Schorndorf

Neuer Beruf, neues Glück: Warum eine Schorndorferin ihren Job wechselte um Senioren zu helfen

Altenpflege Pflege Pfleger Rollstuhl Hospiz Klinik_0
Symbolbild. © Pixabay License

Jahrelang hat Jana Engelmann in der Hotel- und Event-Branche Feste organisiert und auf Messen gearbeitet. Irgendwann, mit Mitte 40, wurde ihr klar: „Das möchte ich nicht bis zu meiner Rente machen.“ Und da sie schon immer einen guten Draht zu älteren Menschen hatte, in ihrer Kindheit viel Zeit bei den Großeltern verbrachte, ja überhaupt schon immer am liebsten mit Senioren zusammenarbeitete, hat sie sich entschieden, ihren Beruf aufgegeben und sich umzuorientieren.

Eine Entscheidungshilfe war für sie, dass sie zwei Jahre lang als Fahrerin fürs Schorndorfer Begleitmobil unterwegs war – und obwohl ihr der Einsatz für die Senioren Freude gemacht hat, stellte sie schon damals fest, dass die Zeit im Ehrenamt immer viel zu kurz war. Im Internet ist sie dann auf das Plöner Modell gestoßen und die Möglichkeit, sich in 160 Unterrichtsstunden zur zertifizierten Seniorenassistentin ausbilden zu lassen. „Diese Ausbildung“, sagt Jana Engelmann heute, „war genau auf mich zugeschnitten“.

Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse und Fortbildungen

Als alle Welt nur noch von Corona sprach, hat sie sich im Jahr 2020 mit Themen wie Psychologie, Freizeitgestaltung, Biografiearbeit, Umgang mit Trauer und Verlusten, mit Rechtsfragen und Pflege, Gesundheit und Fitness im Alter beschäftigt und im Oktober 2020 ihre Ausbildung abgeschlossen. Im März 2021 hat sie ein Gewerbe angemeldet, ist seither auch Mitglied in der Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland, muss regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse und andere Fortbildungen nachweisen. Und tatsächlich macht sie jetzt das, was ihr am meisten Freude bereitet: älteren Menschen Zeit und Aufmerksamkeit schenken.

Als Seniorenassistentin versteht sie sich nicht als Pflegekraft mit eng getaktetem Terminplan und auch nicht als Haushaltshilfe, sondern als Gesellschafterin. Und der Bedarf ist da: Gerade Alleinstehende, die keine Familie am Ort haben und trotzdem selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben möchten, schätzen ihre Dienste. Mal begleitet sie ihre im Schnitt Ende-80-jährigen Klienten zum Einkaufen, zum Arzt oder auf den Friedhof, geht mit ihnen in Konzerte oder sitzt mit einer Dame, die das Kaisersträßle auf dem Schurwald so sehr liebt, auch einfach mal dort auf einer Bank. Sie hilft beim Ausfüllen von Anträgen, beim Schriftverkehr und bei Behördengängen. Bei einer älteren Klientin, deren Partner verstorben ist, sieht sie ihre Rolle darin, immer mal wieder einen Anstoß zu geben, damit sich diese wieder nach draußen wagt oder sich zu einem Spaziergang oder Ausflug aufrafft. Und sie hört zu, wenn die Senioren von der Vergangenheit erzählen, von ihrer Kindheit oder vom Krieg.

Mehrere Stunden pro Woche bei einem halben Dutzend Senioren

Meist wird sie von Angehörigen, die weiter weg wohnen, engagiert – und die sind froh, dass sie sich kümmert. Mehrere Stunden pro Woche ist Jana Engelmann bei jedem Klienten im Einsatz. Aktuell sind es ein halbes Dutzend Senioren – und zwar vorwiegend in Schorndorf. 32 Euro pro Stunde verlangt sie für ihre Dienste, die ab der Pflegestufe 2 von der Pflegeversicherung übernommen werden oder als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer abgesetzt werden können.

Und sie selbst profitiert auch von ihrer Arbeit und ist dankbar, dass sie diesen Beruf für sich entdeckt hat: Im Umgang mit älteren Menschen spürt sie viel Wertschätzung und bekommt in den Begegnungen viel zurück. Und das, sagt die Seniorenassistentin, „ist doch das, worauf es ankommt“.

Info

Weitere Informationen und Kontakt zu Jana Engelmann unter0 71 81/99 35 69 oder www.seniorenart.de. In Schorndorf gibt es noch weitere Seniorenassistenten, die nach dem Plöner Modell zertifiziert sind – Kontakt über die Internetseite www.die-senioren-assistenten.de.

Jahrelang hat Jana Engelmann in der Hotel- und Event-Branche Feste organisiert und auf Messen gearbeitet. Irgendwann, mit Mitte 40, wurde ihr klar: „Das möchte ich nicht bis zu meiner Rente machen.“ Und da sie schon immer einen guten Draht zu älteren Menschen hatte, in ihrer Kindheit viel Zeit bei den Großeltern verbrachte, ja überhaupt schon immer am liebsten mit Senioren zusammenarbeitete, hat sie sich entschieden, ihren Beruf aufgegeben und sich umzuorientieren.

Eine

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper