten Mief verwendet“, erklärte Oberhexe Sabine Häfele. Bestens dafür geeignet ist das erste Geschenk: ein Kehrbesen samt Schaufel. Auch ein Duftbaum „gegen den alten Rathaus-Mief“ war mit dabei. Bernd Hornikel versprach grinsend, gut durchlüften zu wollen. Auch einen Kalender mit den wichtigsten Terminen für 2023 packte Bernd Hornikel aus - eingetragen war lediglich der für den nächsten Rathaussturm. „Wenn das nur so wäre“, kommentierte Hornikel.

Das nächste Geschenk, eine Schere, sei für das Abschneiden alter Zöpfe geeignet, stellten die Hexen klar. Und für die ersten 100 Amtstage überreichte die Gruppe dem OB einen Müsliriegel zum Durchhalten sowie eine Packung Streichhölzer, „falls die Augen mal schwer werden“. „Zwische Banga ond Hoffa“ ist den Schorndorfer Narren eines sonnenklar: „Älle Hexa kommed wiedr em nächsta Jahr.“ Vielleicht trägt der OB dann sogar eine Krawatte, die ihm die Hexen in guter Tradition abschneiden werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Rathaussturm dann wieder etwas pompöser, lauter und vor allem lustiger sein wird. Auch wenn die derzeitige weltpolitische Lage, in der die Corona-Krise als größte Katastrophe von einem innereuropäischen Krieg abgelöst wird, selbst den optimistischsten Narren wenig Anlass zum Lachen geben dürfte.

„Schau mal, die Schorndorfer Hexen.“ Die Passanten in der Innenstadt staunten nicht schlecht, als am Donnerstag gegen 15 Uhr in alter Tradition ein paar Narren in voller Montur auf dem Marktplatz aufkreuzten. Denn erst vor gut einer Woche hatten die Schorndorfer Hexen den traditionellen Rathaussturm noch pandemiebedingt abgesagt. Zwar ging es in diesem Jahr deutlich ruhiger zu als sonst, doch trotzdem wollten es sich die Narren nicht nehmen lassen, dem neuen OB Bernd Hornikel ihr

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