Schorndorf

Neue Integrationsbeauftragte will Chancengerechtigkeit und Teilhabe

Hausser
Corina Haußer ist die neue Integrationsbeauftragte der Stadt und als solche auch Leiterin des Zentrums für internationale Begegnungen. © Schneider / ZVW

Schorndorf. Schon während ihres Studiums hat sich die 31-jährige Diplom-Sozialpädagogin Corina Haußer viel mit Chancengleichheit, gesellschaftlicher Teilhabe und interkultureller Bildung beschäftigt. Dieses Engagement lebt sie seit Anfang des Jahres als Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Schorndorf aus. Und in dieser Funktion ist ihr zum 1. April auch die Leitung des Zentrums für internationale Begegnungen übertragen worden.

Das hat für Corina Haußer den Vorteil, dass sie nicht nur auf der strukturellen und konzeptionellen Ebene agiert – etwa indem sie die 2013 beschlossene Konzeption für Vielfalt weiter umsetzt und mit Leben füllt –, sondern dass sie auch den direkten Kontakt zu den Menschen hat, die vor allem gemeint sind, wenn von Integration die Rede ist – zu den Flüchtlingen. Wobei Integration, darauf legt die 31-Jährige Wert, keine Einbahnstraße ist, sondern immer eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

„Das ist Wahnsinn, was in Schorndorf alles stattfindet“

Bevor sie nach Schorndorf gewechselt ist, hat Corina Haußer bei einem privaten Bildungsträger in Waiblingen ein Projekt betreut, bei dem es darum ging, Migrantinnen und schon länger in Deutschland lebende alleinerziehende Frauen mit Migrationshintergrund in Praktika, Ausbildung und Beruf zu begleiten. Dabei habe sie gemerkt, dass es solche Projekte brauche, um benachteiligten Menschen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen, sagt die Flüchtlingsbeauftragte, die sich immer dann besonders gefordert sieht, „wenn in dieser Gesellschaft Kategorisierungen aufgrund von Herkunft stattfinden und Menschen deshalb diskriminiert werden“. Da tut es andererseits gut, in einer Stadt wie Schorndorf nicht zuletzt durch die vielen in der Flüchtlingsarbeit handelnden Haupt- und Ehrenamtlichen zu erleben, dass die Beschäftigung mit Vielfalt nichts Neues ist. „Das ist Wahnsinn, was in Schorndorf alles stattfindet“, stellt Corina Haußer begeistert fest.

Dass ihr zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben die Leitung des ZiB übertragen worden ist, empfindet die 31-Jährige als Bereicherung. Zumal sie auch da festgestellt hat, dass sich in der kurzen Zeit seit der Eröffnung der Begegnungsstätte schon ganz viel entwickelt hat – von verschiedenen Beratungsangeboten angefangen über das gut angenommene Frauenfrühstück bis hin zur Theatergruppe und zu regelmäßigen interkulturellen Kochabenden. Ihre Aufgabe sieht Corina Haußer jetzt vor allem darin, zu erspüren und zu erfahren, was es bei den Asylsuchenden darüber hinaus für Bedürfnisse, aber auch, was es bei ihnen für Ressourcen gibt, weil sie nämlich der Meinung ist, dass nach der Unterstützung von Menschen der nächste Integrationsschritt die Selbstbefähigung sein muss, sich selber auch zumindest ehrenamtlich zu engagieren, solange die Hürden für den normalen Arbeitsmarkt so hoch sind. Corina Haußers Vorstellung vom ZiB ist die eines kulturellen Zentrums mit ganz verschiedenen Angeboten und Veranstaltungen, bei denen sich die Flüchtlinge selber genauso engagieren wie die bislang noch sehr zurückhaltenden bereits etablierten internationalen und multikulturellen Schorndorfer Vereine. „Kultur ist etwas Verbindendes und nichts Trennendes im Sinne von ,die Kulturen’“, sagt die Integrationsbeauftragte.

Auch wenn man’s nicht hört: Corina Haußer, die mittlerweile in Stuttgart lebt, ist im Remstal aufgewachsen, und zwar in Stetten.

Von Schorndorf ist sie in vieler Hinsicht angetan: von der schönen Innenstadt mit den Fachwerkhäusern, von der – „in jeder Hinsicht“ – kulturellen Vielfalt und, auf ihre Aufgabe als Integrationsbeauftragte bezogen, von den vielen Menschen, „die sich einbringen, gute Ideen haben und Dinge umsetzen möchten“.