Schorndorf

Neuer Aldi: Parksituation weiter angespannt

Aldi Schorndorf_0
Die neue Aldi-Filiale an der Waiblinger Straße: Größer, einladend, übersichtlich. Fünf zusätzliche Mitarbeiter sind jetzt hier beschäftigt. © ZVW/Benjamin Büttner

Schorndorf. Von den Kunden lang ersehnt, ist er endlich geöffnet: Der neue Aldi an der Waiblinger Straße in Schorndorf hat nach einem guten Jahr Bauzeit seine gläsernen Pforten geöffnet. Allerdings – mehr Parkplätze gibt es noch immer nicht. Erst muss das alte Gebäude abgerissen werden. Dann können an dieser Stelle neue Stellplätze entstehen.

Hell, freundlich, übersichtlich – so kommt der neue Aldi daher. Die Gänge sind breit, die hohen Regale übersichtlich gefüllt. Mehr Licht durch bodentiefe Fenster und LED-Beleuchtung sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre. Große Hinweisschilder, die von beinahe jedem Standort einsehbar sind, helfen beim Finden der gewünschten Produkte. Es gibt ein erweitertes Brot- und Backwaren-Angebot. Das Sortiment umfasst 32 Produkte, die von den Mitarbeitern in der Filiale frisch gebacken werden. Im Snack-Regal gibt’s Leckereien für die Mittagspause: Sushi, geschnittenes Obst, Pastasalate, Sandwiches und verschiedene Getränke. Ein Kaffeeautomat brüht frischen Fairtrade-Kaffee auf. Dazu kommt: eine Kundentoilette, eine Sitzgelegenheit hinter dem Kassenbereich sowie Bildschirme mit Informationen über aktuelle Angebote.

Neues Gebäude auf ehemaligen Aldi-Parkplätzen

Alles tipptopp also? Noch nicht ganz. Die Parkplatzsituation ist aktuell genauso angespannt, wie es im vergangenen Jahr auch war. Immerhin ist das neue Gebäude mit einer Fläche von 1100 Quadratmetern auf ehemaligen Aldi-Parkplätzen entstanden. Und bis das alte Gebäude, das seinerseits übrigens erst im Jahr 1997 errichtet worden war, abgerissen ist, können keine neuen Parkgelegenheiten angelegt werden. Bis 18. Oktober sollten die Abrissarbeiten abgeschlossen sein, so Wilhelm Dümmel von der Filialentwicklung bei Aldi Süd. Bis November dieses Jahres sollten außerdem die kompletten Außenanlagen mit 133 Parkplätzen fertig sein – wenn das Wetter mitspielt. Manfred Beier, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht bei der Stadt Schorndorf, erklärt, dass der Konzern damit mehr Parkplätze herstellt, als es baurechtlich nötig wäre. Schon rund um den alten Bau hatte man 160 statt der vorgeschriebenen 60 Parkplätze angelegt. Schließlich errichte der Konzern die Parkplätze im Grunde fürs Weihnachtsgeschäft. Außerhalb solcher Hochzeiten seien die Parkplätze nie voll belegt.

Erweiterung war umstritten

Die Erweiterung der Aldi-Filiale um 200 Quadratmeter war im Gemeinderat vor zwei Jahren eine umstrittene Sache gewesen. Für die Versorgung der Bevölkerung vor allem in der Nordstadt sei diese Erweiterung nicht nötig, befand der jüngst verstorbene Peter Erdmann und kritisierte die geplante Ausweisung eines Sondergebietes auch mit Blick darauf, dass sich die Stadt für ein Innenstadtkonzept entschieden habe, das durch solche Entwicklungen konterkariert werde. Das sah SPD-Fraktionschef Thomas Berger damals ganz anders: Aldi, so Berger, sei für Menschen mit einem kleineren Geldbeutel eine Möglichkeit, einzukaufen und ein Einkaufserlebnis zu haben. CDU und Grüne hatten – mit Ausnahme von Nadia Pagano – nichts gegen die Erweiterung auf 1100 Quadratmeter einzuwenden, „weil knapp 200 Quadratmeter der Kaufkraft und der Qualität der Innenstadt nicht schadeten“, wie Michaela Salenbauch damals feststellte.


Das Imperium

Aldi Süd rüstet aktuell alle 1890 Filialen nach neuem Konzept um. Mit 1100 Quadratmetern gehört der neue Laden aber nicht einmal zu den größten des Konzerns, sondern befindet sich eher im Mittelfeld.