Schorndorf

Probleme im Postturm: Staatsanwaltschaft ermittelt

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Nicht unumstritten: Das Postturm-Carré. © ZVW/Benjamin Büttner

Schorndorf.
Immer wiederkehrende Probleme mit dem Aufzug und Wasserschäden im ganzen Haus, die Mieter im Postturm sind arg geplagt. Jetzt hat Alexander Dohnt, Pächter der Skybar, die Konsequenz gezogen und schließt seine Bar zum Ende des Jahres. Doch das sind beileibe nicht die ersten negativen Schlagzeilen, mit denen sich die Schorndorfer Flex-Fonds-Gruppe auseinandersetzen muss. Auf ihrer Homepage beschreibt sie sich als „ein unabhängiger, auf Sachwerte spezialisierter Vermögensverwalter“ mit etwa 11 000 Anlegern, der seit 1989 Beteiligungskonzepte und Kapitalanlagen mit dem Schwerpunkt Immobilieninvestitionen entwickelt und realisiert.

Im Jahr 2017 klagten Anleger zweier Fonds, weil die Ausschüttungen gestrichen worden waren. Entgegen der Darstellungen des Fonds seien die Anlegergelder nicht schwerpunktmäßig in Immobilien investiert worden, sondern auch in Wertpapiere, Rohstoffe und andere Fondsbeteiligungen.

Zu teuer an Fonds verkauft?

Im Mai 2018 durchsuchten Fahnder von Staatsanwaltschaft und Polizei nach einer anonymen Anzeige die Schorndorfer Firmenzentrale sowie weitere Objekte in Stuttgart und Berlin. Der Vorwurf: Gerald Feig, der das „Postturm-Carré“, zu dem der neu gebaute 40 Meter hohe Turm und zwei sanierte Altbauten gehören, als Investor finanziert hat, soll das Objekt zu einem überhöhten Preis an den von ihm gemanagten Fonds verkauft haben. Offenbar gibt es Zweifel, dass Mieteinnahmen und Werbetafel – die übrigens immer noch auf die Blumenausstellung der Gartenschau aufmerksam macht – am Postturm so viel Geld abwerfen, dass die 12,5 Millionen Euro, für die das Carré vor rund sieben Jahren ins Portfolio von Flex-Fonds kam, gerechtfertigt sind. Die Anleger sollen betrogen und um gute zwei Millionen Euro geschädigt worden sein.

Feig selbst sieht sich zu Unrecht beschuldigt. In einer Pressemitteilung Anfang Mai 2018 beteuerte er: „Wir sind absolut sicher, dass wir diesen Verdacht zeitnah ausräumen können.“ Die damals verlangten 12,5 Millionen Euro hätten im Juli 2013 fast genau der Summe entsprochen, die er als Investor in das Projekt gesteckt habe. Damals wurde das Bauprojekt von der Flex-Fonds-Gruppe an die Fondsgesellschaft übergeben. Der Betrag habe „vertrags- und prospektkonform“ dem 16-Fachen der zu diesem Termin erzielbaren Jahresnettomiete entsprochen. Daran hatten Staatsanwaltschaft und eine Objektgesellschaft, die 2014 ein Gutachten in Auftrag gegeben hat, offenbar Zweifel. Entschieden ist noch nichts: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer – mittlerweile seit eineinhalb Jahren.

Gerald Feig weist Gerüchte zurück

Als während der Gartenschau die Sanitätszentrale des DRK im Firmen-Foyer an der Friedensstraße eingerichtet war, wies Gerald Feig Gerüchte zurück, dass sich die Flex-Fonds-Gruppe aus Schorndorf zurückziehen könnte. Nachdem 2017 mit der Flex-Fonds Invest AG Kapitalverwaltungsgesellschaft ein Teil des Unternehmens an das Stuttgarter Privatbankhaus Ellwanger & Geiger verkauft wurde und ein Teil der Belegschaft nach Stuttgart umgezogen war, gehe es für das Unternehmen wieder bergauf. Feig Anfang September: „Wir sind am Expandieren.“ Aktuell hat der Vermögensverwalter 38 Mitarbeiter in Schorndorf. Und die sind offenbar gerne für die DRK-Sanitätszentrale zusammengerückt – saß im großzügigen Flex-Fonds-Foyer sowieso nur eine Person.

„Wir wollten uns“, erklärte Feig, „während der Gartenschau als Schorndorfer Unternehmen operativ einbringen“. Zehn Meter Luftlinie vom Hauptveranstaltungsort in der Orangerie entfernt, war klar: Einen besseren Platz fürs DRK und die Polizei konnte es nicht geben. Und mittlerweile wird auch die Villa Veil wieder genutzt: In den oberen Stockwerken des Jugendstilbaus ist eine Rechtsanwaltskanzlei eingezogen, das Erdgeschoss wird von einem Unternehmen der Flex-Fonds-Gruppe genutzt. Den „Pfauen“, den die Flex-Fonds-Gruppe ebenfalls im Jahr 2009 gekauft hat und für 1,7 Millionen Euro sanieren ließ, hat Feig im September 2018 an die Fellbacher Wohninvest-Gruppe verkauft.

Schorndorf.
Immer wiederkehrende Probleme mit dem Aufzug und Wasserschäden im ganzen Haus, die Mieter im Postturm sind arg geplagt. Jetzt hat Alexander Dohnt, Pächter der Skybar, die Konsequenz gezogen und schließt seine Bar zum Ende des Jahres. Doch das sind beileibe nicht die ersten negativen Schlagzeilen, mit denen sich die Schorndorfer Flex-Fonds-Gruppe auseinandersetzen muss. Auf ihrer Homepage beschreibt sie sich als „ein unabhängiger, auf

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