Schorndorf

Recup: Wie in Coronazeiten weniger Kaffeebecher-Müll entsteht

Mehrweg-Becher
Weil sie keine Porzellantassen mehr ausgeben darf, hat Kathrin Fischer auf Recup-Becher umgestellt, wer keinen Pfandbecher möchte, bekommt auch einen Einweg-Becher © Gabriel Habermann

Kaffee trinken auf dem Oberen Marktplatz: Das geht nur noch to go, stehen bleiben ist in Coronazeiten nicht mehr erwünscht. Darum musste Kathrin Fischer schon vor einiger Zeit die Porzellantassen aus ihrem Kaffeeanhänger räumen und den Stehtisch hochklappen. War Porzellan vor drei Jahren noch Bedingung, dass sie Kaffee und Cappuccino an Markttagen ausschenken darf, sind jetzt nur noch Einwegbecher angesagt. Und die umliegenden Mülleimer wären noch voller, wenn Kathrin Fischer sich nicht schon Anfang 2019 – „als Kleinste und Erste im Remstal“ – für das deutschlandweit verbreitete Mehrwegsystem „Recup“ entschieden hatte. Nach der Teilnahme an einem Runden-Tisch-Gespräch im Landratsamt war sie so begeistert vom Pfandsystem, an dem sich in Schorndorf auch das „Ama Deli“, das „Incontro“ und die Shell-Tankstelle in Haubersbronn beteiligen, dass sie bereit war, dafür sogar eine Lizenzgebühr zu bezahlen.

Ohne Weichmacher und Schadstoffe

Kathrin Fischer hat überzeugt, dass in den Polypropylen-Bechern keine Weichmacher und Schadstoffe enthalten sind, dass sie in der Spülmaschine gereinigt und in Deutschland an insgesamt 5000 Stationen abgegeben werden können. „Das macht Sinn“, sagt Fischer, „ein Becher aus Pappe, den man nach zehn Metern wegschmeißt, macht keinen Sinn.“ Im Moment verlangt sie noch kein Pfand und vertraut darauf, dass die Leute die Mehrweg-Becher wieder abgeben. Einen Deckel für die Pfandbecher gibt’s für 1,20 Euro. Außerdem hat sie das Okay vom Gesundheitsamt, dass Tassen auch von zu Hause mitgebracht werden dürfen – solange ihre Kaffeemaschine nicht mit ihnen in Berührung kommt. Toll fände Kathrin Fischer, wenn es – wie in Tübingen, Stuttgart oder Ludwigsburg – einen Schorndorf-Recup-Becher geben würde. Oberbürgermeister Klopfer jedenfalls hat sie schon versucht, für die Idee zu gewinnen.

Bei Kathrin Fischer gibt's auch biblische Nahrung

Weil sie vor allem auch den Marktbeschickern weiterhin Kaffee anbieten möchte, hat sich Kathrin Fischer entschlossen, nicht schon Ende November, sondern erst kurz vor Weihnachten in die Winterpause zu gehen. „Ich hatte den Eindruck, dass es besser ist, wenn ich bleibe.“ Und nicht nur für den Kaffeegenuss: Sie möchte an ihren Kaffee-Anhänger – mit christlichen Spruchkärtchen – schließlich auch biblische Nahrung bieten.

Kaffee trinken auf dem Oberen Marktplatz: Das geht nur noch to go, stehen bleiben ist in Coronazeiten nicht mehr erwünscht. Darum musste Kathrin Fischer schon vor einiger Zeit die Porzellantassen aus ihrem Kaffeeanhänger räumen und den Stehtisch hochklappen. War Porzellan vor drei Jahren noch Bedingung, dass sie Kaffee und Cappuccino an Markttagen ausschenken darf, sind jetzt nur noch Einwegbecher angesagt. Und die umliegenden Mülleimer wären noch voller, wenn Kathrin Fischer sich nicht

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