Schorndorf

Parkraumkonzept für Klinik vom Tisch

Parkraumkonzept für Klinik vom Tisch_0
Weil es viel zu wenig Parkplätze am Krankenhaus Schorndorf gibt, ist der Parkdruck auf s Wohngebiet ringsum enorm. © Habermann / ZVW

Schorndorf. Die Beschwerden der Anwohner waren massiv, der Unmut vor allem im Gesundheitszentrum groß: Weil Rems-Murr-Kliniken und Kreisbau jetzt aber doch signalisiert haben, in Schorndorf auf dem Klinik-Areal hundert neue Parkplätze schaffen zu wollen, legt die Stadt Schorndorf das Parkraumkonzept rund ums Krankenhaus erst mal ad acta. Das gilt nicht für das Innenstadt-Konzept: OB Klopfer will im September im Gemeinderat auf jeden Fall zu einer Entscheidung kommen.

Nachdem sich immer mehr Anwohner bei ihm beschwert und die ersten aus lauter Verzweiflung schon Parkplätze in den Vorgärten angelegt haben, war’s für Oberbürgermeister Matthias Klopfer höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen. In zwei Spitzengesprächen mit der Kreisbau und den Rems-Murr-Kliniken hat er darauf gedrängt, dass die Verursacher des Parkplatz-Problems auch zu seiner Lösung beitragen.

Mit dem Ergebnis: Auf dem Klinik-Areal werden hundert Parkplätze angelegt. 50 sollen bis Herbst durch Umorganisation geschaffen werden, 50 tatsächlich angelegt – „zügig“, wie OB Klopfer auf Nachfrage konkretisiert. Doch ein zusätzliches Parkdeck wird es nicht geben.

Krankenhaus-Parkplätze: „Ein kommunalpolitisches Minenfeld“

Das hat er vergangene Woche bereits nichtöffentlich im Gemeinderat verkündet. Da das Thema aus seiner Sicht „die Menschen bewegt“, war’s ihm wichtig, dies auch vor der Sommerpause über ein Pressegespräch öffentlich zu machen: „Wir haben entschieden, dass wir nichts machen.“ Geht’s für die Stadt jetzt darum, Druck aus dem Thema zu nehmen und, wie Klopfer es formuliert, „ein kommunalpolitisches Minenfeld abzuräumen“, sah das in der Vergangenheit ganz anders aus: Da es massive Beschwerden von Anwohnern gab, weil Klinikmitarbeiter auf der Suche nach kostenlosen Langzeitparkplätzen die Wohnstraßen rings ums Krankenhaus immer mehr zuparken, sah die Stadt Handlungsbedarf.

Nicht zuletzt, weil auch aus dem Gesundheitszentrum Unmut laut wurde, weil es für die Patienten und Mitarbeiter nicht genug Parkplätze gibt. Die Lösung, die die Stadt mit dem Parkraumkonzept bieten wollte, stieß allerdings auf wenig Begeisterung: Mit Bewohner- und gebührenpflichtigen Kurzzeitparkplätzen sollte der Parkdruck rund ums Krankenhaus verringert werden. Nachdem es jetzt mit den Rems-Murr-Kliniken und der Kreisbau eine bessere Lösung gibt, wandert das Parkraumkonzept fürs Klinikumfeld erst mal in die Schublade. Ganz vom Tisch ist es aber nicht: „In fünf, sechs Jahren“, kündigt Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich an, „schauen wir’s noch mal an.“

Die Rems-Murr-Kliniken werden weiter wachsen

Und tatsächlich kann sich bis dahin auch einiges ändern. Im Umfeld der Klinik, weiß Klopfer, wird in nächster Zeit manches Einfamilien- durch ein Mehrfamilienhaus ersetzt: „Der Gebietscharakter rund ums Klinikum verändert sich.“ Diese Nachverdichtung wird sich auch auf die Parkplatzsituation auswirken – verstärkt womöglich auch von der von Klopfer kritisierten Unsitte, dass Tiefgaragenparkplätze oft mit Fahrrädern und Bobbycars belegt sind, die Autos aber weiterhin am Straßenrand parken. Dazu komme, dass die erfolgreichen Rems-Murr-Kliniken an ihren Standorten in Winnenden und in Schorndorf weiter wachsen werden. Mit der Folge: mehr Patienten, mehr Personal und mehr Bedarf an Parkplätzen.

Doch das Parkraumkonzept für die Innenstadt wird sicher nicht in der Schublade landen: Im September will Klopfer endlich – nachdem sie schon zweimal vertagt wurde – im Gemeinderat zu einer Entscheidung kommen, wie sich die Parkplatzsituation in der Innenstadt verbessern lässt und Parkplatzsuchende verstärkt in die Parkhäuser gelotst werden können; womöglich mit mehr gebührenpflichtigen Parkplätzen, Bewohnerstellplätzen, beschrankten Parkplätzen auf dem Archivplatz, an der Mauer und auf dem Maier-am-Tor-Gelände sowie einer einheitlichen Tarifstruktur und einem Nachttarif für die Innenstadt. „Und dann“, kündigt Klopfer an, „wird’s in der Grundsatzdebatte auch um 15 oder 30 Minuten Brötchentaste gehen.“


Rems-Murr-Gesundheits-GmbH

Dass es rings ums Schorndorfer Krankenhaus ein drängendes Parkplatzproblem gibt, das ist der Kreisbaugesellschaft und den Rems-Murr-Kliniken bewusst. „Es gibt“, bestätigt Pressesprecherin Martina Keck, „auch schon Überlegungen und Planungen“. Für die Optimierung der bestehenden Parkplätze wurde sogar ein externer Gutachter hinzugezogen. So konkret, dass die Investitionshöhe beziffert werden könnte, ist’s aber noch nicht.

Die Rems-Murr-Gesundheits-GmbH wurde 2004 von der Kreisbaugesellschaft Waiblingen und dem Rems-Murr-Kreis gegründet und soll die medizinische, pflegerische und therapeutische Infrastruktur im Rems-Murr-Kreis sichern. Dazu gehört auch die Schaffung von Parkplätzen.