Schorndorf

Nach Corona-Stillstand: DAV-Sektion Schorndorf freut sich auf Wanderungen und auch die Alpenrosenhütte ist wieder geöffnet

Alpenrosenhütte
Die Alpenrosenhütte der DAV-Sektion Schorndorf in den Kitzbüheler Alpen. © privat

Aufatmen beim Vorstand des Deutschen Alpenvereins Sektion Schorndorf mit Bezirksgruppe Backnang: „Endlich können wir wieder langsam mit unserem Programm starten“, sagt Hans Hutt und Andreas Link nickt beipflichtend. „Man merkt enorm, dass die Menschen wieder raus ins Freie wollen“, hat Hutt beobachtet, denn aus vielen Unterhaltungen weiß er, dass Wanderfreudige selten gerne alleine, sondern lieber in der Gruppe laufen.

Mit ersten kleineren Wanderungen ist die DAV-Sektion wieder gestartet: „Jetzt geht es Schlag auf Schlag“, kündigt das Vorstandsteam an. „Wir planen Ausfahrten und Touren. Langsam läuft alles wieder an.“ Ende Juni werden auch wieder die Gymnastikabende in der Mehrzweckhalle stattfinden können. Eine Ausfahrt zur Alpenrosenhütte ist vom 26. bis 29. August geplant. „Wir hoffen, dass das klappt.“ Seit 29. Mai hat die Hütte in den Kitzbühler Alpen wieder geöffnet und ist nun durchgehend bis voraussichtlich 26. Oktober in Betrieb. Auch hier wird der Wunsch gen Wanderhimmel geschickt, dass es so bleibe.

Sektionsleben schien stillzustehen

Ein Blick zurück: 2020 – Nichts ging mehr, keine Wanderungen, keine Treffen, keine Aktivitäten, kein Gymnastikangebot. Schließung der Kletterbox in Schorndorf, Schließung der Schorndorfer Hütte, vorzeitiges Ende der Skisaison und somit Schließung der Alpenrosenhütte in Tirol. Das Sektionsleben schien stillzustehen. Doch nicht ganz. Vorstand und Beirat arbeiteten digital weiter. Viele virtuelle Treffen über verschiedene Plattformen hielten das Vereinsleben am Laufen. Die Jugendgruppen konnten sich nicht treffen, schickten aber Bilder und Videos von Kletterpartien im Haus und Garten in die virtuellen Gruppen. Alle hielten Kontakt.

Nach den Pfingstferien 2020 ging es wieder los, ganz langsam und vorsichtig. Die Kletterbox öffnete unter Einhaltung von Auflagen und bald konnten sich die Jugendgruppen, wenn auch nur mit wenigen Teilnehmern, wieder treffen. Erste Wanderungen konnten durchgeführt werden und für die Hütten wurden Hygienekonzepte entwickelt, sodass hier wieder geöffnet werden konnten. Und dann – musste die Alpenrosenhütte am 3. Oktober aufgrund des erneuten Lockdowns und des Ausweisens von Tirol als Risikogebiet vorzeitig ihren Betrieb schließen. Das DAV-Programm musste eingestellt werden. „Die Reisewarnungen griffen sehr schnell. 90 Prozent der Gäste auf der Hütte sind normalerweise aus Deutschland und Holland. Da war dann plötzlich wieder nichts mehr los“, beschreibt Hutt die Lage. „Die Gemeinschaft fehlte sehr und natürlich auch die Bewegung.“ Bedauerlich sei gewesen, dass gerade der November und Dezember 2020 einen „Traumwinter“ lieferten. „Da ist das Gebiet rund um die Hütte herrlich“, schwärmen die Wanderliebhaber.

Beeindruckendes Panorama

Wunderbare Augenblicke gebe es auf der Hütte zu erleben, das Panorama sei beeindruckend: „Je nach Sicht sieht man die Zugspitze.“ Und auch die Abendstimmung sei eine einzigartige. Erinnerungen werden wach: Jedes Jahr gebe es das sogenannte Bergleuchten. Ob es in diesem Jahr stattfindet, sei noch nicht bekanntgegeben worden. „Es ist eigentlich immer im August und ein großes Spektakel“, wird berichtet. Mehrere Lichter und Kerzen werden da in die Berghänge gesteckt. Im Sommer 2019 beteiligte sich der DAV am Bergleuchten und projizierte „DAV 150“- Jahre mit 500 Fackeln in den Berg.

Die Alpenrosenhütte liegt in rund 1555 Meter Höhe in den Kitzbühler Alpen, im Brixental mit dem Ort Westendorf, von blühenden Bergwiesen und Almen umgeben. Erreichbar ist die Hütte nur über die Alpenrosen-Bergbahn und zu Fuß. „Man muss sich also sehr genau überlegen, was man für einen Ausflug alles einpackt“, so der Hinweis der erfahrenen Wanderer. In Zeiten „ohne Corona“ waren immer vier feste Ausfahrten zur Alpenrosenhütte im Programm verankert – drei im Winter, eine im Sommer. Die Sommerausfahrten beinhalten anspruchsvolle Wanderungen, die Winterausfahrten sind auf Skifahren ausgelegt: „Am Berghang ist die Skipiste, wenn man möchte, kann man von oben direkt in die Hütte fahren“, sagt Hans Hutt und schmunzelt.

In diesem Jahr müsse man sich sicherlich noch auf Vorgaben einstellen. Wichtig für einen Besuch der Hütte sei, dass man immer die genauen Bestimmungen zu Corona-Verordnungen nachlese, da diese sich dauernd verändern würden: „Sie stehen bei uns auf der DAV-Homepage“, sagt Hutt. Gleiches gelte übrigens für die Schorndorfer Hütte, die zwischen Wacholderheiden direkt am Trauf der Schwäbischen Alb auf 780 Höhenmetern liegt. Die Regeln, die wegen der Corona-Pandemie gelten, werden noch eine geraume Zeit eine Rolle spielen ist sich Hutt sehr sicher: „Wir werden mit dem Virus leben müssen – wie mit dem Grippe-Virus.“ Ob es beim Vorlegen eines negativen Corona-Tests der Gäste auf der Hütte bleiben muss, wagen die Wanderfreunde nicht zu beurteilen. Gerade in Westendorf sei es mit einem Testzentrum mau, da gebe es nämlich keins. „In der Hütte gibt es Selbsttests und unter den Augen des Hüttenwirts kann man dann den Test machen. Aber wenn größere Gruppen kommen, ist es sicher von Vorteil, schon einen negativen Test mitzubringen“, rät Hutt. Und die Registrierpflicht gibt es ohnehin. Selbst die Tagesgäste müssten ihre Daten hinterlegen. Der Alpenrosenhütten-Neubau, der 2016 fertiggestellt wurde, habe „pandemie-bezüglich“ einen großen Vorteil, fügt Link mit ein. Es gebe genug Platz: „Man kann unter Coronabedingungen sehr gut die Gruppen unterbringen und muss sich keine Gedanken machen.“

Keine Vereinsaustritte

Trotz allem: Der Vorstand blickt erfreut auf die Mitgliederentwicklung, die trotz Corona positiv sei. 2020 konnte die Sektion über fünf Prozent an Neumitglieder verzeichnen. „Bisher gab es keine Vereinsaustritte und wir sind froh, wenn wir weitere Mitglieder gewinnen können“, sagt Hutt. Mehr als 3600 Mitglieder zählt die DAV-Sektion Schorndorf mit Bezirksgruppe Backnang mittlerweile.

Neubau Alpinzentrum bleibt Thema

Wenn es die Inzidenzen zulassen, wird die Kletterbox im Rehhaldenweg 10 (Sporthalle Grauhalde) auch wieder für die Öffentlichkeit angeboten. Mountainbike-Ausfahrten stehen ebenso wieder auf dem Programm. Mittlerweile hat auch die DAV-Geschäftsstelle in der Johann-Philipp-Palmstraße 13 wieder geöffnet (donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr). Und einen weiteren Termin möchte der Vorstand ebenfalls schon erwähnen: den 16. Juli. Da ist laut Hutt eine außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt. Einer der Haupt-Tagesordnungspunkte: das Projekt „Neubau Alpinzentrum“. Präsentationen für das Vorhaben, das in der Nähe des Schatz-Sportzentrums geplant ist, werden vorbereitet. Das Alpinzentrum soll als Treffpunkt für alle Mitglieder der Sektion dienen. Neben einem Kletter- und Boulderbereich sollen im Neubau die Geschäftsstelle, ein Bistro für die Besucher sowie ein Gruppenraum untergebracht werden. Im Außenbereich sollen ebenfalls Kletter- und Boulderflächen sowie eine Grillstelle entstehen.

Aufatmen beim Vorstand des Deutschen Alpenvereins Sektion Schorndorf mit Bezirksgruppe Backnang: „Endlich können wir wieder langsam mit unserem Programm starten“, sagt Hans Hutt und Andreas Link nickt beipflichtend. „Man merkt enorm, dass die Menschen wieder raus ins Freie wollen“, hat Hutt beobachtet, denn aus vielen Unterhaltungen weiß er, dass Wanderfreudige selten gerne alleine, sondern lieber in der Gruppe laufen.

Mit ersten kleineren Wanderungen ist die DAV-Sektion wieder

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