Schorndorf

OB Klopfer will keine autofreie Innenstadt

Parkhaus Tiefgarage Garage Symbol Symbolbild Symbolfoto
Symbolfoto. © pixabay (CC0 Public Domain)

Schorndorf. Im Gegensatz zu Finanzbürgermeister Thorsten Englert, der in seiner Rede zum Haushalt 2020 vom „Umbau zur autofreien Innenstadt“ gesprochen hat, will Oberbürgermeister Matthias Klopfer dezidiert „keine autofreie Innenstadt“.

„Aber wir sollten alles tun, damit der Parksuchverkehr verringert wird und Fußgänger und Radfahrer mehr Platz bekommen und die Kinder mehr Fläche zum Spielen“, sagte Klopfer in seinen eher grundsätzlichen Ausführungen zum Haushalt 2020. Konkret erreichen will der Oberbürgermeister seine Ziele dadurch, dass Parkplätze konsequent bewirtschaftet und die Autofahrer klarer geleitet werden. Was auf jeden Fall vermieden werden müsse, sei ein„Kulturkampf“ um die begrenzten Innenstadträume, weshalb, so die Ankündigung von Matthias Klopfer, 2020 die vorübergehend auf Eis gelegten Planungen für ein für Pendler und Dauerparker gedachtes Parkhaus auf der Nordseite des Bahnhofs wieder aufgenommen werden sollen.

Klopfer will "neue Impulse setzen"

Überhaupt muss sich die Stadt nach Einschätzung des Oberbürgermeisters beim Thema „Entwicklung der Innenstadt“ noch stärker einbringen. „Wir werden deshalb gemeinsam mit Schorndorf Centro im kommenden Jahr festlegen, wie wir die Innenstadt organisatorisch voranbringen“, sagte Matthias Klopfer, der dabei „neue Impulse setzen und die Veranstaltungsformate prüfen“ will – „immer nach dem Motto: Das Bessere ist der Feind des Guten.“ Keinen Hehl machte der Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang, dass er auch während der Gartenschau an manchen Einzelhändlern, Immobilienbesitzern und Gastronomen hätte verzweifeln können: „Die Stadt brechend voll, aber die Läden geschlossen.“ Aber viele hätten die Gartenschau auch aktiv unterstützt und deshalb von diesem besonderen Jahr auch mehr als andere profitiert, sagte Klopfer und bedankte sich in diesem Zusammenhang vor allem bei fast 60 Hausbesitzern in der Weststadt, die ein von der Stadt aufgelegtes Fassadensanierungsprogramm genutzt hätten, um ihr Haus mit Hilfe eines kleinen Zuschusses zu verschönern.

Hauptaufgabe der Stadt im Hinblick auf die Innenstadt werde es aber auch in Zukunft sein, „den Rahmen zu schaffen – mit städtischer Infrastruktur wie dem Parkleitsystem, neuen Radständern, barrierefreien Pflasterbelägen“, mit weiteren Bemühungen um Sicherheit und Ordnung und mit einer hohen städtebaulichen Qualität, sagte Matthias Klopfer und zählte eine ganze Reihe bereits in Angriff genommener oder geplanter Maßnahmen auf. Als da wären der Umbau des ehemaligen „Kindermoden Schnabel“-Gebäudes in der Daimlerstraße, und des Gebäudes Johann-Philipp-Palm-Straße 22 (Ernstings), die Umbau- und Umnutzungsplanungen für das Volksbank- und das Deutsche-Bank-Gebäude am Unteren Marktplatz, die Erweiterung des Arnold-Areals an der Karlstraße, die Markthalle auf dem Areal Güterbahnhof und die Neugestaltung des gesamten Bahnhofsumfeldes inklusive des Unteren Marktplatzes.

Essen ist das neue Shoppen

Immer wichtiger aus Sicht von Matthias Klopfer bei der Aufwertung der Innenstadt wird die Gastronomie. „Essen ist das neue Shoppen“, wiederholte der Oberbürgermeister eine Erkenntnis, die er dem neuen Gemeinderat schon bei dessen Konstituierung ins Stammbuch geschrieben hatte. Erfolgreiche Händler – bislang vor allem außerhalb Schorndorfs – machten vor, wie es gelingen könnte, Kunden durch attraktive (gastronomische) Zusatzangebote länger in den Läden zu halten. Aber auch in Schorndorf gebe es bereits ermutigende Beispiele. In der Höllgasse zum Beispiel könne man täglich spüren, wie die Zusammenarbeit von Gastronomen und die Einsicht, dass das eigene Geschäft besser laufe, wenn es auch dem Nachbarn gutgehe, zum Erfolg führen könne.

Angesichts all dieser Herausforderung hält es Klopfer für vergeudete Zeit, sich über das leidige Thema „Tempo 30 in der Innenstadt“ zu streiten. Zumal es mit dem Lärmaktionsplan eine klare rechtliche Vorgabe für die Einrichtung der verschiedenen Zonen gebe. „Tempo 40 hilft da nicht“, betonte der Oberbürgermeister – ganz davon abgesehen, dass der Bundesgesetzgeber vor Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen ohnehin Tempo 30 verlange. „Bitte vermeiden Sie Forderungen in der Öffentlichkeit, die nachher nicht umzusetzen sind und die unserer Innenstadt nicht helfen“, appellierte Matthias Klopfer an den Gemeinderat und empfahl ihm, seine Zeit und Energie lieber in Projekte zu investieren, die wichtig und umsetzbar seien. So wie etwa die Gestaltung und den Erhalt von „grüner Infrastruktur“, wie sie jetzt mit den Gartenschau-Parks beispielhaft geschaffen worden sei.

Schorndorf. Im Gegensatz zu Finanzbürgermeister Thorsten Englert, der in seiner Rede zum Haushalt 2020 vom „Umbau zur autofreien Innenstadt“ gesprochen hat, will Oberbürgermeister Matthias Klopfer dezidiert „keine autofreie Innenstadt“.

„Aber wir sollten alles tun, damit der Parksuchverkehr verringert wird und Fußgänger und Radfahrer mehr Platz bekommen und die Kinder mehr Fläche zum Spielen“, sagte Klopfer in seinen eher grundsätzlichen

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