Schorndorf

Neue Blitzer in Schorndorf

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Noch sind sie verpackt, ab Anfang 2017 werden sie Raser blitzen. © Gaby Schneider / ZVW

Schorndorf. Wer gerne mal mit Bleifuß durch Schorndorf braust, muss sich demnächst zügeln. Zwei Säulenblitzer hat die Stadt Schorndorf jetzt aufstellen lassen. An der Schlichtener Straße stadteinwärts steht eines der Geräte auf Höhe des kleinen Krankenhausparkplatzes. An der Göppinger Straße, ebenfalls stadteinwärts an der Abzweigung Hegnauhofweg wartet ein zweiter auf Raser. An der Bundesstraße werden Anfang des Jahres zwei weitere folgen.

Die Standorte für die Blitzer innerhalb des Stadtgebietes wurden nach Verkehrsaufkommen, Gefälle und Fußgängeraufkommen ausgewählt. Gerade am Krankenhaus komme alles zusammen, erklärt Rainer Hackspacher vom Fachbereich Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung. Zudem sind in diesem Bereich morgens und mittags Schüler in rauen Mengen unterwegs, deren Schulweg man sichern wolle. An der Göppinger Straße sei zwar fußgängertechnisch wenig geboten, dafür ist die Straße wegen der zahlreichen Kurven aber recht unübersichtlich, weshalb ein Fahren in gebotener Geschwindigkeit angezeigt sei. Außerdem habe der Einsatz eines mobilen Messfahrzeuges ergeben, dass an beiden Stellen, die nun mit Blitzern ausgerüstet sind, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit tatsächlich sehr häufig übertreten werde.

Blitzer auf der Bundesstraße vor den Tunneln

Die weiteren Blitzer, die Anfang des Jahres auf der Bundesstraße hinzukommen, sollen jeweils vor dem Sünchen- und Grafenbergtunnel stehen. Wer von Stuttgart aus auf der B 29 fährt, muss vor dem Grafenbergtunnel achtgeben. Wer von Schwäbisch Gmünd aus kommt, muss vor dem Sünchentunnel seine Geschwindigkeit im Zaum halten. Warum es die Blitzer gerade vor dem Tunnel braucht? Wer zu rasant in einen hineinfahre, könne womöglich nicht schnell genug bremsen. Staus und langsamere Fahrzeuge innerhalb des Tunnels seien schließlich nicht von weitem zu erkennen.

Rund 300 000 Euro hat die Stadt Schorndorf für die vier Säulenblitzer in die Hand genommen. Wann sie sich wohl amortisiert haben? Prognosen seien schwierig, so Hackspacher. Schließlich habe man keinerlei Erfahrungswerte. Man gehe aber davon aus, dass nach den ersten drei bis vier Monaten weniger Autofahrer in die Radarfallen rasseln werden. Fürs Jahr 2017 rechnet man im Haushaltsplan mit rund 100 000 Euro Einnahmen.

Allerdings: In diesem Jahr wird’s noch nicht blitzen aus den Säulen. Schließlich muss erst noch die Technik vollends eingebaut werden. Und die Blitzer an der Bundesstraße stellt die Firma Jenoptik erst Anfang kommenden Jahres auf. Hier müssen erst die Arbeiten an den Fundamenten abgeschlossen werden. Zudem müssen die Säulen mit den entsprechenden Glasfaserleitungen ausgestattet werden.

Löst der Blitzer aus, werden die Daten über diese Leitungen an das Ordnungsamt weitergeschickt. Hier werden die Bilder stichprobenartig überprüft, um sicherzugehen, dass die Fotografien dieses Tages verwendbar sind. Anschließend werden die Daten ans Rechenzentrum weitergeleitet, das die Bußgeldbescheide wiederum ans Ordnungsamt zurückgibt. Von dort aus werden die Knöllchen an die Autohalter zugeschickt.

Bußgelder

Innerorts beginnen die Bußgelder für Autofahrer bei 15 Euro und reichen bis zu 680 Euro. Ab einer Grenzüberschreitung von 21 Stundenkilometern werden Punkte in Flensburg verteilt. Ab 31 Stundenkilometern wird ein Fahrverbot verhängt.

Außerhalb geschlossener Ortschaften gelten aufgrund der im Vergleich niedrigeren Gefährdung der Verkehrssicherheit entsprechend mildere Strafen. Das Bußgeld beginnt ab zehn Euro. Hier reichten die Strafen bis zu 600 Euro. Ab einer Grenzüberschreitung von 21 Stundenkilometern werden Punkte gegeben und ab 41 Stundenkilometern wird eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit mit einem Fahrverbot geahndet.