Schorndorf

Pop-up-Stores statt Leerstand: Wie Schorndorf die Innenstadt beleben will

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Lars Scheel und Viktoria Schedel haben das Pop-up-Store-Projekt vorgestellt. © Benjamin Büttner

Der Online-Handel macht dem Einzelhandel in den Innenstädten seit Jahren das Leben schwer. Dazu kam die Corona-Krise, die manchen Einzelhändlern die Luft abgeschnürt hat. Wie viele Geschäfte am Ende tatsächlich dichtmachen werden, ist noch gar nicht abzusehen. Um Leerständen entgegenzuwirken, einen attraktiveren Mix in der Innenstadt zu schaffen und neue Business-Ideen zu fördern, startet die Stadt ein Pop-up-Store-Projekt, das auf zwei Jahre festgelegt wird, bei Erfolg aber verlängert werden soll. Aktuell verzeichnet die Stadtverwaltung zwar nur eine Handvoll von Leerständen in der Innenstadt, erwartet in den kommenden Monaten aber eine deutliche Zunahme.

Für Leute mit einer zündenden Geschäftsidee

„Wir glauben an die Innenstadt - auch als Vermieter“, sagte Lars Scheel, Leiter des Eigenbetriebs Tourismus und Citymanagement, bei der Vorstellung des Projekts. Konkret bedeutet das: Die Stadt mietet interimsweise Flächen an, bei denen sich die Vermieter schwertun, sie an die Frau oder den Mann zu bringen, und und gibt diese für die Dauer von sechs oder zwölf Monate zum halben Mietpreis weiter an Menschen mit einer zündenden Geschäftsidee. Gefragt sind Start-ups auf dem Sprung in die Selbstständigkeit, die nicht nur bei der Miete, sondern mit 5000 Euro auch bei den Renovierungskosten und der Vermarktung unterstützt werden sollen. Läuft alles glatt und die Jungunternehmer schaffen es, in Schorndorf Fuß zu fassen, sollen sie die Räume am Ende des Projektzeitraums zu den regulären Bedingungen übernehmen.

Räume für eine Ausstellung oder ein Seminar

„Startrampe“ nennt das Tourismus und Citymanagement diese Form des Projekts. Die andere heißt „Sandwich“ und ist nicht auf Langfristigkeit, sondern auf eine reine Zwischennutzung angelegt. „Alles ist besser als ein Leerstand“, ist Lars Scheel überzeugt. Menschen, die für kurze Zeit Räume etwa für eine Ausstellung, ein Seminar oder einen Coworking-Space suchten, könnten die Flächen drei bis maximal zwölf Wochen übernehmen.

"Das Prädikat Stadt hilft"

Auf einzelne Vermieter sind die Projektverantwortlichen vom Schorndorfer Tourismus und Citymanagement bereits zugegangen und haben erkannt: „Das Prädikat Stadt hilft“, so Lars Scheel. Bei der Vorarbeit habe man gemerkt, dass die Idee ankommt und die Stadt leichter als gedacht an freie Flächen rankommen könne. Über die IHK soll nun für das Projekt geworben werden, bei Neugründerseminaren wird es ein Thema. Wer sich als Vermieter melden will oder seine Bewerbung als Neugründer abgeben will, kann sich schon jetzt beim Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement melden.

Verband Region Stuttgart hilft

„Als wir das Programm 2014 aufgelegt haben, hätten wir uns nicht träumen lassen, dass wir durch Corona einmal in dieser Situation sein werden“, sagte Thomas Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart, mit Blick auf die Probleme der Innenstädte. Die Region bezuschusst das Projekt zu 50 Prozent. Insgesamt stehen Fördermittel von 82.400 Euro zur Verfügung, die eine Hälfte kommt von der Stadt, die andere von der Region. Die Jury habe sich für das Projekt in Schorndorf entschieden, weil die Attraktivität der Stadt Bedeutung für das ganze Umland habe. Wenn schon Zentren Schwierigkeiten hätten, die Marktkraft zu halten, sei es extrem wichtig, sie attraktiv zu erhalten. „Start-ups sind ein wichtiger Grundgedanke“, sagte Bopp. Eine Szene gehöre zu einer pulsierenden Innenstadt dazu.

„Die Innenstadt ist nach wie vor das zentrale Handlungsfeld in unserem Fokus“, betonte auch Erster Bürgermeister Thorsten Englert. Mit dem Projekt will die Stadt auch künftige Nutzungen beeinflussen. Neu, unkonventionell, bunt und vielfältig sollten die Nutzungen sein, so Citymanagement-Mitarbeiterin Viktoria Schedel. Start des Projekts ist am 1. März.

Der Online-Handel macht dem Einzelhandel in den Innenstädten seit Jahren das Leben schwer. Dazu kam die Corona-Krise, die manchen Einzelhändlern die Luft abgeschnürt hat. Wie viele Geschäfte am Ende tatsächlich dichtmachen werden, ist noch gar nicht abzusehen. Um Leerständen entgegenzuwirken, einen attraktiveren Mix in der Innenstadt zu schaffen und neue Business-Ideen zu fördern, startet die Stadt ein Pop-up-Store-Projekt, das auf zwei Jahre festgelegt wird, bei Erfolg aber verlängert

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