Schorndorf

Platz für 91 neue Mietwohnungen

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Hier sollen neue Wohnungen entstehen. © ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)
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Es gibt zwar – im Sinne eines späteren einheitlichen Ganzen – eine Gesamtplanung für das Areal Wiesenstraße, aber zunächst einmal sollen die beiden mittleren Gebäudereihen mit fünf mehrgeschossigen Gebäuden und insgesamt 91 Wohnungen realisiert werden. Im Endausbau könnten auf dem Areal bis zu 250 neue Wohnungen entstehen. Derzeit gibt es auf dem ganzen Areal 150 Wohnungen.

Schorndorf. Einstimmig hat der Technische Ausschuss befürwortet, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. Oktober mit der Zustimmung zur Planung und dem Aufstellungsbeschluss den Bebauungsplan „Wiesenstraße“ auf den Weg bringt. Der soll es der Remstalbaugenossenschaft ermöglichen, in einem ersten Schritt die Bestandsgebäude 24, 26, 30, 32, 34 und 36 abzureißen und durch fünf mehrgeschossige Gebäude mit insgesamt 91 Mietwohnungen zu ersetzen.

Der klassische Zeilenbau der 1950er und 60er Jahre werde ersetzt durch fünf L-förmige, drei- bis sechsgeschossige Gebäude, präzisierte Thorsten Donn vom Fachbereich Stadtentwicklung und Baurecht die dem Bebauungsplan zugrundeliegende Planung im mittleren Bereich des Areals, die sich außer durch einen hohen Anspruch an sozialgerechtes Bauen auch durch attraktive Freiräume und Zwischenflächen auszeichne. Die vor allem auch dadurch gewonnen würden, dass Abstellplätze für Autos und Fahrräder weitgehend in einer unter den Gebäuden liegenden Tiefgarage untergebracht würden. Aus Sicht von Oberbürgermeister Matthias Klopfer ist das Vorhaben der Remstalbaugenossenschaft, die sich beim Bau des Geschäftsträgers Kreisbau bedient, ein ganz wesentlicher Baustein bei der Umsetzung des Ziels, in den nächsten Jahren in Schorndorf jährlich 100 preisgünstige Mietwohnungen zu realisieren.

Eher untypische Anmutung für klassischen Mietwohnungsbau

Klopfer bedankte sich ausdrücklich bei der Remstalbaugenossenschaft und ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Hetzinger für den Mut, sich für einen Entwurf entschieden zu haben, der seinerzeit von der Jury als „unkonventionell, modern und experimentell“ gewürdigt worden war – und von der Anmutung her als eher untypisch für das, was ansonsten den klassischen Mietwohnungscharakter mit überwiegend öffentlich geförderten Wohnungen ausmacht. Wobei Letzteres im Übrigen bedeutet, das bei einem Großteil der Wohnungen die Mieten für die Dauer von 30 Jahren um 33 Prozent unter den laut Mietspiegel üblichen Werten liegen.

Grundsätzlich signalisierten im Technischen Ausschuss die Sprecher aller Fraktionen volle Zustimmung zur Planung, wobei SPD-Fraktionschef Thomas Berger vor allem die Realisierung in Form des Genossenschaftsmodells begeistert. Gleichwohl gab’s einige Anregungen, die allerdings nicht zwingend im Zuge des Bebauungsplanverfahrens entschieden werden müssen oder können. „Wie sieht’s mit Fotovoltaik und einem Blockheizkraftwerk aus?“, wollte etwa CDU-Stadtrat Manfred Bantel wissen, der von Stadtwerke-Chef Andreas Seufer die Antwort bekam, dass es in diesem Bereich ja ein einst für die Firma Jupiter gebautes Heizwerk gebe, das zu einem Nahwärmenetz „mit Fotovoltaik und Ähnlichem“ ausgebaut werden könne.

Stimmen aus dem Ausschuss

Es sei „kritisch, jetzt mit Sonderwünschen zu kommen“, meinte Grünen-Stadtrat Andreas Schneider mit Blick auf das sehr sozial ausgerichtete Projekt und beließ es beim Appell an die Bauherren, ökologische Belange soweit als möglich zu berücksichtigen. Gleichwohl merkte Schneiders Fraktionskollegin Friederike Köstlin kritisch an, dass die nur mit einer Erdüberdeckung von mindestens 50 Zentimetern geplante Tiefgarage eine vernünftige Gestaltung der Grünflächen erschweren könnte. Es müsse darauf geachtet werden, dass zwischen den Gebäuden „nicht nur Pseudo-Grün, sondern hochwertiges Grün“ wachse. Zumal auch einige Bäume wegfielen. Das sei zutreffend, aber die zur Flutmulde hin blieben allesamt erhalten, sagte Thorsten Donn und wies darauf hin, dass es durchaus auch flachwurzelnde Bauarten gebe, die zudem auch noch der Klimaerwärmung standhalten könnten. Was die ebenfalls angeregte Fassadenbegrünung angehe, so sei die, so Donn, erstens Sache des Bauherrn und zweites finanziell nicht gerade günstig. „Wir sollten aufpassen, dass wir die Remstalbaugenossenschaft nicht überfordern“, warnte in diesem Zusammenhang FDP/FW-Stadtrat Gerald Junginger.

SPD-Stadträtin Silke Olbrich wünschte sich vor allem deshalb eine sehr lockere und familiengerechte Gestaltung der Wohnanlage, weil die Wiesenstraße früher eine Wohngegend gewesen sei, in die man nicht so gerne gegangen sei – „was aber mittlerweile anders ist“. Die familienfreundliche und kindgerechte Ausgestaltung sei ja gerade einer der Hauptgründe gewesen, warum sich die Jury seinerzeit für diesen Entwurf entschieden habe, erwiderte Thorsten Donn.

Das Areal Wiesenstraße im Bestand: In einem ersten Bauabschnitt will die Remstalbaugenossenschaft die beiden mittleren Gebäudereihen (mit Ausnahme des weiß in Erscheinung tretenden privaten Wohngebäudes) und damit auch die seitherige und mittlerweile leer stehende Flüchtlingsunterkunft abreißen und durch eine neue und zeitgemäße Bebauung ersetzen. Luftbild: Habermann