Schorndorf

Premiere im Theaterbrettle: „Lauder Lugabeidl“

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Theaterbrettle Plüderhausen probt sein neues Mundart-Stück "Lauder Lugabeidl" © Jamuna Siehler
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Saubere Gesellschaft: Dienstmädchen Lisa (Tanja Wörner) und Uwe König (Edgar Denk), der einfach nicht genug Geld herschafft und dem nachgeholfen werden muss. © Jamuna Siehler

Plüderhausen. Es ist keine Schmeichelei, zu sagen, dass das Theaterbrettle Plüderhausen mit seinem neuen Erbschleicher-Stück „Lauder Lugabeidl“ an die großen Erfolge anknüpfen wird. Und falls es noch einer Bestätigung bedarf: Der Stückeschreiber war zur Premiere vor Ort und voll des Lobes über das, was Regisseur Bodo Kälber und seine Mannschaft aus dem Text gemacht haben.

Der Mann ist im deutschsprachigen Raum viel gereist. Walter G. Pfaus hat neben 14 Krimis auch 114 Stücke geschrieben. Komödien, Schwänke, Sachen fürs Mundarttheater. Und er hat über 1000 verschiedene Inszenierungen von seinen eigenen Stücken gesehen. Daher die verstärkte Reisetätigkeit. Wobei er betont, dass er beim Einstudieren nie dabei ist, er also keinen Einfluss nimmt. Und jetzt also haben die Theaterbrettles-Macher den Mann aus Blaubeuren gebeten, bei der Erstvorstellung zugegen zu sein. Ist ja auch spannend, was er sagt über die Umsetzung dessen, was er sich selbst am Schreibtisch so ausgedacht hat.

Und? Wie lautet das Urteil? Das sicherlich nicht einfach so dahingesagt ist.

Dazu hat der Autor mit zu viel Inbrunst gesprochen, als der Vorhang dann gefallen war. Und nachdem der sehr lange Applaus endlich im voll besetzten Haus endlich abgeebbt war. Also sprach Walter G. Pfaus: „Das ist eine ganz prächtige Inszenierung. Es sind ein paar Sachen drin gewesen, da dachte ich, das darf doch nicht wahr sein“.

Also: Die Plüderhauser Mannschaft, soll das heißen, hat richtig Funken aus dem Text geschlagen. Nur mal festgemacht an der Schwiegermutter, eine Paraderolle für Ursula Ottenbacher. Dieses Timing auch. Wie sie im vollen Brass über die neueste Zumutung der lieben Verwandtschaft nicht nur alle verbal-mimischen Register zieht, sondern auch am Hebel der Gasdruckfeder des todschicken Barhockers. Sanft gleitet das Gestühl in einer fast schon lasziven Drehung herunter, es kann zur geharnischten Rede ausgeholt werden. Oder wie Ursula Ottenbacher mit dem Koffer auf- und davonfedert, den starke Männer zuvor nicht vom Fleck bewegen konnten – eine besonders fein ausgedachte Regie-Idee. Das hat Witz, das hat Klasse. Und lässt auch Pfaus sagen: „Diese Figur ist immer gut, ich kann es beurteilen. Aber diese hier ist die beste. Mit ihrer Spielfreude, mit ihrer Art zu spielen. Sie hat die Rolle richtig gut ausgefüllt.“

Das ganze Ensemble hat für den Autor von „Lauder Lugabeidel“, der an dieser Stelle durchaus der Wahrheit verpflichtet ist, gespielt wie Halbprofis. Der Regisseur Bodo Kälber ist für ihn eh so etwas wie ein Vollprofi.

Es war einfach so, sagt Walter G. Pfaus, dass er drin saß und immer wieder gelacht hat. Und das passiert ihm, der das Stück über die Ami-Tante, an deren Geld die hundsliederliche G’sellschaft will, in und auswendig kennt. Ein wahrlich gutes Omen für eine Erfolgsgeschichte. Und endlich mal was Ungelogenes..

Karten fürs Stück

Vereinzelt sind noch Karten für die Aufführungen im April zu haben. Hier wird das Stück an den Freitagen 8., 15. und 22. April sowie an den Samstagen 9., 16., und 23. April gezeigt. Karten gibt es dann wieder im Juni, und zwar für die Vorstellungen an den Freitagen 3., 10., und 17. Juni sowie an den Samstagen 4. und 11. Juni. Spielbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Kartentelefon: 07181-87122 (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr, Montag und Donnerstag von 16 bis 17.30 Uhr). Weitere Aufführungen folgen nach der Sommerpause ab September.

Infos: www.theaterbrettle.de