Schorndorf

Phoenix-Ensemble Lebenswelten probt „Der Sturm“ nach William Shakespeare:  Premiere am Freitag (23.7) in Schorndorf

Theaterprobe1 Keine Angst vor Shakespeare. Das Ensemble: Nana Buhl, Weiso, Jonas Valantinas, Liliana Iodice, Alina Schmid und Aleksandar Assef (v.l.). Foto: Büttner
Keine Angst vor Shakespeare. Das Ensemble: Nana Buhl, Weiso, Jonas Valantinas, Liliana Iodice, Alina Schmid und Aleksandar Assef (v. l.). © Benjamin Büttner

Das kann ja heiter werden! Endproben beim Phoenix-Ensemble Lebenswelten. Da lümmeln auf der Bühne fünf seltsam gewandete Gestalten in einer Couchlandschaft von heute herum. Statt schicker Schränke stapeln sich schäbige Kisten im Hintergrund, die allerlei Prozentiges zu bergen scheinen. Wir befinden uns in einer Wohngemeinschaft von 2021. Gegründet von ausrangierten Göttern, an die niemand mehr glaubt, die auch sonst eigentlich nicht mehr viel zu tun haben. Und verblassen auch die Mythen, es explodieren die Mieten.

Shakespeare klopft an die Tür der arbeitslosen, einstigen Schicksalsmanager

Eine Wohngemeinschaft aus Aphrodite, Ares, Demeter, Dionysa und Hermes, das waren mal hochrangige Schicksalsmanager im griechischen Olymp. Aber wer erinnert sich noch daran? Was uns Griechenland inzwischen wert ist, hat man bei der letzten Euro-Krise gesehen. Und wer kennt heute noch die Sitcoms vom Intrigantenstadel des Götterclans um den alten Wolkenschieber Zeus? Na ja, einige sind dann doch noch marketingtauglich geworden. Hermes und Demeter haben es immerhin zu Firmennamen gebracht. Aber sonst?

Die Götter schieben reichlich Frust. Da klopft es an der Tür. Zunächst will keiner aufmachen. Doch dann steht da ein komisch anmutender Herr im Kostüm des beginnenden 17. Jahrhunderts im Raum. Mit weißer Rüschen-Halskrause und hohem schwarzen Hut. Ja, er ist es höchstpersönlich: William Shakespeare. Der Gott des Theaters. Und er wird diese WG im Laufe des Abends gründlich aufmischen, indem er sie in den Sog seines Stücks „Der Sturm“ zieht.

Wie das gelingt, wissen wir nicht. Wir waren nur bei Probenbeginn zu Gast. Und wenn, wir würden es auch nicht verraten. Das Besondere am Zugang zu Shakespeares Klassiker im Phoenix scheint das dramaturgische Konzept einer komödiantisch schrillen Überblendung der Zeiten, Geschichten und Mythen, von der Antike bis in die Gegenwart zu sein. „Zwei Blaupausen“, so Soran Assef, „die man übereinanderhält.“ Und wie auf den Proben zu sehen war, haben die Schauspieler und das Regieteam aus Shermen, Ute und Soran Assef viel Spaß dabei - und der soll sich natürlich aufs Publikum übertragen.

„Die Rollen werden fließend“, erklärt Soran Assef. „Hermes als Trickster hat Parallelen zur Figur des Ariel im Sturm.“

Regiekonzept Phoenix: Tiefgang immer mit Leichtigkeit verbinden

Und wenn bei Shakespeare die Figur des Caliban als „ein wilder und missgestalteter Sklav'“ zum Opfer des Geschehens wird, wird in der Version des Phoenix „die Verletzlichkeit des Ares, eines Kriegsgottes ohne Anstellung“, wie Soran Assef sagt, gegenübergestellt. Sehr kühn; und ob das aufgeht, darauf darf man sehr gespannt sein. „Tiefgang mit Leichtigkeit“ zu verbinden ist dabei die Absicht von Regie und Ensemble. Und war es nicht Shakespeare selbst, der Hoch- und Volkskultur in seinen Stücken aufs Zündendste zusammenbrachte?

Zuerst wurde das Stück, wie Ute Assef sagt, online geprobt. Nun, bei den Live-Proben, „kommt der Flow dazu“. Und der dürfte dann auch fürs Publikum allemal mitreißend sein. Es kann nur heiter werden!

Premiere wird am Freitag, 23. Juli, um 20 Uhr gefeiert. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 24., und Sonntag, 25. Juli, sowie am Samstag, 31. Juli, und Sonntag, 1. August, jeweils um 19 Uhr.

Das kann ja heiter werden! Endproben beim Phoenix-Ensemble Lebenswelten. Da lümmeln auf der Bühne fünf seltsam gewandete Gestalten in einer Couchlandschaft von heute herum. Statt schicker Schränke stapeln sich schäbige Kisten im Hintergrund, die allerlei Prozentiges zu bergen scheinen. Wir befinden uns in einer Wohngemeinschaft von 2021. Gegründet von ausrangierten Göttern, an die niemand mehr glaubt, die auch sonst eigentlich nicht mehr viel zu tun haben. Und verblassen auch die Mythen, es

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