Schorndorf

Neues Fitness-Studio in Schorndorf: In der Crossfit-Box ist Teamgeist das erste Gebot

Crossfit-Box
Gemeinsam ist man weniger allein – der Trainingsschmerz verbindet. © Gabriel Habermann

An jeder Ecke der Stadt schießen neue Billigfitnessstudios aus dem Boden. Wer will, kann für 20 Euro im Monat pumpen, strampeln, schwitzen. Wo noch vor der Corona-Pandemie Premiumstudios die Fitnesshungrigen lockten, gibt’s inzwischen auch weitere Angebote für sportliche Schnäppchenjäger. Und mitten in diese hart umkämpfte Schorndorfer Studioszene hinein hat Daniel Fix seine Crossfit-Box gesetzt. Von Schnäppchenpreisen ist das Ganze weit entfernt.

Wer sich wochentags quält, hat keine Lust mehr auf Alkohol

Ein Blick auf seine Preistabelle kann Sparfüchse schon mal schwindelig machen. Wer sich entscheidet, hier zu trainieren, kann mehr als 100 Euro monatlich ausgeben. Besonders viele Sportgeräte finden sich aber nicht in der Halle, die Fix an die Schorndorfer Bauknecht-Straße gestellt hat. Was dann den Reiz ausmacht? Für den gelernten Versicherungsmakler ist Crossfit mehr als nur ein Fitnessstudio. „Da steckt eine ganze Mythologie dahinter“, findet er. „Es ist wie eine Community-Religion.“

Nachdem er selbst - damals noch ausschließlicher Hobbysportler - vor etlichen Jahren Feuer gefangen hatte, hörte er nicht mehr auf, dafür zu brennen. „Nach dem ersten Work-out hab ich sofort mit dem Rauchen aufgehört. Ich hab die Zigarette geschmeckt, obwohl ich gerade keine geraucht hatte.“ Für ihn war klar: Wenn er sich schon quält und schindet, will er nicht anschließend den Trainingseffekt auf andere Art und Weise kaputtmachen. Seither ist auch das Thema Alkohol für ihn Vergangenheit. Wer will, kann seine Ernährung nach Crossfit-Regeln ausrichten: kein Zucker, viel Fleisch, wenig Obst.

Der Sporttrend kommt – wie viele andere auch – aus den USA. Hier haben in den 70er Jahren der ehemalige Kunstturner Greg Glassman und seine Frau eine neue Art von Fitnesstraining entwickelt. In den 90er Jahren schließlich gab’s die ersten Studios. Bald trainierten viele Polizei-, Marine- und Armee-Mitglieder in den Studios. Mehr und mehr Crossfit-Boxen haben sich seither quer über den Globus etabliert. Eine kleine Krise gab’s zuletzt aber: Crossfit-Gründer und -Chef Glassman hatte sich im Juni abschätzig über die Solidaritätsbekundungen zum Tod des Afroamerikaners George Floyd geäußert, woraufhin die Firma Reebok die bisherige Zusammenarbeit gekündigt hatte und etliche amerikanische Boxen ihre Namen geändert hatten. Inzwischen ist Glassman zurückgetreten, worüber der Schorndorfer Studioleiter Daniel Fix wirklich froh ist.

Worum aber geht’s sportlich in der Halle? Unter motivierendem Musik-Gewummer und mit ungewöhnlichen Trainingsgeräten - Holzkisten, Lkw-Reifen und einem Stangengerüst – trainieren die Crossfitter. Ziel ist es, die Sportler mit einem ganzheitlichen Kraft- und Ausdauertraining fitzumachen. Es gibt inzwischen sogar Wettkämpfe, die sogenannten Crossfit-Games, innerhalb deren Rahmen 900 000 Menschen weltweit untereinander ihre Kräfte messen.

Diese Community ist, so findet Daniel Fix, eine ganz besondere. „Durch die Gruppendynamik im Training wächst jeder über sich selbst heraus“, schwärmt er. Immerhin, das Gemeinschaftsgefühl macht das Training hier aus. Maximal zwölf Sportler schwitzen gleichzeitig. Die Schorndorfer lassen sich von Trainerin Sunny Schmitt, die lange in Amerika gearbeitet hat, einheizen. Und wegen der kleinen Gruppengröße kann sie helfen und nachjustieren, wenn eine Übung nicht ganz richtig ausgeführt ist. Das ist Personal Training mit Gruppendynamik. Da kennt jeder jeden, alle unterstützen sich gegenseitig, alle feuern sich an. Jeder ist willkommen und wird wertgeschätzt, ganz gleich auf welchem Fitnesslevel oder in welcher Gewichtsklasse er startet – so sind die Regeln. Warum das Trainieren in der Gruppe so gut klappt und das Gemeinschaftsgefühl so enorm ist? „Die Leute machen das gleiche Work-out, haben das gleiche Problem und tauschen sich aus, das verbindet“, erklärt Fix.

Gruppen-Trainingszeiten gibt’s vormittags und abends. In den Zeiten dazwischen dürfen Geübte auch alleine in der Box trainieren. Jeden Tag gibt’s ein anderes Workout.

An jeder Ecke der Stadt schießen neue Billigfitnessstudios aus dem Boden. Wer will, kann für 20 Euro im Monat pumpen, strampeln, schwitzen. Wo noch vor der Corona-Pandemie Premiumstudios die Fitnesshungrigen lockten, gibt’s inzwischen auch weitere Angebote für sportliche Schnäppchenjäger. Und mitten in diese hart umkämpfte Schorndorfer Studioszene hinein hat Daniel Fix seine Crossfit-Box gesetzt. Von Schnäppchenpreisen ist das Ganze weit entfernt.

Wer sich wochentags quält, hat keine

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