Schorndorf

Nach Brand im SOS-Kinderdorf Schorndorf-Oberberken: Neue Kita nimmt Gestalt an

SOS Kinderdorf
Rolf Huttelmaier, der Leiter des SOS-Kinderdorfs © Alexandra Palmizi

„Es bleibt die Vermutung, dass der Brand durch Zündeln ausgelöst wurde“, sagt Rolf Huttelmaier, Leiter des SOS-Kinderdorfs in Schorndorf. Ein dreiviertel Jahr nach dem Brand im Kindergarten am Wasserturm im SOS-Kinderdorf stehen die genauen Ursachen noch immer nicht fest. Wie berichtet, hatte sich der Tatverdacht wegen Brandstiftung von Anfang an gegen ein Kind und einen Jugendlichen gerichtet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Ermittlungen beim Kind eingestellt, weil Kinder unter 14 Jahren nicht schuldfähig seien. Die Ermittlungen gegen den Jugendlichen dauern dagegen an. Seit Mitte Dezember 2021 läuft das Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft in Mannheim, weil der Junge inzwischen im Zuständigkeitsbereich der dortigen Staatsanwaltschaft lebt. Nach Angaben von Staatsanwalt und Pressesprecher Marc Schreiner ist der Ausgang des Verfahrens noch offen, da die Ermittlungen noch nicht vollständig abgeschlossen seien.

Der Kindergarten am Wasserturm in Oberberken war am 16. Mai in Flammen aufgegangen und komplett zerstört worden. Schon am Tag nach dem Brand hatte die Polizei mitgeteilt, dass am Einsatzort Hinweise auf Brandstiftung gefunden worden waren. Wenig später war dann von einem missglückten Bubenstreich die Rede. Was geschah an diesem Tag genau? Diese Frage können die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft noch immer nicht genau beantworten.

Der Brand war für die Menschen eine große Erschütterung

Die beiden Kinder leben inzwischen an anderen Orten, doch auch im SOS-Kinderdorf in Oberberken hat das Feuer seine Spuren hinterlassen. „Der Brand war für alle Bewohner, für die Kinder wie für die Mitarbeiter, eine große Erschütterung“, sagt Rolf Huttelmaier. Für viele Kinder im Kinderdorf, die bekanntlich nicht bei ihren Eltern leben können und gerade dort Geborgenheit finden sollen, hat das Sicherheitsgefühl empfindlich gelitten. „Jedes der Kinder, das hier lebt, hat Unsicherheit erleben müssen“, erklärt Huttelmaiers Stellvertreter Volker Grimm. Manche Kinder hätten nie ein Urvertrauen entwickeln können. Hilfe von außen hat die Einrichtung deshalb in Form eines externen Beraters bekommen. Das Gespräch unter den Mitarbeitern ist laut Huttelmaier gestärkt worden. Und im familiären Rahmen wurde mit den Kindern geredet.

Doch selbst für die Kindergarten-Kinder von außen sei der Brand schlimm gewesen. Plötzlich sei das Vertraute weggebrochen. Auch mit den Menschen außerhalb des Kinderdorfes hat Rolf Huttelmaier das Gespräch gesucht, vor kurzem war er deshalb auch im Ortschaftsrat. „Mir war es wichtig, als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen“, erklärt er. Auch telefonisch stehe er bei Problemen oder Anfragen jederzeit zur Verfügung: „Wir sind offen und pflegen die Zusammenarbeit.“

Im Kita Betreuung von 35 bis 40 Stunden und mehr

Inzwischen gibt es erste Entwürfe für den neuen Kindergarten Am Wasserturm. Mit dem Neubau sollen auch zeitgemäße Anforderungen bei der Kinderbetreuung berücksichtigt werden. Geht alles nach Plan, steht im Sommer 2023 ein zeitgemischtes Betreuungsangebot für 50 Kinder mit verlängerten Öffnungszeiten von 35 Stunden pro Woche bis hin zur Ganztagsbetreuung mit 40 Wochenstunden und gegebenenfalls auch mehr. Entstehen werden unter anderem ein größerer Personalbereich und ein Raum für Elterngespräche sowie eine Versorgungsküche für die Kindermahlzeiten und eine Mensa, das neue „Kinderrestaurant“. Geplant sind auch zwei Garderoben, eine davon als „Schmutzschleuse“, in der die Matsch- und Buddelsachen beim Reinkommen nach einem Ausflug in der Natur oder einer sand- und matschintensiven Spielrunde im Garten bleiben. Ziel ist es, dass im Sommer kommenden Jahres die ersten Kinder im neuen Kindergarten „Am Wasserturm“ spielen sollen. Dass der Plan angesichts derzeitiger Lieferschwierigkeiten ehrgeizig ist, weiß Huttelmaier allerdings durchaus. „Wir hoffen, dass wir den Termin halten können.“

Damit der Verein bis zum Bau des neuen Kindergartens allen Kindern aus Oberberken und dem Kinderdorf einen Betreuungsplatz anbieten kann, wurde im Oktober der Kindergarten „Sonnenblume“ auf dem SOS-Kinderdorfgelände eröffnet. Dafür werden die bestehenden Räume umgebaut und entsprechend eingerichtet. Die „Sonnenblume“ hat damit 13 zusätzliche Plätze für Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt, um den Bedarf für das neue Kindergartenjahr zu decken. Der Kindergarten ist so lange aktiv, bis der neue Kindergarten steht.

„Es bleibt die Vermutung, dass der Brand durch Zündeln ausgelöst wurde“, sagt Rolf Huttelmaier, Leiter des SOS-Kinderdorfs in Schorndorf. Ein dreiviertel Jahr nach dem Brand im Kindergarten am Wasserturm im SOS-Kinderdorf stehen die genauen Ursachen noch immer nicht fest. Wie berichtet, hatte sich der Tatverdacht wegen Brandstiftung von Anfang an gegen ein Kind und einen Jugendlichen gerichtet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Ermittlungen beim Kind eingestellt, weil Kinder

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