Schorndorf

Pastorin Julia Rosin mit ukrainischen Wurzeln hilft Flüchtlingen in Schorndorf

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Julia Rosin ist Kinder- und Jugendpastorin bei der SV Schorndorf. Ihre Familie stammt aus der Ukraine, jetzt hilft sie Flüchtlingen. © Gaby Schneider

Um Flüchtlingskinder aus Syrien und aus dem Irak kümmert sich Julia Rosin schon seit Jahren, immer wieder ist sie in der Asylbewerberunterkunft im Kelch-Areal, holt Mädchen und Teenies auch zu Jungschar- und Gruppentreffen in das Gemeindezentrum des Süddeutschen Gemeinschaftsverbands (SV).

Jetzt unterstützt die 28-Jährige fünf Familien, die nach Ausbruch des Ukraine-Krieges nach Schorndorf und Urbach gekommen sind. Sie hilft aus Nächstenliebe und einem starken Glauben an Jesus heraus, aber auch, weil sie die Sprache spricht.

Julia Rosin ist in Dresden geboren und in Hessen aufgewachsen, ihre Eltern aber kommen aus der Ukraine, aus Schytomyr, 120 Kilometer westlich von Kiew. Vor sieben Jahren ist Julia Rosin als FSJlerin über die christliche Organisation „Pais Deutschland“ zur SV nach Schorndorf gekommen. Sie ist geblieben, hat in Ostfildern Theologie studiert und ist seit Oktober 2021 Kinder- und Jugendpastorin bei der SV.

„Mit dieser Brutalität hat niemand gerechnet“

Jetzt erlebt sie – mit ihrer ganzen Familie – eine Situation, die sich niemand hätte vorstellen können: Acht Flüchtlinge haben ihre Eltern bei sich zu Hause aufgenommen. Darunter die Schwester ihrer Mutter, die im Rollstuhl sitzt und dennoch von ihren Söhnen zur Flucht überredet werden musste. „Mein Bruder“, erzählt Julia Rosin, „ist hingefahren, um sie zu holen.“

Eine andere Tante will nicht fliehen, weil sie ihre Söhne, die in der ukrainischen Armee kämpfen müssen, und ihre Tochter, die als Ärztin gebraucht wird, nicht zurücklassen will. Die Treffen mit der Familie, sagt die 28-Jährige, sind sehr emotional – und von großer Angst und Unsicherheit geprägt. Und obwohl die Situation in der Ukraine gefährlich war und der russische Truppenaufmarsch als Bedrohung wahrgenommen wurde, „mit dieser Brutalität hat niemand gerechnet“.

In Schorndorf hilft Julia Rosin Kriegsflüchtlingen, weil sie die Not sieht und helfen kann – und weil sie über die SV schnell in Kontakt mit fünf Familien aus der Ukraine gekommen ist. Aktuell ist sie damit beschäftigt, die Geflüchteten zu unterstützen, sie mit Informationen zu versorgen – auch über Einkaufsgutscheine für die Tafel. In eine App, mit der in der SV Informationen ausgetauscht werden, schreibt sie, was gerade am nötigsten gebraucht wird, bittet um Haushaltsgeräte oder um digitale Endgeräte für den Online-Unterricht.

Und obwohl es Tage gibt, die sehr anstrengend sind, ist sie auch erfüllt von der Hilfe, die sie leisten kann. „Ich will“, sagt Julia Rosin, „der Hoffnung ein Gesicht geben.“ Alles alleine machen, das kann sie nicht. Doch sie tut ihr Möglichstes und wünscht sich für die Menschen, die vor dem Krieg fliehen mussten, dass sie hier wertgeschätzt und geliebt werden. „Ich versuche, ein Freund zu sein“, sagt Rosin und stellt sich immer wieder auch diese Frage: „Wie wäre es denn, wenn ich in dieser Situation wäre?“

Wie entwickelt sich das Leben weiter? Was wird aus den Kindern?

Die Familien, die sie unterstützt, erlebt sie im Moment als sehr gefasst, aber auch stark verunsichert: Wie entwickelt sich das Leben nach der Flucht weiter? Was wird aus den Kindern im fremden Land? Ganz langsam, erzählt die 28-Jährige, beginnen die Menschen, sich ihr gegenüber zu öffnen.

Für die Familien, weiß Julia Rosin, ist es nicht einfach, plötzlich mit anderen auf engstem Raum zusammenzuwohnen und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Von einem Familienvater weiß sie, dass er so schnell wie möglich arbeiten möchte, damit er Frau und Kinder selbst versorgen kann. Doch noch ist alles ungewiss. Bis die bürokratischen Anmeldeformalitäten erledigt sind und endlich Sozialleistungen fließen, wird Zeit vergehen.

Doch eines ist Julia Rosin trotz ihres Einsatzes für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine besonders wichtig: „Ich möchte die Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak nicht vernachlässigen.“ Zu eng sind die Beziehungen, die auch Michel Schneider als Sozialdiakon der SV seit der großen Flüchtlingswelle 2015 aufgebaut hat – obwohl es mit diesen Menschen lange keine gemeinsame Sprache gab.

Um Flüchtlingskinder aus Syrien und aus dem Irak kümmert sich Julia Rosin schon seit Jahren, immer wieder ist sie in der Asylbewerberunterkunft im Kelch-Areal, holt Mädchen und Teenies auch zu Jungschar- und Gruppentreffen in das Gemeindezentrum des Süddeutschen Gemeinschaftsverbands (SV).

Jetzt unterstützt die 28-Jährige fünf Familien, die nach Ausbruch des Ukraine-Krieges nach Schorndorf und Urbach gekommen sind. Sie hilft aus Nächstenliebe und einem starken Glauben an Jesus heraus,

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