Schorndorf

Pfleiderer-Brache wird Wohnbaufläche

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© Danny Galm

Schorndorf. Der Projektentwickler Bonava plant den Bau eines neuen Wohnquartiers in Schorndorf. Auf dem früheren Produktionsgelände der Firma Carl Pfleiderer zwischen Bismarck- und Olgastraße soll bis 2022 ein Neubau-Ensemble mit gut 130 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Ein entsprechender Grundstückskaufvertrag wurde bereits im August vereinbart.

„Das kleine Quartier soll die umliegende Einfamilienhaussiedlung harmonisch ergänzen. Wir sind in enger Abstimmung mit der Stadt zum laufenden Bebauungsplanverfahren und hoffen, 2019 loslegen zu können. Nach dem Abriss der Bestandsgebäude rechnen wir mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren“, erklärt Bonava-Projektleiter Athanasios Pantazidis via Pressemitteilung.

Alten Werkshallen sollen abgerissen werden

Das knapp 8000 Quadratmeter große Areal wurde jahrzehntelang für die Fertigung von Radio- und Fernsehgehäusen genutzt. Zuletzt hatten sich mehrere kleinere Gewerbe angesiedelt. Sein Domizil in einer der Hallen hat derzeit noch der Kultkleiderladen „Wühli“, der seit längerem auf der Suche nach einer neuen Bleibe ist und für den es jetzt allmählich eng wird.

Denn die alten Werkshallen sollen abgerissen und, so die vorläufige Planung, durch ein Ensemble aus vier Mehrfamilienhäusern ersetzt werden. Vor allem Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sollen entstehen. Mindestens 20 Prozent der Wohnungen sollen entsprechend den Vorgaben des Schorndorfer Wohnraumversorgungskonzepts später als geförderter Wohnraum vermietet werden beziehungsweise – durch eine 30-prozentige Reduzierung des Bodenwertanteils - als preislich vergünstige Eigentumswohnungen auf den Markt kommen.

Hochattraktiv durch die Nähe zur Bahn und zur Altstadt

„Wir wollen ein Zuhause für alle Generationen und Einkommensklassen schaffen. Die Nähe zur schönen Altstadt und die schnelle Anbindung nach Stuttgart machen den Standort hochattraktiv. Auch Kitas und Schulen finden sich hier in unmittelbarer Nähe“, erklärt Projektleiter Pantazidis.

Die Häuser im künftigen „Bismarck-Quartier“ sind für Bonava bereits das sechste aktuelle Bauvorhaben in der Region. Nach insgesamt 37 neuen Wohnungen in Feuerbach und Bad Cannstatt laufen derzeit die letzten Arbeiten für 40 Eigentumswohnungen im Stuttgarter Europaviertel. Weitere 78 Einfamilienhäuser plant das Ludwigsburger Team des deutsch-schwedischen Projektentwicklers in Schwaikheim.

Wohnungsinteressenten können sich schon vormerken lassen

Die Planungs- und Genehmigungsprozesse für das Schorndorfer Bismarck-Quartier werden voraussichtlich noch bis mindestens Ende 2018 andauern. Wohnungsinteressenten können sich jedoch schon jetzt unter der kostenfreien Rufnummer 08 00 6 70 80 80 unverbindlich vormerken lassen.

Sowohl die Leiterin des städtischen Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr, Gabriele Koch, als auch der Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Baurecht, Manfred Beier, bestätigen auf Nachfrage, dass die Grobplanung im Vorfeld des Grundstückskaufs – bisherigen Eigentümer war die Familie Kelch - mit der Stadt abgestimmt worden ist und dass die genannten 130 Wohneinheiten auf diesem Areal eine gut vorstellbare Größenordnung sind.

Städtischen Bemühungen, Wohnraum zu schaffen

Und natürlich passt es auch ganz grundsätzlich in die städtischen Bemühungen, Wohnraum zu schaffen, dass solche Gewerbebrachen in Wohnbauflächen umgewandelt werden. Wozu es natürlich eine Bebauungsplanänderung braucht, die jetzt auf den Weg gebracht werden muss.

Erste Überlegungen, das ehemalige Pfleiderer-Gelände zu überbauen, hat es schon Ende der 1970er Jahre gegeben, weiß Gabriele Koch. Wobei damals noch eine Überbauung mit Einzelhäusern geplant war. Die heutige Zeit, auch wenn bis zur Realisierung noch das eine oder andere Jahr ins Land geht, erfordert eher eine Konzentration, wie sie auch die Planungen von Bonava vorsehen.


Der Projektentwickler Bonava

  • Bonava ist eigenen Angaben zufolge einer der führenden Projektentwickler im Wohnbau in Nordeuropa und Deutschland. Entstanden unter dem Dach von NCC, schafft Bonava seit den 1930er Jahren ein Zuhause und Wohnumfelder für viele Menschen. Heute beschäftigt Bonava 1600 Mitarbeiter in acht europäischen Ländern: in Schweden, Deutschland, Finnland, Dänemark, Norwegen, Russland, Estland und Lettland. Der Umsatz belief sich 2016 auf 1,43 Milliarden Euro. Bonava ist an der Börse Nasdaq in Stockholm gelistet.
  • In Deutschland ist Bonava vor allem im Heimatmarkt Berlin, in den Wachstumsregionen Hamburg, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Köln/Bonn, Rhein-Neckar/Stuttgart, Sachsen und entlang der Ostseeküste tätig. Im Jahr 2016 verkaufte Bonava in Deutschland 1933 Häuser und Wohnungen an Eigennutzer und Investoren. Die rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Hauptsitz im brandenburgischen Fürstenwalde/Spree und in den regionalen Büros erzielten dabei einen Umsatz von knapp 413 Millionen Euro.
  • 1964 als Industriebau Fürstenwalde gegründet, ist das Unternehmen laut einer jährlichen Marktstudie des deutschen Analyseunternehmens Bulwiengesa zum fünften Mal in Folge der aktivste Projektentwickler für Wohnimmobilien in den deutschen Metropolen.