Schorndorf

Neuer Schulleiter an der Grafenbergschule: Rainer Bay findet Präsenzunterricht unerlässlich

Rainer Bay
Rainer Bay hat am 1. September die Leitung der Grafenbergschule übernommen. © Benjamin Büttner

In den Gängen der Grafenbergschule ist wieder Leben eingekehrt. Schüler laufen durch das Schulhaus, machen sich auf den Weg zum Unterricht oder holen sich am Verkaufsstand etwas zu essen. Rainer Bay, neuer Rektor der Schule, ist froh darüber und hofft, dass das auch künftig so bleiben wird. Der 37-Jährige hat zum 1. September die Leitung an der Grafenbergschule übernommen.

„Wir hoffen alle, dass wir nicht in einen weiteren Lockdown gehen müssen“, sagt der zweifache Vater. Aus seiner Sicht ist das Home-Schooling oder die hybride Unterrichtsform, das heißt, dass ein Teil der Schüler von zu Hause am Unterricht teilnimmt und ein anderer Teil in der Schule sitzt, nicht einfach durchzuführen. Gar nicht so sehr von der technischen Ausstattung her, denn mittlerweile seien alle Lehrkräfte gut ausgerüstet. Das Problem bestehe zum einen in der doppelten Belastung der Kolleginnen und Kollegen.

Rainer Bay ist überzeugt: „Nichts kann den Präsenzunterricht ersetzen“

Gravierender seien die Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler. Rainer Bay ist davon überzeugt, dass nichts den Präsenzunterricht ersetzen kann. Für den Unterricht im Klassenzimmer spricht aus seiner Sicht die Beziehungsarbeit zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Je schwächer die Schülerinnen und Schüler von ihrer Leistung her seien, umso notwendiger sei ein Präsenzunterricht.

Man könne noch so oft in die Kamera fragen, ob die Schüler den durchgenommenen Unterrichtsstoff begriffen haben, richtig erkennen könne man das nicht. Anders sei das beim Unterricht im Klassenzimmer. „Hier sieht man es den Schülern an, wenn sie etwas nicht verstanden haben, und kann dementsprechend nachsteuern“, sagt Rainer Bay.

Die Schülerinnen und Schüler brauchen einen unmittelbaren Ansprechpartner

Gerade auch mit Blick auf die berufsvorbereitenden Klassen sei es besonders notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler einen Ansprechpartner hätten, zu jemandem gehen und ihre Sorgen teilen könnten. Vor dem Bildschirm fehle einfach das Zwischenmenschliche.

Bevor Rainer Bay die Leitung der Grafenbergschule übernahm, war er an der Gewerblichen Schule in Backnang Abteilungsleiter für die Fachbereiche Metall, Kfz und Elektro.

Davor war er als Referendar und Lehrer ebenfalls in Backnang tätig. Als Abteilungsleiter habe er zwar zwei seiner jetzigen Kollegen vorher schon gekannt. Auch zu seinem Vorgänger, Stefan Weißert, habe er Kontakt gehabt. Einblicke in die Grafenbergschule selbst hatte er jedoch keine.

„Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht in der Fachlichkeit verlieren“

Der Remshaldener freut sich, die Leitung der Grafenbergschule mit ihrem breitgefächerten Bildungsangebot übernehmen zu dürfen. „Die Grafenbergschule ist eine interessante Schule mit vielen Richtungen der Berufsfindung“, so Bay. Angefangen beim großen Bereich Elektro über Metall, Kfz in Verbindung mit der Bauwirtschaft bis hin zum Bereich der Vollzeitschulen und der Gesundheit sei alles dabei. Diese Vielfalt will Rainer Bay auch weiterhin beibehalten.

Was ihm beim Einstieg an einer so großen Schule geholfen habe, sei das sehr freundliche und hilfsbereite Klima unter dem Kollegium gewesen. Mit den rund 3000 Schülerinnen und Schülern sowie 125 Kolleginnen und Kollegen sei die Arbeit natürlich auch eine Herausforderung. In den kommenden Wochen und Monaten will sich der 37-Jährige Stück für Stück einen Überblick verschaffen. Wichtig sei ihm, sein Kollegium mitzunehmen und die positive Stimmung aufrechtzuerhalten. Ein großes Anliegen ist ihm auch das Wohlbefinden seiner Schülerinnen und Schüler. Mit Bezug auf die Corona-Pandemie erklärt er: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht in der Fachlichkeit verlieren, sondern auch die Erziehungs- und Beziehungsarbeit stärken.“

Schülerinnen und Schüler haben auch außerhalb des Klassenzimmers viel Kontakt zueinander

Die aktuelle Entscheidung des Landes Baden-Württemberg hinsichtlich der Vorgehensweisen an Schulen begrüßt der 37-Jährige. Demnach sollen in allen Schulklassen dreimal wöchentlich Schnelltests durchgeführt werden. Gibt es in einer Klasse einen positiven Corona-Fall, sollen die Schüler an fünf Tagen hintereinander getestet werden. „Die Thematik, die davor galt, also dass die Kontaktpersonen eins um den positiv Getesteten auch in Isolation geschickt wurden, ist nicht zielführend“, meint Rainer Bay. Schließlich hätten die Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Klassenzimmers viel Kontakt zueinander.

Im Hinblick auf die coronabedingten Unterrichtsausfälle wünscht sich der 37-Jährige, der auch Sportlehrer ist, etwas mehr Unterstützung von der Politik für die beruflichen Schulen. Es gebe zwar das Förderprogramm „Lernen mit Rückenwind“, dort seien jedoch insbesondere Materialien für allgemeinbildende Schulen erstellt worden. Mit der Vielfalt an Berufsfeldern sei dies an Berufsschulen sicherlich schwieriger zu realisieren, dennoch würde er es begrüßen, wenn die Politik ihr Augenmerk auch auf diese richten würde.

In den Gängen der Grafenbergschule ist wieder Leben eingekehrt. Schüler laufen durch das Schulhaus, machen sich auf den Weg zum Unterricht oder holen sich am Verkaufsstand etwas zu essen. Rainer Bay, neuer Rektor der Schule, ist froh darüber und hofft, dass das auch künftig so bleiben wird. Der 37-Jährige hat zum 1. September die Leitung an der Grafenbergschule übernommen.

„Wir hoffen alle, dass wir nicht in einen weiteren Lockdown gehen müssen“, sagt der zweifache Vater. Aus seiner

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper