Schorndorf

OB-Wahl in Schorndorf: Das Rennen um den Chefsessel hat begonnen

RathausSchorndorf
Das Rennen um den Chefsessel im Rathaus ist eröffnet. © Gaby Schneider

Das Rennen um den Sessel des Schorndorfer Stadtchefs ist eröffnet. An diesem Freitag ist im Staatsanzeiger die Stellenausschreibung der Stadt Schorndorf erschienen, damit beginnt die offizielle Bewerbungsfrist für den neuen Oberbürgermeister, der am 7. November gewählt werden soll. Falls an diesem Tag der sehr wahrscheinliche Fall eintritt, dass keiner der Bewerber und Bewerberinnen die absolute Mehrheit erreicht, findet drei Wochen später, am 28. November, die Stichwahl statt, bei der dann die einfache Mehrheit reichen wird.

Bewerber müssen 50 Unterschriften von Unterstützern vorlegen

Der scheidende Oberbürgermeister Matthias Klopfer hat seine Kandidatur noch kurz vor der offiziellen Ausschreibung für die Wahl des neuen Stadtchefs in Esslingen bekanntgegeben – so schnell war in Schorndorf niemand. Förmliche Bewerbungen können frühestens am Tag nach dieser Stellenausschreibung im Rathaus abgegeben werden, bislang liegen laut Erstem Bürgermeister Thorsten Englert auch keine Bekundungen vor. Um Spaßbewerber und Dauerkandidaten abzuschrecken, müssen die Kandidaten 50 Unterstützungsunterschriften von wahlberechtigten Personen den Unterlagen beilegen. In Kommunen mit weniger als 20 000 Einwohnern ist eine solche Hürde im Kommunalwahlgesetz nicht vorgesehen, in Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern braucht ein Kandidat 100 Unterstützungsunterschriften, in Stuttgart mussten 250 Unterschriften von Stuttgarter Wahlberechtigten vorgelegt werden. Das hat zwar nicht jeder geschafft. Aber nicht für alle Spaß- und Außenseiterkandidaten sind die geforderten Unterschriften eine Hürde. Was die Bewerber und Bewerberinnen sonst noch brauchen: eine Wählbarkeitsbescheinigung und eine eidesstattliche Versicherung, dass sie nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Der oder die Neue braucht Erfahrung

Das sind die formalen Voraussetzungen. Darüber hinaus sollten die OB-Kandidaten indes einiges an beruflicher Erfahrung und kommunikativer Kompetenz mitbringen. Denn die Herausforderungen, die auf den künftigen Oberbürgermeister und Chef oder Chefin von 671 Mitarbeitern der Stadtverwaltung zukommen, sind groß - allem voran wird der oder die Neue mit dem Dilemma der klammen Finanzen einerseits und den stetig steigenden Pflichtaufgaben und Wünschen andererseits zu kämpfen haben. Erster Bürgermeister Thorsten Englert beziffert den Schuldenstand des Kernhaushalts mit 43,2 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt inklusive der Eigenbetriebe bei 4177 Euro und ist damit etwa viermal höher als die Pro-Kopf-Verschuldung in Waiblingen (1025 Euro).

Auf den neuen Oberbürgermeister warten viele Aufgaben

Die Frage, wie es nach der Pandemie finanziell weitergeht, wird allerdings nicht nur das schöne, aber vergleichsweise arme Schorndorf umtreiben. Auch in anderen Städten kann noch keiner sagen, wie die Wirtschaft die Corona-Krise am Ende verkraften wird. Gleichzeitig bleiben die großen Aufgaben. Schulen und Kitas müssen zukunftsfähig gemacht werden, die Kitagebühren trotzdem bezahlbar sein. Die Digitalisierung muss weiter ausgebaut und vor allem der Klimaschutz vorangebracht werden. Bis 2035 will Schorndorf bekanntlich klimaneutral werden. Soll dies gelingen, muss die Verkehrswende nun auch beherzt angegangen werden, doch die erforderlichen Maßnahmen werden nicht nur nervenaufreibende Diskussionen, sondern auch große Investitionen nach sich ziehen. Der Ausbau des ÖPNV muss auch und gerade in den Teilorten auf der Agenda stehen, ebenso wie Investitionen in die Infrastruktur für leise schnurrende Elektrofahrzeuge. Apropos Teilorte: Die sieben Schorndorfer Ortschaften haben sich aktuell im Zuge der Quartiersentwicklung zu mehr Eigenentwicklung aufgemacht - ein Prozess, der auch in Zukunft fortgesetzt werden muss.

Im Gemeinderat wünschen sich alle eine bessere Stimmung

In der Kernstadt steht der Bau der Stadtbücherei am Archivplatz an. Darüber wird der Gemeinderat im Herbst entscheiden, ein Thema wird der bedeutende Neubau sicherlich auch im Wahlkampf werden. Der alte Standort der Stadtbücherei ist zu klein, die VHS will erweitern: Dass die neue Stadtbücherei von der großen Mehrheit im Rat gewünscht wird, steht fest. Die Frage ist nur, zu welchem Preis das Ganze realisiert werden kann. Lediglich die AfD steht dem Bau kritisch gegenüber. Apropos AfD: Auch der Umgang mit den Rechtsauslegern im Gemeinderat wird für den neuen OB ein Thema werden. Denn aktuell wünschen sich alle eine bessere Stimmung im Gemeinderat. Da ist viel kommunikatives Geschick seitens des Stadtoberhaupts gefragt.

Das Rennen um den Sessel des Schorndorfer Stadtchefs ist eröffnet. An diesem Freitag ist im Staatsanzeiger die Stellenausschreibung der Stadt Schorndorf erschienen, damit beginnt die offizielle Bewerbungsfrist für den neuen Oberbürgermeister, der am 7. November gewählt werden soll. Falls an diesem Tag der sehr wahrscheinliche Fall eintritt, dass keiner der Bewerber und Bewerberinnen die absolute Mehrheit erreicht, findet drei Wochen später, am 28. November, die Stichwahl statt, bei der dann

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