Schorndorf

Neuer Name, mehr Begünstigte

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Geladene Gäste von Stadt, Awo und Tafel haben die Fahrradwerkstatt vor der offiziellen Wiedereröffnung besucht und besichtigt. © Habermann / ZVW
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Verdiente „Schrauber“: Hermann Stumpf (links) und Peter Winter.

Schorndorf. Die Verantwortlichen der bisherigen „Fahrradwerkstatt für Asylsuchende Schorndorf“ reagieren mit einer veränderten Konzeption auf aktuelle gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Der Bedarf an Rädern für Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere von Asylsuchenden, ist rückläufig. Künftig gibt’s das „Schorndorfer Radel“ gegen Vorlage eines Berechtigungsausweises für die „Tafel“.

Seit Sommer 2013 gibt es die Schorndorfer „Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge“. Bis heute wurden circa 900 gespendete Fahrräder für den Gebrauch im Straßenverkehr aufbereitet und an Asylsuchende vermittelt. Parallel wurden in der Werkstatt eine sehr große Anzahl an Reparaturen durchgeführt. Sehr großzügige Spender, Dienste und Institutionen haben die Finanzierung der Werkstattnutzung, die Beschaffung von Werkzeug und von Ersatzteilen ermöglicht und die Arbeit der „Schrauber“, wie sich die ehrenamtlich in der Werkstatt Tätigen bezeichnen, sehr unterstützt. Von Dezember bis Februar war die Werkstatt wieder für ihre bisherige Klientel geschlossen, in dieser Zeit wurde in der Werkstatt fleißig gearbeitet, 50 Räder wurden aufbereitet. Am 1. März wird nach der Winterpause wieder geöffnet.

Unverändert macht es nach Auffassung der „Schrauber“ Sinn, die Ressource „Gebrauchte Fahrräder“ zu nutzen und reparierte Fahrräder auch zukünftig bedürftigen Personen aus Schorndorf und Umgebung zur Verfügung zu stellen. Der berechtigte Personenkreis wird aber ausgeweitet. Die Neuausrichtung und Erweiterung der Fahrradwerkstatt sieht deshalb so aus, dass zukünftig für die Ausgabe eines Rades durch die Werkstatt ein Ausweis der in Regie der Awo betriebenen „Schorndorfer Tafel“ erforderlich ist. Der begünstigte Personenkreis wird so über Asylsuchende hinaus auf weitere Personen in wirtschaftlicher Not ausgeweitet (den Awo-Tafelausweis erhalten EmpfängerInnen von Grundsicherung, ALG II, BAföG).

Für Räder wird jetzt eine Aufwandsentschädigung fällig

Neu ist außerdem, dass Räder künftig nicht mehr kostenlos, sondern gegen eine Aufwandsentschädigung ausgegeben werden. Diese ist nach der Qualität eines Rades und unter Berücksichtigung des Werts des an einem Rad verbauten Materials unterschiedlich. Vorgesehen ist eine Staffelung in Zehner-Schritten in der Spanne von zehn bis 30 Euro. Kinderräder werden von fünf Euro an angeboten. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass überwiegend Räder im Zehn-Euro-Segment nachgefragt werden. Bei besonderen Notlagen kann von der Erhebung einer Aufwandsentschädigung abgesehen werden.

„Mit der Zahlung des Aufwandsbetrages wird die Wertschätzung der Mitarbeiter der Werkstatt für die aufgearbeiteten Räder erhöht. Weiter versteht sich dadurch die Klientel nicht als Bittsteller, sondern sie ,kauft’ ein Rad“, wird diese Neuerung begründet. Im Übrigen wird bei der Ausgabe der Lebensmittel im Tafelladen ebenfalls nach diesen Grundsätzen verfahren. „Mit der Awo wurde diese Vorgehensweise besprochen und abgeklärt. Dort wird auf das Angebot der Fahrradwerkstatt verwiesen. Die Buchhaltung/Abwicklung von Zahlungsvorgängen erfolgt auf einem von der Awo für die Werkstatt eingerichteten Unterkonto“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Neue Ordnung, neues Logo

Die vorhandenen Räumlichkeiten in der Wiesenstraße stehen nach der im November 2017 mit dem Fachbereich Gebäudemanagement der Stadt Schorndorf getroffenen Nutzungsvereinbarung bis 31. Mai 2020 zur Verfügung. Die verschiedenen Aufgabenbereiche der Werkstatt wurden neu geordnet, dafür verantwortliche Personen wurden bestimmt. Und: Es erfolgt eine Namensumbenennung von „Fahrradwerkstatt für Asylsuchende Schorndorf“ in „Schorndorfer Radel“. Es gibt auch ein neues Logo.


Auszeichnung

Es müssen nicht immer Goldmedaillen sein wie bei Olympia, es kann auch mal ein „Goldener Gabelschlüssel“ sein, mit dem besondere Leistungen gewürdigt werden.

Und mit so einem „Goldenen Gabelschlüssel sind jetzt die beiden langjährigen „Schrauber“ in der Fahrradwerkstatt, Hermann Stumpf und Peter Winter, ausgezeichnet worden.