Schorndorf

Neue Asylunterkünfte in Schorndorf

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© Ramona Adolf
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Schorndorf Wiesenstrasse 64 ehemals Firma Kelch - neue Flüchtlingsunterkunft in Schorndorf - Foto Gaby Schneider - hier sind nur Familien untergebracht © Schneider / ZVW
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Schorndorf Steinwasen STr. 3 ehemals Firma Bunk - neue Flüchtlingsunterkunft in Schorndorf - Foto Gaby Schneider - hier sind nur Familien untergebracht © Schneider / ZVW
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Schorndorf Steinwasen STr. 3 ehemals Firma Bunk - neue Flüchtlingsunterkunft in Schorndorf - Foto Gaby Schneider - hier sind nur Familien untergebracht © Schneider / ZVW

Schorndorf. Zu den bestehenden Flüchtlingsheimen sind mit der ehemaligen Kelch-Verwaltung an der Wiesenstraße und dem Bunk-Gebäude im Steinwasen zwei weitere Gemeinschaftsunterkünfte dazugekommen. Die räumliche Situation für die Familien, die hier seit Ende Januar untergebracht sind, bezeichnet der Sozialarbeiter des Landratsamts als „Traum“. Überhaupt kann Nabil El Tolony die Zusammenarbeit mit der Stadt gar nicht genug loben.

Das Gebäude ist großzügig, das Treppenhaus und die Gänge bieten auch Raum für den Bewegungsdrang von 81 Kindern, die alle noch nicht in Kindergarten oder Schule sind. Die mit Stockbetten und Spinden ausgestatteten Zimmer bieten eine Rückzugsmöglichkeit für die Familien. Auf jedem Stockwerk sind eine Küche und eine Toilette eingerichtet. Außerdem gibt es in der ehemaligen Kelch-Kantine im Erdgeschoss einen großen Raum, der schon für das Kinderbetreuungsangebot genutzt wird und wo es eine Möglichkeit zum Musikmachen geben soll. Das Urteil von Sozialarbeiter Nabil El Tolony könnte eindeutiger nicht sein: „Das Gebäude ist ein Traum.“

Vor der Flüchtlingsunterkunft, in die Anfang Februar 160 Flüchtlinge und zu Wochenbeginn weitere 80 Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak eingezogen sind, stehen blaue Container mit zusätzlichen Koch-, Dusch und Waschmöglichkeiten. Auf der großen Grünfläche soll außerdem ein Spielplatz entstehen. Überhaupt ist der Weg zum Jugendhaus Altlache, wo auch erwachsene Asylbewerber das Freizeitangebot nutzen können, kurz – und der Kontakt eng: Die beiden Jugendhausmitarbeiter Iris Schaffer und Leonhard Dommberger haben seit Anfang vergangener Woche als städtische Hausverantwortliche ein festes Büro in der Flüchtlingsunterkunft. Während den Jugendhausbetrieb eine Anerkennungspraktikantin und eine FSJlerin am Laufen halten, sollen die städtischen Mitarbeiter als Bindeglied zwischen Stadt, Landratsamt und Ehrenamtlichen fungieren.

Ansprechpartner für Ehrenamtliche und betroffene Nachbarn

Damit Probleme – auch mit den Nachbarn – erst gar nicht entstehen, gibt es mit Nicole Amolsch, eigentlich Pressesprecherin der Stadt, und Isabelle Kübler als persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, außerdem ein städtisches Projektteam mit einer ganzen Reihe von Ansprechpartnern. Nabil El Tolony ist als Sozialarbeiter des Landkreises mit neun Mitarbeitern in den Unterkünften aktiv – und kann die „vorbildliche Zusammenarbeit mit der Stadt“ gar nicht oft genug loben. Dazu kommen mehr als 200 registrierte Ehrenamtliche, für die die Stadtverwaltung künftig immer am ersten Montagabend im Monat eine Inforeihe im Zentrum für internationale Begegnungen (ZiB) in der ehemaligen Schlachthofgaststätte anbietet. Dazu kommen regelmäßige Treffen mit den Hausverantwortlichen.

War im vergangenen Jahr die Schaffung von Unterkünften zentrales Thema, wird es 2016 vor allem um „Bildung, Arbeit und Wohnen“ gehen, sagt Pressesprecherin Amolsch, wohlwissend, dass der Flüchtlingsdruck „nach wie vor hoch ist“. Bis Jahresende, so die Schätzung, werden in Schorndorf zwischen 1000 und 1200 Flüchtlinge unterkommen. Im gesamten Rems-Murr-Kreis sind, Stand Ende vergangener Woche, rund 4800 Flüchtlinge in 58 Gemeinschaftsunterkünften und 27 Städten und Gemeinden untergebracht. Derzeit muss der Landkreis 159 Menschen pro Woche aufnehmen. „Da der Aufnahmedruck nach wie vor hoch ist, haben wir zugestimmt, im Kelch-Gebäude weitere 80 Asylsuchende unterzubringen“, sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Der Bezug läuft diese Woche. Insgesamt leben damit rund 870 Asylsuchende in Schorndorf.

Mit der Festhalle Haubersbronn wird allerdings die erste Unterkunft bereits wieder frei: Dank des hohen Engagements des Ortsvorstehers, des Ortschaftsrats und der Haubersbronner Bevölkerung können die Flüchtlinge in Wohnungen umziehen. Nach den notwendigen Rückbauarbeiten, kündigt Klopfer an, stehe die Halle voraussichtlich ab Mai wieder zur Verfügung. Belegt – mit ausschließlich männlichen Flüchtlingen – bleibt dafür die Berufschulsporthalle an der Olgastraße, das Gleiche gilt für die Unterkünfte an der Wiesenstraße und am Richterweg. An der Burgstraße sind unbegleitete Minderjährige untergebracht – wie seit dieser Woche auch im Grasigen Weg 6 und 8. Die zunächst elf jungen Menschen werden von der Paulinenpflege rund um die Uhr betreut. Die meisten Jugendlichen gehen ins Berufliche Schulzentrum Backnang. Am Grasigen Weg gibt es Platz für weitere sechs Bewohner.

Seit Ende Januar ist auch das ehemalige Gebäude der Firma Bunk in der Steinwasenstraße belegt: Dort leben im Moment Familien mit insgesamt 102 Personen, davon 55 Kinder unter 16 Jahren. Platz ist für insgesamt 140 Personen. Das Gebäude freilich ist deutlich verwinkelter als die ehemalige Kelch-Verwaltung: Kommen Besucher ins Haus, sind die Gänge, auf die die Bewohner neugierig treten, schnell belegt. Bis Ende April wird auch die Einsatzzentrale des Sicherheitsdienstes Bunk ausgezogen sein, dann kann auch hier Platz geschaffen werden für Aufenthaltsräume. Hausverantwortliche sind Ortsvorsteher Klaus Beck und Stadtrat Wilhelm Pesch, die sich eigentlich in Weiler engagieren wollten, aber mangels Flüchtlingen im Ort Kapazitäten haben, den Einsatz der Ehrenamtlichen im Bunk-Gebäude zu koordinieren.

Und die Bewohner haben auch Bedürfnisse: Wichtigstes Anliegen, übersetzt Sozialarbeiter El Tolony, sind schnellere Verfahren: „Es dauert alles so lange“, klagt eine Asylbewerberin – und hofft auf „Mama Merkel“.

Ansprechpartner in allen Asylfragen

Fragen rund um das Thema Asyl beantwortet das Projektteam der Stadt unter 0 71 81/602-5555 oder E-Mail: asyl@schorndorf.de. Ansprechpartnerin bei der Stadt für das Thema Arbeit ist Bettina Dobler, 602-14 11, E-Mail: bettina.dobler@schorndorf.de. Ansprechpartner für das Thema Wohnen und Wohnungsvermittlung ist die Städtische Wohnungsbaugesellschaft SWS, Dirk Winter, 92 23 15, E-Mail: winter@ws-schorndorf.de, und Rainer Häberle, 92 23 17, E-Mail: haeberle@sws-schorndorf.de. Ansprechpartner beim Jobcenter Schorndorf ist Geschäftsstellenleiter Andreas Krüger, 0 71 81/40 04-701, E-Mail: Andreas.Krueger4@jobcenter-ge.de.

Weitere Ansprechpartner sind auf der Internetseite www.schorndorf.de/asyl aufgeführt.

Außerdem hat das Landratsamt eine Hotline eingerichtet, 01 62/1 38 70 82.