Schorndorf

Remstalradweg: Versetzter Baubeginn

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Bereits in vollem Gange sind die Bauarbeiten zur Schaffung einer Radlerquerung in der Gottlob-Bauknecht-Straße. © Habermann / ZVW

Schorndorf. Eigentlich sollten die Baumaßnahmen zur Schließung der Lücken im Remstalradweg in der Gottlob-Bauknecht- und in der Stuttgarter Straße parallel begonnen werden. Aber während in der Bauknecht-Straße die Bauarbeiten schon begonnen haben und damit auch die einbahnige Sperrung schon in Kraft ist, wird’s in der Stuttgarter Straße mit einwöchiger Verzögerung erst jetzt ernst.

Die Vorwegweiser haben zwar schon angekündigt, dass die Stuttgarter Straße stadtauswärts nicht mehr befahrbar ist, aber den Autofahrern sind gegenüber der ursprünglichen Planung noch ein paar Tage Gnadenfrist eingeräumt worden. Was der Leiter des Fachbereichs Infrastruktur, Herbert Schuck, mit der vor Wochenfrist sehr unsicheren Witterung begründet und damit, dass man nicht eine einseitige Straßensperrung habe einrichten wollen, hinter und neben der erst einmal nichts passiert. Mittlerweile aber ist die Sperrung eingerichtet, vom Kahlaer Platz an geht stadtauswärts in den nächsten Wochen auf der Stuttgarter Straße nichts mehr.

Die bestehende Ampel soll erst einmal stillgelegt werden

Zunächst einmal ist nur in der Gottlob-Bauknecht-Straße im Bereich zwischen Wiesenstraße und Richard-Kapphan-Straße mit den Arbeiten für eine mit einer Lichtsignalanlage ausgestatteten Radlerquerung begonnen worden. Davon abgesehen, dass auf beiden Seiten die Gehwege abgesenkt werden müssen, ist bei dieser Querung das Problem, dass der Radfahrer aus der östlichen Straßenseite auf einen zu schmalen Weg trifft, weswegen der seitherige Gehweg so verbreitert werden soll, dass er künftig als Geh- und in beide Richtungen befahrbarer Radweg genutzt werden kann. Wenn die neue Signalanlage in Betrieb ist, soll die bestehende Ampel auf Höhe der Einmündung Wiesenstraße laut Schuck zunächst einmal stillgelegt werden. Sollte sich zeigen, dass sie doch benötigt wird, würde sie natürlich mit der neuen Signalanlage gekoppelt.

Umbau des Kreuzungsbereichs dauert länger

Länger hinziehen als die Baumaßnahme in der Gottlob-Bauknecht-Straße – nämlich voraussichtlich bis Mitte April – dürfte sich der radlergerechte Umbau des Kreuzungsbereichs Stuttgarter Straße/Mittlere Uferstraße, die sich Herbert Schuck zufolge auch deshalb aufwendiger gestaltet, weil dieser Bereich voll ist mit im Boden liegenden Kabeln und Schächten, auf die Rücksicht genommen werden muss und die gegebenenfalls verlegt und versetzt werden müssen. Weswegen während der Bauzeit auch nicht nur die Stuttgarter Straße stadtauswärts gesperrt, sondern auch das Aus- und Einfahren von und zur Mittleren Uferstraße nicht möglich sein wird.

Für Autofahrer fällt die Einfädelspur Richtung Kahlaer Platz weg

Zu diesem Lückenschluss, der den aus Richtung Weiler kommenden Radfahrer, der künftig über eine noch zu bauende Remsbrücke aus dem freien Gelände im Bereich „Baumwasen“ in die Stadt hineingeführt werden soll, an der Firma ATU vorbei über die Mittlere Uferstraße und an der Rems entlang in Richtung Bauknechtstraße führt, hätte es nur die zu gefährlich erscheinende Alternative gegeben, die Radler über den Kahlaer Platz und von dort in Richtung Mittlere Uferstraße zu leiten. Die jetzt gewählte Lösung mache es, so Herbert Schuck, zunächst einmal erforderlich, dass auf Seiten der Firma ATU eine größere Aufstellfläche für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden müsse, und habe außerdem zur Folge, dass von der Mittleren Uferstraße her für die Autofahrer die Einfädelspur in Richtung Kahlaer Platz wegfalle.

Signalanlage regelt den Verkehr

Das Einfahren von der Mittleren Uferstraße in die Stuttgarter Straße wird – wie auch das Queren der Radler und Fußgänger – über eine Signalanlage geregelt, weshalb es im Boden auch überall Kontaktschleifen braucht, die anzeigen soll, wo wie viele Autos stehen, und die helfen soll, den Verkehr sinnvoll zu entflechten. Auch in diesem Fall ergibt sich das Problem einer Doppelung von Signalanlagen, weil stadtauswärts gleich im Anschluss an die neue Signalanlage die bestehende kommt, die das Ein- und Ausfahren im Einmündungsbereich Stuttgarter Straße/Siechenfeldstraße regelt. Im Gegensatz zur Bauknecht-Straße aber bleibe diese zweite Ampel in Betrieb, müsse aber natürlich mit der nur benachbarten synchronisiert werden, damit der Autofahrer auf der Stuttgarter Straße nicht binnen weniger Meter zweimal zum Anhalten gezwungen werde.

Zuwendungen von 219 000 Euro für gesamten Remstal-Radweg

Die Kosten für die Maßnahme in der Bauknecht-Straße beziffert Herbert Schuck auf rund 240 000 Euro, die Kosten für die Maßnahme in der Stuttgarter Straße auf circa 400 000 Euro. Für den gesamten Remstal-Radweg hat die Stadt Zuwendungen in Höhe von 219 000 Euro erhalten.


Stadtauswärts staut sich der Verkehr

Allein der Umstand, dass die Gottlob-Bauknecht-Straße stadtauswärts nicht durchgängig bis zum Dueviller Kreisel und damit bis zur Welzheimer Straße zu befahren ist, sorgt in den Morgen- und Abendstunden für einen langen Rückstau.

Vom Kreisel im Einmündungsbereich Benz-/Schlachthausstraße aus stauen sich die Fahrzeuge bis weit zurück in die Benzstraße und über die Arnoldbrücke. Zusätzlich belastet ist der Kreisel durch die Autofahrer, die, weil sie doch bis zur Absperrung über die Bauknecht-Straße stadtauswärts fahren, dann den Umweg über die Schlachthausstraße nehmen müssen.

Diese Situation dürfte sich weiter verschärfen, wenn jetzt mit der Stuttgarter Straße noch eine weitere Ausfallstraße gesperrt ist und die Autofahrer nur die Wahl haben, die Stadt über die Westumfahrung oder halt auch über die Benzstraße zu verlassen.