Schorndorf

Nachbarschaftsgespräche: Die Stadt Schorndorf bezieht Bürger in die Bauplanung in der Wiesenstraße mit ein

Nachbarschaftsgespräche
Bei den Nachbarschaftsgesprächen sind einige Akteure involviert. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Stadt hat die ersten Ergebnisse der Nachbarschaftgespräche in der Wiesenstraße vorgestellt. Da in diesem Quartier alte Sozialwohnungen abgerissen und unter dem Namen „Wohnen am Sportpark“ neu gebaut werden, hat die Verwaltung 9500 Euro Fördermittel vom Land dazu genutzt, die Anwohner aktiv in die Planung mit einzubeziehen.

Da die Gebäude in der Wiesenstraße zum größten Teil aus den 1950er Jahren stammen, ist die Bausubstanz in keinem guten Zustand. Ein Abriss und eine Neuplanung des Quartiers durch die Remstalbaugenossenschaft ist nötig. Die erstem Häuser sollen im Mai 2023 fertig sein. „Uns war es von Anfang an ein großes Anliegen, die Wünsche und Sorgen der Anwohner aufzunehmen und in die Quartiersplanung mit einzubeziehen“, sagt Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich. Denn viele Bewohner wüssten nicht, wo sie während der Bauarbeiten unterkommen und ob sie sich die Miete in den neu gebauten Blocks noch leisten können. Thorsten Donn, der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Baurecht, weist darauf hin, dass es sich bei diesem Projekt um einen gemeinwohlorientierten Bauträger handelt. Die Bezahlbarkeit des Wohnraums sei gewährleistet.

Die meisten mögen ihre Straße

Um möglichst nahe an die Anwohner heranzukommen und eine gute Kommunikation zu gewährleisten, arbeitet die Stadt eng mit der Paulinenpflege Winnenden und dem Beratungsbüro Finep zusammen. Iris Schaffer vom Jugendhaus Altlache und Kathrin Lillich vom Netzwerk Wiesenstraße wurden mit einbezogen und haben die Befragung der Menschen im Februar und März durchgeführt. Beide haben durch ihre Arbeit gute Kontakte zu den jungen und alten Menschen in der Wiesenstraße. Aufgrund von Corona konnten sie die Anwohner allerdings nicht persönlich sprechen, sondern haben einen Fragebogen verschickt. 36 Leute haben ihn letztlich ausgefüllt.. Dabei stellten Iris Schaffer und Kathrin Lillich eine stille Unzufriedenheit bei den Anwohnern fest. Das liegt vor allem daran, dass die Probleme der Leute oft nicht gehört werden, erklären sie. Trotzdem mögen die meisten Menschen die Wiesenstraße und wollen eine gute Perspektive für sich und ihre Kinder. Auch die Sicherheit spielt eine große Rolle. Dass die Stadt nun auf sie zukommt, begrüßen die allermeisten. „Deshalb war es so wichtig, direkt nachzufragen. Man muss eben oft da hingehen, wo es wehtut“, sagt Kathrin Lillich. Denn nicht jedes Gespräch ist von großer Freude und Zuversicht geprägt.

Das erste konkrete Ergebnis der Gespräche ist, dass die Anwohner besser über die Umstände in ihrem Viertel informiert werden wollen. Da nicht jeder Zeitung liest, oder im Internet recherchiert, werden regelmäßig neue Aushänge in den Schaukästen in der Wiesenstraße gemacht. Dort sollen alle Neuigkeiten rund um die Bauarbeiten verkündet werden. Auch die Auswertungen des Fragebogens hängen aus. Mittelfristig will die Stadt eine gute Kommunikation gewährleisten und weiterhin auf die Bedarfe der Anwohner reagieren.

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht nur für die Sadt selbst, sondern auch für die Kreisbaugesellschaft wichtig. Projektleiter Frank Geißler erzählt, dass das Unternehmen sogar Einzelgespräche mit Mietern geführt habe. Meist ging es um Themen wie Barrierefreiheit, die künftigen Miet- und Nebenkosten oder ob man eine Wohnung reservieren kann. Edgar Hemmerich betont: „Es ist schon besonders, wenn man auch Einzelfälle betreut, damit diese Familien nicht einfach ihre Wohnung kündigen.“

Die Voraussetzung, um ab 2023 in die neuen Sozialwohnungen in der Wiesenstraße zu ziehen, ist ein gültiger Wohnberechtigungsschein. Nach Angaben von Christian Bergmann, Fachbereichsleiter für Familie und Soziales, hat das allerdings schon lange nichts mehr mit dem alten Klischee zu tun. Da die Einkommensgrenze im Mietspiegel vor einigen Jahren aufgrund der hohen Mietpreise angepasst wurde, bekommen auch viele normal verdienende Leute aus der Mittelschicht die Wohnberechtigung.

Die Stadt hat die ersten Ergebnisse der Nachbarschaftgespräche in der Wiesenstraße vorgestellt. Da in diesem Quartier alte Sozialwohnungen abgerissen und unter dem Namen „Wohnen am Sportpark“ neu gebaut werden, hat die Verwaltung 9500 Euro Fördermittel vom Land dazu genutzt, die Anwohner aktiv in die Planung mit einzubeziehen.

Da die Gebäude in der Wiesenstraße zum größten Teil aus den 1950er Jahren stammen, ist die Bausubstanz in keinem guten Zustand. Ein Abriss und eine Neuplanung

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