Schorndorf

Neue Sonderausstellung zur NS-Euthanasie im Schorndorfer Stadtmuseum

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Alltagsgegenstände sollen an die Opfer erinnern. © Gabriel Habermann

Das Stadtmuseum zeigt die Wanderausstellung „Tiergartenstraße 4 – Die Geschichte eines schwierigen Ortes“ aus Berlin. Ergänzt wird sie von einem Teil über Opfer aus Schorndorf. Doch wegen der derzeit hohen Corona-Infektionszahlen wird das Museum wohl nicht lange offen sein.

„Verlegt nach Grafeneck“ - diese Notiz betraf mindestens 18 Menschen aus Schorndorf, die im Zuge der NS-„Euthanasie“ in der Vernichtungsanstalt Grafeneck auf der Schwäbischen Alb ermordet wurden. Das Stadtmuseum Schorndorf widmet ihnen und ihrer Geschichte eine Sonderausstellung, in der fünf Biografien näher vorgestellt werden. Während des Lockdowns nutzte das Museumsteam die Zeit, um die ursprünglich für 2020 geplante Ausstellung zu überarbeiten und zu erweitern.

Als Grundlage dient eine Berliner Wanderausstellung über die Tiergartenstraße 4, kurz „T-4“. In dieser Berliner Villa planten die Nationalsozialisten die „Euthanasie“-Aktion, die sie zwischen 1940 und 1941 ausführten. Dafür erfassten sie systematisch über 70 000 Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung, deportierten diese in Vernichtungsanstalten und ermordeten sie dort mit Gas. Die Erforschung des Schicksals weiterer Opfer aus Schorndorf ist jedoch noch längst nicht abgeschlossen. Das Thema werde weiter erforscht, so das Museum.

Weil die Sieben-Tages-Inzidenz im Rems-Murr-Kreis derzeit bei über 100 liegt, werden die Museen wohl schon bald wieder schließen müssen. Die Schorndorfer Ausstellung kann voraussichtlich nur am Samstag und Sonntag, 27. und 28. März, besucht werden. Samstags hat die Sonderausstellung von 14 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 11 bis 17 Uhr.